Allgemeine Berichte | 01.09.2025

„Integrationsklammer“: Quartiersmanagement im Raiffeisenring hat viel erreicht

Vielfältige Angebote, Begegnungen und ehrenamtliches Engagement sind entstanden – ohne Fortführung droht Verlust von wertvollen Strukturen

Gabriele May mit Bürgermeister Peter Jung und Diakonie-Standortleiter Utz Ebertz. Foto: Ulf Steffenfauseweh

Neuwied. Im Raiffeisenring ist in den vergangenen fünfeinhalb Jahren viel gewachsen: Ein Jugendplatz, das Quartiersfrühstück, neue Kooperationen und mehr als 20 regelmäßige Angebote, die Menschen zusammenbringen. Was das Quartiersmanagement (QM) dort aufgebaut hat, ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner unverzichtbar.

Neue Treffpunkte wurden geschaffen, Menschen zusammengebracht und ehrenamtliches Engagement gestärkt. Doch die Förderung läuft Ende des Jahres aus. Die Stadt Neuwied will diese wichtige Arbeit trotzdem fortführen – und legt dem Stadtrat dazu eine Beschlussvorlage vor.

„Die Ehrenamtlichen haben auf eine Schnittstelle, eine Schaltzentrale wie das Quartiersmanagement gewartet“, sagt Bürgermeister Peter Jung. „Was hier entstanden ist, ist aber schneller wieder weg, als man denkt. Wir brauchen deshalb eine dauerhafte Unterstützung und Planungssicherheit. Das Quartiersmanagement ist eine Integrationsklammer, die unsere demokratischen Strukturen stärkt und hilft, dass unser Zusammenleben nicht weiter gespalten wird.“

Ein neutraler Ort für alle Generationen

Getragen von der Diakonie hat das Quartiersmanagement trotz schwieriger Startphase mitten in der Corona-Pandemie eine breite Angebotspalette aufgebaut: Vom Repair-Café über Sprach- und Smartphone-Kurse bis zu Naturprojekten, gemeinsamem Kochen oder einem Seniorennachmittag. Beliebt ist auch das Quartiersfrühstück, das längst mehr ist als ein gedeckter Tisch. Quartiersmanagerin Gabriele May berichtet von einem aktuellen Beispiel aus der vergangenen Woche: „Eine Besucherin klagte über Schulterschmerzen – eine andere brachte beim nächsten Treffen eine Matte mit und zeigte Übungen.“ So entstehen Begegnung, gegenseitige Hilfe und Vertrauen.

Das QM ist ein neutraler Ort, an dem Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Weltanschauung willkommen sind. Gerade ältere Menschen – immerhin ein Drittel der Bewohner im Quartier – finden hier Angebot gegen Vereinsamung. Auch Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche oder Menschen, die neu in den Ring ziehen, erhalten Anschluss.

Begegnungen, die verbinden

Besondere Strahlkraft haben die Kooperationen mit dem Josef-Ecker-Stift. Beim neuen Projekt „Hier gibt es was zu lachen“ verbrachten zuletzt 65 Kinder und Senioren einen gemeinsamen Nachmittag voller Humor. „Wir mussten sogar Interessenten absagen, weil wir einfach voll waren“, so May, die schon die nächste Auflage plant. Ein anderes Erfolgsmodell ist „Auf Rädern zum Essen“: Die Kantine des Ecker-Stifts öffnet einmal in der Woche ihre Türen für alle Nachbarn im Quartier – Essen, Geselligkeit und Austausch inklusive.

Auch die Jugendlichen profitieren: Wurden sie früher von Treffpunkten oft weggeschickt, konnten sie sich „Auf Sternsholl“ einen eigenen Jugendplatz konzipieren. Ein jährliches Highlight ist der Orientalische Markt im Ringmarkt, der in diesem Jahr am 6. September stattfindet. Er wird von Ehrenamtlichen vorbereitet, von den Geschäften unterstützt und ist längst ein fester Termin im Jahreskalender. Ein Fest, das Kulturen verbindet.

Blick nach vorn

Mit all diesen Projekten hat das Quartiersmanagement Strukturen geschaffen, die ohne Fortführung schnell verloren gingen. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, das Quartiersmanagement im Raiffeisenring 2026 mit städtischen Mitteln zu sichern. Parallel wird eine langfristige Neuaufstellung vorbereitet, bei der auch nach Synergien mit dem Quartiersmanagement in der südöstlichen Innenstadt („Soziale Stadt“) geschaut werden soll.

„Wir haben Strukturen geschaffen, die das Leben der Menschen verbessern. Diese Aufbauarbeit darf nicht über den Haufen geworfen werden“, betont Utz Ebertz, Standortleiter der Diakonie. „Das Quartiersmanagement sorgt dafür, dass Nachbarschaften wachsen und Teilhabe für alle möglich wird.“

Orientalischer Markt im Ringmarkt

Ein besonderer Höhepunkt im Raiffeisenring ist der Orientalische Markt. Er wird von Ehrenamtlichen und Geschäftsleuten organisiert und ist längst ein fester Bestandteil im Jahreskalender. Der Markt bringt Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen – ein echtes Fest der Begegnung. Neben einer großen Auswahl an Speisen aus dem Orient kann kostenlos arabischer Tee und arabischer Kaffee genossen werden. Es gibt eine Bilderausstellung und Tanzvorführungen sowie zahlreiche Angebote für Kinder. Natürlich darf auch ein Stand mit orientalischen Süßigkeiten nicht fehlen. In diesem Jahr findet er am Samstag, 6. September, ab 11 Uhr statt.

Pressemitteilung der Stadt Neuwied.

Neue Treffpunkte wurden geschaffen, Menschen zusammengebracht und ehrenamtliches Engagement gestärkt. Fotos: Gabriele May

Neue Treffpunkte wurden geschaffen, Menschen zusammengebracht und ehrenamtliches Engagement gestärkt. Fotos: Gabriele May

Getragen von der Diakonie hat das Quartiersmanagement trotz schwieriger Startphase mitten in der Corona-Pandemie eine breite Angebotspalette aufgebaut.

Getragen von der Diakonie hat das Quartiersmanagement trotz schwieriger Startphase mitten in der Corona-Pandemie eine breite Angebotspalette aufgebaut.

Gemeinsames Kochen begeister.

Gemeinsames Kochen begeister.

Auch für die Jüngsten´wird viel angeboten.

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Gabriele May mit Bürgermeister Peter Jung und Diakonie-Standortleiter Utz Ebertz. Foto: Ulf Steffenfauseweh

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