Heimatverein Rheinbreitbach lud zur diesjährigen Krippenfeier
Im Stall zu Rheinbreitbach eine Heimat gefunden
Rheinbreitbach. Im mittlerweile achten Jahr feierte der Heimatverein Rheinbreitbach am dritten Adventssonntag sein Krippenfest und hat damit eine neue Rheinbreitbacher Vorweihnachtstradition eingeführt. In jedem Jahr wird damit das Aufstellen der Krippenfiguren im Stall des Heimatmuseums stimmungsvoll weihnachtlich gefeiert: Plätzchenduft zieht durch das liebevoll ausgestaltete Gebäude mit Räumlichkeiten wie aus alter Zeit, Weihnachtslieder klingen über den Hof, heißer Glühwein verbreitet den heimeligen Wohlgeruch von Zimt und Nelken … und in diesem Jahr waren sogar ein paar vereinzelte Schneeflocken zu sehen.
Die Figuren, die seit den 20er bis in die 60er hinein Jahre die St. Maria Magdalena-Kirche der Dorfgemeinschaft jedes Jahr während der Adventszeit geschmückt hatten, waren über lange Jahre verschollen. Nach ihrem Wiederauffinden auf einem Rheinbreitbacher Dachboden wurden sie im Jahr 2010 vom damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins, Bernd Hamacher, von ihrem Schattendasein erlöst und im Wirtschaftsgebäude des Museums, zu dem auch ein kleiner Stall gehört, nach einer aufwendigen Restaurierung zum ersten Mal in Szene gesetzt.
Das Krippen-Ensemble ist mit großer Liebe zum Detail gearbeitet und in eleganten Farben ausgestaltet. Im einzigartigen Ambiente eines wirklichen Stalls scheinen die realistisch gestalteten menschlichen Figuren zusammen mit ihren tierischen Begleitern dem Betrachter die Weihnachtsgeschichte selbst zu erzählen: von ihrer Reise aus der Kirche hinaus und die Jahre ihrer Wanderschaft über dunkle Dachböden bis sie endlich eine neue Heimstatt gefunden haben – wieder in altem Glanz und neuen Ehren. Der verstorbene Vorsitzende Bernd Hamacher freute sich 2010: „Ich finde es besonders schön, dass unsere Krippe praktisch originalgetreu in einem Stall aufgebaut werden kann.“
Ganz wie ihre Vorbilder aus der Bibel brauchte es eine Weile, bis die umfangreiche Figurensammlung ein neues Heim fand. Doch nun sind das Jesuskind, Mutter Maria, Josef, die Heiligen drei Könige aus dem Morgenland und die Hirten zusammen mit Schaf, Ochs und Esel. Zur Krippe gehörte eigentlich auch noch ein sogenanntes „Nickemännchen“, eine Mohrenfigur, die mit dem Kopf nickte, wenn man einen Obolus in sein Körbchen legt. Diese seltene Figur ist in der Odyssee, die die Krippe erdulden musste, leider verloren gegangen. Der Heimatverein würde sich sehr über eine solche Figurenspende wie auch über Spielzeugspenden aus den Zimmern kleiner Jungen – eine Eisenbahn, Blechspielzeug und ähnliches – freuen. Denn das Kinderzimmer des Heimatmuseums hat der Weihnachtsmann bis jetzt leider fast nur Gaben für kleine Mädchen zurückgelassen. (Kontakt über info@heimatverein-rheinbreitbach.de).
Die Figuren sind wunderschön gestaltet
