Bilder aus der „Kunst-Werkstatt“ im Seniorenheim der VG Linz
„Ich kann doch gar nicht malen!“
Linz. So äußern sich ältere Menschen häufig, die in ihrer Biografie selten Gelegenheit hatten, ihre kreative Ader zu entdecken. Andere Dinge standen im Vordergrund, im Alltag zählte nur, was nützlich erschien und an Arbeit mangelte es nicht. So tritt in der ersten „Begegnung“ mit der Anforderung kreativ und frei mit Materialien, Farben, Pinseln, Stiften umzugehen oft eine Hemmschwelle auf: Die Angst etwas falsch zu machen, etwas nicht zu können. Durch eine sensible Heranführung an Mal- und Zeichentechniken und ein wenig Unterstützung zum Beispiel bei motorischen Problemen, fällt diese Hemmung aber bei einigen schnell und es entsteht eine gelöste Atmosphäre, in der sich die Teilnehmer entspannt und neugierig auf das „Neue“ einlassen.
Und manchmal ergibt sich dann wie von selbst Erinnerungsarbeit. Bilder und Geschichten aus dem Leben können auftauchen.
Es entsteht die Möglichkeit Eindrücke spontan auf das Papier zu bringen und so eine sichtbare persönliche „Spur“ zu hinterlassen. Sich kreativ zu betätigen stellt für Menschen mit Demenz einen Weg dar, Fantasie zu entwickeln. Manchmal ist es aber auch ganz unwichtig, was früher war und es geht nur noch um Pinsel, Stifte, das Papier und das sinnliche Erleben von Farben. In den letzten zwei Jahren sind so im wöchentlichen Angebot „Kunst-Werkstatt – Malen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“ ganz individuelle, einzigartige Bilder entstanden. Einige davon erhalten nun eine besondere Wertschätzung und werden im Haus in einer Bildkomposition ausgestellt.
