Projekt der Caritas-Beratungsdienste bereitet Flüchtlingsfrauen viel Spaß
Integration mit der Nähmaschine
Montabaur. „Nähen für’s Baby ist babyleicht“ lautet das Motto eines Projektes der Beratungsdienste des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn, das nun schon seit mehreren Monaten erfolgreich läuft. Das Angebot spricht in erster Linie schwangere Flüchtlingsfrauen, aber auch Flüchtlingsfrauen mit kleinen Kindern an.
Bei regelmäßigen Treffen wird ihnen die Möglichkeit gegeben, Erstlings- und Kleinkinderausstattungen selbst herzustellen. Der Startschuss fiel im März. „Mittlerweile bieten wir bereits den vierten Block an“, freut sich Margot Rube, die 17 Jahre lang in der Caritas-Schwangerschaftsberatung tätig war, über den bisherigen Erfolg des Projektes. Sie betreut den Begegnungstreff und ist selbst passionierte Näherin: „Zum Abitur habe ich meine erste Nähmaschine geschenkt bekommen, seither nähe ich“, berichtet Rube, die großen Spaß daran hat, ihr Können nun an die Flüchtlingsfrauen weiterzugeben.
Regelmäßige Treffen fördern die Integration
Einmal pro Woche kommen die Teilnehmerinnen im Katholischen Pfarrzentrum St. Peter, Auf dem Kalk, in Montabaur zusammen, um gemeinsam zu nähen. Dabei sind schon viele tolle Sachen für Babys und Kleinkinder entstanden. Babytücher, Mützen und Hosen wurde ebenso genäht, wie zum Beispiel Tops, Shirts oder kleine Taschen.
Während der Treffen üben die Frauen nicht nur den Umgang mit der Schere, der Nadel und der Nähmaschine, sondern sie lernen zum Beispiel auch einiges über Stoffe und wie man ein Schnittmuster anfertigt. „Außerdem dienen die Treffen den Frauen auch als Raum der Begegnung, in dem sie Kontakte knüpfen und sich austauschen können“, erläutert Margot Rube und fügt hinzu: „Gleichzeitig soll über das praktische Angebot ein niedrigschwelliger Zugang zu den Frauen gefunden werden, damit diesen im Bedarfsfall Beratung und Hilfe in unserem Beratungszentrum vermittelt werden kann.“
Im Rahmen der Begegnungen steht zwar vor allem das Nähen im Mittelpunkt, die Treffen dienen aber auch der Integration und sollen das Selbstbewusstsein der Frauen stärken. Und natürlich werden auch die Sprachkenntnisse der Teilnehmerinnen gefördert, denn in erster Linie sprechen die Frauen während des Kurses auch untereinander Deutsch. Aktuell nehmen drei Frauen an den „Begegnungstreffen zum Nähen“ teil, sie kommen aus Syrien, Tschetschenien und Aserbaidschan. Alle drei sind seit Start des Projektes dabei und haben riesigen Spaß an den regelmäßigen Treffen.
Die Teilnahme an den Treffen ist kostenlos. Finanziell gefördert wird das Projekt durch die „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ des Bistums Limburg. Außerdem ist Margot Rube bei ihrer Arbeit mit den Flüchtlingsfrauen auf Spenden angewiesen, insbesondere auf Sachspenden.
Auf Spenden angewiesen
So etwa erhielt sie unter anderem bereits einige Spenden an Kurzwaren und Stoffen. Und die Dernbacher Schwestern „Arme Dienstmägde Jesu“ haben sogar Nähmaschinen gespendet.
„Das ist natürlich besonders toll, denn so können die Frauen die Maschinen mitnehmen und haben die Möglichkeit, auch Zuhause zu nähen“, betont Rube. Weiterhin hat die HWK Koblenz dem Begegnungstreff leihweise zwei Tischnähmaschinen zur Verfügung gestellt.
Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Pfarrei St. Peter in Ketten Montabaur sowie einigen Ehrenamtlichen, die unter anderem Fahrdienste übernehmen. „Ohne deren Engagement wären die Treffen nur schwer durchführbar“, betont Margot Rube, die nun – gemeinsam mit den Flüchtlingsfrauen - hofft, dass das Projekt auch künftig fortgeführt wird.
Weitere Infos rund um den „Begegnungstreff zum Nähen“ erhalten Interessierte bei Astrid Schmidt vom Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn unter Tel. (0 26 02) 16 06 15 oder per E-Mail an astrid.schmidt@cv-ww-rl.de.
