In der Nacht von Montag, 31. Juli auf Dienstag, 1. August 2023 ereignete sich in einem Wohngebiet in Vallendar ein Hangrutsch
In Kürze beginnen die Sanierungsarbeiten
Vallendar. Die Sanierungsarbeiten an dem abgerutschten Hang in einem Vallendarer Wohngebiet beginnen in Kürze. Deshalb hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord jetzt die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner über die anstehenden Maßnahmen informiert. Darüber hinaus hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, der SGD Nord sowie den weiteren beteiligten Behörden ihre Anliegen vorzutragen und Fragen zu stellen.
Die Sanierungsplanung erfolgte in intensivem Austausch zwischen der SGD Nord, dem Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) und dem beauftragten Ingenieurbüro. Ziel der Sicherung ist die Wiederherstellung einer ausreichenden Standsicherheit für den von der Rutschung betroffenen Bereich. Dazu ist eine Kombination aus Stütz- und Entwässerungsmaßnahmen vorgesehen.
Zur Stützung wird die durch die Rutschung entstandene übersteilte Wand mit einer vernagelten und bewehrten Spritzbetonwand gesichert. Direkt darunter werden zusätzlich Erdbetonscheiben angeordnet.
Zur Entwässerung sind im Bereich der Spritzbetonwand Drainagebohrungen vorgesehen. Zusätzlich werden zwischen den Erdbetonscheiben Kiesrigolen eingebaut. Das dort gesammelte Wasser wird über eine speziell angefertigte Rohrleitung abgeleitet.
Die Sanierungsarbeiten sollen noch im März beginnen und werden von einer Firma ausgeführt, die über einschlägige Erfahrungen bei der Sicherung und Sanierung von Rutschungen verfügt. Die Bauüberwachung übernimmt das Ingenieurbüro, das bereits die Sanierungsplanung erstellt hat.
Die Sanierungsarbeiten laufen parallel zur Ursachenforschung. Eine Verschiebung der laufenden Sanierungsmaßnahme bis zum Abschluss der Ursachenforschung kommt nicht in Frage, da weiterhin die Gefahr besteht, dass sich der Schaden auf die unmittelbar angrenzenden Gebäude ausbreitet. Die gewählten Maßnahmen sind bewährte Methoden zur Stützung und Entwässerung von Rutschungen. Sie sind wirksam, ohne den konkreten Auslöser der Rutschung zu kennen. Dennoch muss die geologische und hydrogeologische Situation weiter untersucht werden, um die dauerhafte Standsicherheit des gesamten Hanges zu gewährleisten. Derzeit stimmt die SGD Nord mit anderen Behörden ab, durch wen und in welchem Umfang weitere Untersuchungen der ehemaligen Tongrube und des unmittelbaren Umfeldes durchgeführt werden können.
Hintergrund
In der Nacht von Montag, 31. Juli, auf Dienstag, 1. August 2023, ereignete sich in einem Wohngebiet in Vallendar ein Hangrutsch, dem in den folgenden Tagen mehrere Nachrutschungen folgten. Um ein Wohnhaus vor den Schlamm- und Wassermassen zu schützen, verlegte die Feuerwehr Sandsäcke am Fuß des Hanges. Untersuchungen von Geologen und Ingenieuren sowie geotechnische Untersuchungen zeigten, dass die Gefahr weiterer Rutschungen bestand. Deshalb wurde sowohl für das Wohnhaus unterhalb als auch für das Wohnhaus oberhalb des Hangbereichs eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Personen kamen nicht zu Schaden.
Um die bestehende Gefahr schnellstmöglich zu bannen und den Anwohnerinnen und Anwohnern die Rückkehr in ihre Häuser zu ermöglichen, beauftragte die SGD Nord in Zusammenarbeit mit dem LGB umgehend ein Ingenieurbüro mit der Planung einer Sicherungsmaßnahme. BA
