Allgemeine Berichte | 11.04.2017

Benefiz-Frühlingskaffee für SOLWODI in Koblenz-Karthause war ein voller Erfolg

Informationen zum Nordischen Modell

Der SOLWODI-Freundeskreis. Fotos: Ruth Müller/SOLWODI Deutschland e.V.

Koblenz-Karthause. Im Rahmen einer Benefizveranstaltung für das SOLWODI-Schutzhaus Koblenz lud der SOLWODI-Freundeskreis ins Jugend- und Bürgerzentrum nach Koblenz-Karthause mit Kaffee, Kuchen und stimmungsvoller Oldiemusik. Die Mitarbeiterinnen Helga Tauch und Ruth Müller informierten zum Prostituiertenschutzgesetz, das am Samstag, 1. Juli in Kraft tritt. SOLWODI lehnt das Gesetz ab, da die dort enthaltenen Regelungen aus ihrer Sicht nicht ausreichend sind. Die Menschenrechtsorganisation präferiert das Nordische Modell - Sexkaufverbot, flankiert unter anderem mit Ausstiegshilfen und einer früh einsetzenden Bildungsarbeit an Schulen. Monika Hömberger, Vorsitzende des Freundeskreises, moderierte die Veranstaltung.

SOLWODI ist die Abkürzung von Solidarity with women in Distress - Solidarität mit Frauen in Not. Die international tätige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Boppard wurde 1985 von Schwester Dr. Lea Ackermann in Kenia gegründet, als sie dort mit Frauen in Kontakt kam, die sich aufgrund ihrer Armut prostituierten. Aktuell ist SOLWODI in Kenia mit 34 Beratungsstellen sowie eigenen Ausbildungs- und Sportprojekten vertreten. Weiterhin unterhält die Organisation in Ruanda ein Witwen- und Waisenprojekt und ist weiterhin in Österreich, Rumänien und Ungarn vertreten. SOLWODI Deutschland wurde 1987 gegründet. Bundesweit existieren 18 Beratungsstellen und neun Schutzhäuser. Eine Beratungsstelle und ein Schutzhaus befinden sich in Koblenz. Die Mitarbeiterinnen in Koblenz werden von Ehrenamtlichen und dem Arbeitskreis unterstützt. 2016 betreute SOLWODI Koblenz 104 Erstkontakte. Schwerpunktmäßig baten Opfer von Menschenhandel, Opfer von Zwangsprostitution und von Zwangsheirat/Ehrenmord bedrohte Frauen um Beratung und/oder Betreuung. Immer öfter sind Anfragen zur Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sowie erwachsenen Flüchtlingen zu verzeichnen.

Flüchtlingsfrauen suchen vermehrt Hilfe bei häuslicher Gewalt und vertrauen sich Ehrenamtlichen an, die Kontakt zu SOLWODI aufnehmen. Die Klientinnen bekommen Hilfe bei der Suche von Therapeutinnen, Ärzten und Kliniken sowie Rechtsanwältinnen. Ebenso erhalten sie Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche oder Schulplätze. Es gab einen vermehrten Zulauf von Frauen, die Hilfe in aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten benötigen. Das Beratungsangebot wird persönlich, telefonisch sowie schriftlich angeboten. Da SOLWODI Koblenz ein Schutzhaus und eine Fachberatungsstelle hat, betreut die Organisation Klientinnen im Haus als auch außerhalb.

Schutzhaus Koblenz

Das Schutzhaus war 2016 durchgängig belegt, insgesamt mit 13 Frauen und Mädchen - Jugendliche - und fünf Kindern. Herkunftsländer der Frauen waren: Osteuropa, Ghana, Äthiopien, Türkei, Nigeria und Deutschland.

Jugendhilfeplätze SOLWODI Koblenz

Auch die Jugendhilfeplätze waren 2016 durchgängig besetzt. Die Herkunftsländer der Jugendlichen waren 2016 Türkei, Guinea, Nigeria und Serbien. Nach ihrem Auszug aus dem Schutzhaus hält SOLWODI engen Kontakt zu den jungen Frauen. Oft brauchen sie noch Unterstützung bei behördlichen Terminen sowie einen Ansprechpartner für ihre Sorgen im Alltag.

Informationen zum Nordischen Modell
Informationen zum Nordischen Modell

Der SOLWODI-Freundeskreis. Fotos: Ruth Müller/SOLWODI Deutschland e.V.

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