Jahresmitgliederversammlung der Frauenbegegnungsstätte Utamara
Im Geist internationaler Solidarität
Kasbach. Etwa 60 Frauen nahmen an der 13. Jahresmitgliederversammlung der Frauenbegegnungsstätte Utamara in den Räumlichkeiten des Vereins in Kasbach teil. Sie bewerteten die Arbeiten der Frauenbegegnungsstätte im Jahr 2018. Besonders war die kulturelle und sprachliche Vielfalt der teilnehmenden Frauen. Die Frauen konnten anhand anwesender Übersetzerinnen weitgehend barrierefrei an der Versammlung teilnehmen. Nach der Begrüßung der Teilnehmerinnen durch die Mitarbeiterin der Frauenbegegnungsstätte, Zübeyde Temel, wurden die Tätigkeits- und Haushaltsberichte sowie der Bericht der Kassenprüfung vorgelesen und im Anschluss durch die Anwesenden diskutiert und bestätigt.
Besonders wurde durch die anwesenden Frauen die Lebensrealität von Frauen mit und ohne Fluchtgeschichte angesprochen. Die Anwesenden brachten die Mehrfachbelastung von Frauen zur Sprache sowie den vielfältigen gesellschaftlichen Druck, der auf ihnen lastet. Oftmals werden innerfamiliäre Probleme verschwiegen und die Beteiligten stehen damit allein da. Unabhängig von kultureller und religiöser Herkunft herrscht eine enorme Tabuisierung von Gewalt in der Familie, wodurch bestehende Probleme nicht zeitig angegangen werden können. Es kommt zu einer Zuspitzung von Gewalt, was besonders an den alarmierend steigenden Zahlen von Frauenmorden und versuchten Morden auch in der BRD deutlich wird. Durch die Beteiligten wurde die Notwendigkeit von stärkerer Frauensolidarität und einem aktiven sozialen Zusammenhalt angesprochen. Eine stärkere Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit von Bildungs- und Hilfsangeboten ist dafür nötig.
Im Anschluss an die Diskussionen fanden Wahlen für den neuen Vorstand 2019/2020 statt. Fünf Frauen wurden in den Vorstand gewählt. Danach gab es einen Ausblick auf geplante Projekte und Aktivitäten für das Jahr 2019. Neben den Projekten „Frauen stärken Demokratie“ und „Frauenwelten“ sind eine Beteiligung des Vereins am Benefizkonzert des „Bündnis am Mittelrhein für Toleranz und Integration“ am Samstag, 23. März, in der Stadthalle Linz sowie das Internationale Kinderfest „Regenbogen der Kulturen“ am Samstag, 15. Juni, im Alten Freibadgelände Unkel geplant. Bildungswochenenden, Ferienfreizeiten und Camps für Mädchen sowie die muttersprachliche Beratung und Begleitung von Frauen werden fortgeführt.
