Neue Veranstaltungsreihe eröffnet
Ist der Zug schon abgefahren?
Montabaur. Mit dem Vortrag „Klima im Kopf - was die Klimakrise mit unserer Psyche macht“, eröffnete der Förderverein Kultur im A.K.T. e.V. seine neue Veranstaltungsreihe „Pioniere des sozial-ökologischen Wandels – Ermutigung für eine gesündere Zukunft“, in der Stadthalle Montabaur. Die Psychologin Katharina van Bronswijk, Autorin des Bestsellers „Klima im Kopf“ und Sprecherin von Psychologists and Psychotherapists for Future, ist nicht nur vertraut mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Umweltkrisen und psychischer Gesundheit, zu denen sie regelmäßig Vorträge hält, Interviews gibt und publiziert (zuletzt “Climate Action – Psychologie der Klimakrise„), sie traf auch den Nerv des interessierten Publikums, in der gut gefüllten Stadthalle. Jenseits von Meinungen, die häufig in polarisierenden Diskussionen der Öffentlichkeit zu finden sind, ruhte ihr informativer und ermutigende Vortrag, beinahe gelassen, auf fundierten wissenschaftlichen Untersuchungen. Unaufgeregt beschrieb sie mithilfe wissenschaftlicher Studien, die langfristige Entwicklung der weltweiten Klimakatastrophe. Eloquent zeichnete sie ein Bild unserer Psyche und erklärte den Zuhörer:innen warum es schwer ist, mit so großen, unfassbaren Krisen wie der Corona Pandemie, Kriegen, Fluchtbewegungen und der Klimakatastrophe bewusst und konstruktiv umzugehen. „Wenn ein komplexes Problem Angst macht und nicht bewältigt werden kann, wenn also unsere Urinstinkte von Kampf oder Flucht nicht möglich sind, fühlt der Mensch sich ängstlich, ohnmächtig und verzweifelt“, so Bronswijk. Obwohl die Welt, die Wirtschaft und Gemeinschaft dringend eine Transformation brauchen, führe es häufig zu einer Art Verdrängung nach dem Motto: „Was kann ich schon tun und sollen doch erst mal die anderen, oder andere Länder“, oder aber zu einer Entladung von Wut und Hass, ein Krieg gegen etwas oder Gruppen, wie es besonders in den anonymen sozialen Medien gut zu beobachten ist, erklärte Bronswijk. Wir sind spät dran, aber der Zug ist noch nicht abgefahren. Spätestens, seit der Blick aus dem Fenster genügt, um das Ausmaß der Klimakatastrophe nicht mehr leugnen und verdrängen zu können, entstanden viele große und kleine Initiativen, in denen Menschen ihre Kräfte und ihr Knowhow bündeln, um die Natur zu unterstützen und die Gemeinschaft zu stärken. Nach dem inspirierenden Vortrag nutzten viele Besucher:innen die Chance zu persönlichen Fragen an die Referentin. und einem der Erfahrungen. Durch die gute Netzwerkarbeit des Fördervereins, konnten sich die Besucher auch direkt, in einem regen Austausch, mit aktiven Menschen der Region verbinden. Ein besonderer Dank ging an alle ehrenamtlichen Helfer und Spender:innen und Sponsoren, besonders der Westerwaldbank und der Nassauischen Sparkasse, die diese, kostenlosen Veranstaltungen zu den wirklich wichtigen Themen dieser Zeit, ermöglichen. Weitere Informationen/ Termine finden Interessierte unter www.atelierkunstundtherapie.de
