Allgemeine Berichte | 07.05.2020

Wie der Westerwälder Kartfahrer Enrico Förderer mit den Folgen der Corona-Krise umgeht

„Ich kann nicht nur zuhause sitzen“

Die neuesten Lockerungen ermöglichen ihm endlich wieder ein eingeschränktes Training

Mit einem selbst gebauten Parcours hat er im Garten weiter trainiert.

Leuterod. Auch am Westerwälder Kartrennfahrer Enrico Förderer geht die Coronakrise nicht spurlos vorbei. Alles fing an, als er am Freitag, 13. März, auf dem Weg nach Kerpen war, dort sollte Sonntags der Frühlingscup vom Kart Club Kerpen stattfinden. Von Veranstalterseite her hieß es bis einen Tag zuvor noch, dass das Rennen auf jeden Fall stattfinden würde - dann folgte jedoch die niederschmetternde Nachricht: Das Rennen wurde abgesagt und sogar ein komplettes Trainingsverbot an diesem Wochenende erteilt.

Das Team von Treffer Motorsport war natürlich sehr enttäuscht, auch Enricos Opa, der extra aus dem 850 km weit entfernten Dorfgastein in Österreich angereist war. Alle hatten sich so gefreut, denn die Winterpause ohne Rennluft zu schnuppern war schon lange genug.

„Eine Woche zuvor haben wir hier noch trainiert, da war soweit noch alles in Ordnung. Allerdings hörten wir schon von unserem Karthersteller aus Italien, dass dort Ausgangssperren etc. gelten und wir wohl erst mal keine Teile mehr geliefert bekommen würde. Ich habe mir da trotzdem noch nicht so Gedanken drüber gemacht, Italien ist ja weit weg und so schlimm wird es in Deutschland ja wohl nicht werden. Umso enttäuschter und geschockter war ich natürlich über die Nachricht der kompletten Absage“ berichtet Enrico enttäuscht.

Bald folgte der nächste Schock

Als dann auch noch die Schule geschlossen wurde, verstand auch Enrico den Ernst der Lage. „Ich habe sofort aufgehört, meine Großeltern zu besuchen, allerdings versuche ich, ihnen ein bisschen zu helfen, z.B. mit Rasen mähen. Ich habe ja jetzt Zeit ohne Ende“, erzählt Enrico. Natürlich hat auch er sich zuerst gefreut, als die Schule geschlossen hat, so wie viele andere Kinder auch. „Corona-Ferien“ wird diese Zeit bei den jungen Leuten genannt, allerdings hat auch Enrico schnell gemerkt, dass dies keine normalen Ferien sind und ihm die Schule schnell fehlte. Er merkte bald, dass es gar nicht so einfach ist, den Anforderungen der Lehrer gerecht zu werden und sich alles selbst beibringen zu müssen. Natürlich helfen ihm seine Eltern dabei, doch auch die gehen den ganzen Tag arbeiten.

Der Alltag musste also völlig neu organisiert werden. „Ich kann nicht zuhause sitzen und nur Playstation spielen, dafür bin ich nicht der Typ,“ sagt Enrico. Als Ausgleich musste also etwas anderes her und so baute er sich ein Gewächshaus und einen kleinen Parcours. „Hier fahre ich dann mit einem Pocketbike oder am liebsten noch mit einem Fahrrad durch. Ich habe ein großes Trampolin, auf dem ich Saltos übe. Das Springen erfordert ziemlich viel Kondition und die erhalte ich mir so, denn ins Fitnessstudio darf man ja momentan auch nicht. Manchmal fahre ich auch mit meiner Schwester in den Stall und darf mich auf ihre Mary setzen, aber 1 PS ersetzt mir geliebtes Kart auch nicht, doch habe ich so wenigstens etwas Abwechslung,“ erzählt Enrico.

Simracing ist für ihn keine Alternative

Er nahm auch einmal an einem Simracing von Kart-Magazin.de teil. Einen Tag vor dem Rennen hatte er die Information bekommen, dass er als Gaststarter mitfahren durfte. Somit blieb ihm nicht mehr viel Zeit zum Trainieren.

Ein Freund von der Kartbahn, der dort bereits mitgefahren war, gab ihm noch ein paar nötige Tipps, denn so ein Sim Racing Spiel ist ziemlich aufwendig. Man kann das Fahrzeug komplett selbst einstellen, genau wie bei einem Kart. Da sein Freund bereits von Anfang an dabei war, wusste der schon besser Bescheid. Ins Rennen startete er als 14ter und lag zwischenzeitlich auf Platz 6, durch Karambolagen mit anderen Fahrern fiel der dann aber bis auf den letzten Platz zurück, ein Unfall mit Totalschaden bedeutete dann schließlich das vorzeitige Aus. „Egal, es hat trotzdem Spaß gemacht.

Und es ist wirklich nicht so einfach wie es aussieht. Um bei solchen Rennen wirklich mitfahren zu können, muss man schon Wochen vorher auf diese Bahn trainieren. Sonst hat man keine Chance,“ berichtet Enrico.

Endlich kann er wieder trainieren

Lange Zeit hat er nun gewartet und jeden Tag gehofft, dass die Nachricht folgt, die endlich am 6. Mai verkündet wurde. Die Kartbahnen dürfen wieder öffnen! „Die Zeit war wirklich schlimm. Ich war ja sonst fast jedes Wochenende auf der Kartbahn und gar nicht gewohnt, nur zuhause zu sein. Ich vermisse meine Freunde von der Kartbahn sehr, deshalb freue ich mich riesig und hoffe, dass es dann bald wirklich los geht!“ strahlt der 13-jährige Leuteroder. Nun bleibt es abzuwarten inwieweit die Kartbahnen mit welchen Beschränkungen öffnen können. Seine Eltern und auch sein Fanclub werden sich wohl weiter gedulden müssen, denn bisher dürfen auf die geöffneten Bahnen lediglich ein Fahrer und ein Mechaniker. Wann wieder Rennen folgen ist noch völlig unklar. Eine Rennserie, der ADAC Kart Cup wurde bereits komplett gestrichen. „Meine Sponsoren stehen weiterhin alle hinter mir, auch wenn ich mich momentan nicht wirklich revanchieren kann. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar und hoffe, dass ich in diesem Jahr noch ein paar Rennen für sie und für all meine Fans fahren kann“, erzählt Enrico hoffnungsvoll. Enrico wird weiterhin unterstützt von: X-Direct Group aus Frankfurt, Hölzgen Betonsteinwerk GmbH & Co. KG aus Leuterod, Kohlhaas Bau und GTLST aus Heiligenroth, TMK Gebäudereinigung GmbH aus Neuwied, Storm Photography, Jund & Wittlich Steuerberaterpartnerschaft aus Dierdorf, Clean-XL GmbH & Co. KG aus Leuterod, Fitnesspark Charly aus Ruppach-Goldhausen, Housekeeping Gastein aus Dorfgastein, AXA Versicherung Alexander Leis aus Ransbach-Baumbach und natürlich von der BLICK aktuell – die Heimatzeitung.

In seiner frei gewordenen Zeit hilft er gern mit, wie hier im Pferdestall.

In seiner frei gewordenen Zeit hilft er gern mit, wie hier im Pferdestall.

„Ich kann nicht nur zuhause sitzen“

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