Allgemeine Berichte | 10.01.2018

Der Unkeler Löschzug traf sich zum traditionellen Neujahrs-Frühschoppen

Je drei Verpflichtungen und Beförderungen sowie eine Ehrung

Unter der Linde auf dem Dorfplatz versammelten sich die Verpflichteten und Beförderten sowie die Geehrte um Stadtbürgermeister und die VG-Beigeordnete. DL

Unkel. Das 1954 als Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Unkel gegründete Tambourcorps, das sich seit 1965 „Rheinklänge“ nennt, geleitete den Unkeler Löschzug um Wehrführer Akin Karga am Sonntagvormittag nach der Messe in Sankt Pantaleon zum traditionellen Neujahrs-Frühschoppen in den Scheurener Hof. Dieser verlief nach einer ausgiebigen Stärkung mit einer Kraftbrühe und Getränken und der Begrüßung durch den Wehrführer relativ zügig. Namentlich willkommen heißen konnte Akin Karga neben seinen Kollegen Wehrführer Daniel Heinrichs, Bruchhausen, Ernst Eich, Erpel, Reinhard Schmitz, Orsberg, und Ralf Horschel, Rheinbreitbach, sowie dem Ehrenwehrleiter Hans-Josef Fröhlich und dem Ehrenwehrführer Werner Schumacher vor allem die VG-Beigeordnete Gisela Born-Siebicke als Vertreterin des Chefs der Unkeler Wehr, Verbandsbürgermeister Karsten Fehr, den stellvertretenden Wehrleiter Ralf Wester sowie Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Sein besonderer Willkommensgruß galt aber dem Förderverein um Hans-Otto „Dieter“ Jammel, ohne den die Veranstaltung so nicht denkbar gewesen wäre.

„Die Demokratie lebt vom Ehrenamt“, zitierte Gisela Born-Siebicke den ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss, nachdem drei der Unkeler Sternsinger den Feuerwehrleuten die „frohe Botschaft“ verkündet und die Gelegenheit genutzt hatten, an den Tischen für das Kinderheim Orphélinat Notre-Dame du Perpétuel Secours de Jérémie auf Haiti Spenden zu sammeln. Dem Zitat von „Papa Heuss“ ließ die VG-Beigeordnete direkt eins des siebten Bundespräsidenten, Roman Herzog folgen, nach dem die Gesellschaft ohne ehrenamtlich Tätige „nicht nur ärmer und kälter, sondern auch weniger funktionsfähig“ wäre. Wie notwendig der Einsatz der Feuerwehrleute für die öffentliche Daseinsfürsorge sei, daran würde aktuell das Rheinhochwasser erinnern, so die VG-Beigeordnete. „Indem Sie sich freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwohl engagieren, leisten Sie einen äußerst wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft“, versicherte Born-Siebicke den Mitgliedern des Löschzugs. Sie würden gebraucht, wenn es brenne und viel regnen würde, bei Autounfällen oder wenn Züge oder Schiffe in Probleme geraten sowie wenn ältere Menschen sich verirren würden und gesucht werden müssten.

„Sie haben das von Friedrich von Weizsäcker geprägte Bild vom eigenverantwortlichen Handeln in einer mitverantworteten Gemeinschaft verinnerlicht, denn Sie wissen, dass niemand allein auf einer Insel lebt. Außerdem sind mit dem von Ihnen praktizierten Gemeinschaftsempfinden, der Fairness und Selbstdisziplin sowie dem Durchhaltevermögen, also Werten, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind, Vorbild vor allem für die Jugend“, schwärmte die VG-Beigeordnete. Dass die Gesellschaft und damit die Politiker wiederum ihrer Verantwortung gerecht würden, die institutionellen Voraussetzungen zu schaffen, sei selbstverständlich, versicherte sie. „Angesichts Ihrer hohen Einsatzbereitschaft sowie Ihrer umfassenden Aus- und laufenden Weiterbildung sind Sie ein Garant für unsere Sicherheit“, dankte Born-Siebicke den Feuerwehrleuten im Namen aller Unkeler Bürger.

108 Mal, also alle drei bis vier Tage war die Unkeler Wehr in 2017 zu Einsätzen gerufen worden, der Unkeler Löschzug allein zu zwölf Hilfeleistungen und 20 Brandeinsätzen. Unterstützt wird er in diesem Jahr dabei von den spätberufenen Feuerwehrmann-Anwärtern, dem 42-jährigen Marcus Berg und dem zwei Jahre älteren Frank Jax, sowie der erst 17-jährige Feuerwehrfrau-Anwärterin Louise Kessel, die Gisela Born-Siebicke per Handschlag verpflichtete. Anschließend beförderte sie zusammen mit dem stellvertretenden Wehrleiter Ole Faßbender und Marvin Wasser zu Feuerwehrmännern, während Lasse Schirmer den Löschzug im neuen Jahr als Oberfeuerwehrmann verstärkt.

Nach den Beförderungen stand der stellvertretende Wehrführer Uwe Schumacher im Mittelpunkt des Frühschoppens. „Das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen für 35-jährigen, aktiven Dienst in der Feuerwehr wird dir zwar erst auf dem VG-Feuerwehrtag im September in Bruchhausen verliehen, gratulieren und dich beschenken wollen wir jedoch bereits heute“, so Akin Karga zu seinem Stellvertreter. Der war genau an seinem 16. Geburtstag, am 12. Januar 1984 in die freiwillige Feuerwehr eingetreten. Elf Jahre später absolvierte er zunächst den Fachlehrgang „Gefahrstoffe 2“, 2003 und 2013 folgten dann die Lehrgänge zum Gruppen- und Zugführer. Seit 2012 ist zusammen mit Lionel Gironde stellvertretender Wehrführer, bevor er 2014 aufgrund seiner qualifizierten Ausbildung und seiner Stellung im Löschzug zum Oberbrandmeister befördert wurde. „Neben deiner fachlichen Kompetenz zeichnet dich vor allen deine ruhige, besonnene Art aus. Du bist ein beliebter und hoch geachteter Feuerwehrkamerad, auf den man sich stets verlassen kann“, lobte ihn der Wehrführer, bevor auch Gerhard Hausen den Feuerwehrleuten seine Dankbarkeit versicherte. „Sie gehen für andere durchs Feuer und spielen generell eine unverzichtbare Rolle im Sicherheitsbestreben unserer Stadt“, hob er hervor, um Uwe Schumacher abschließend eine Schiefertafel mit dem Stadtwappen zu überreichen. DL

Schon vor der offizielle Ehrung auf dem VG-Feuerwehrtag gratulierte Lionel Gironde zusammen mit Wehrführer Akin Karga seinem Kollegen Uwe Schumacher.

Schon vor der offizielle Ehrung auf dem VG-Feuerwehrtag gratulierte Lionel Gironde zusammen mit Wehrführer Akin Karga seinem Kollegen Uwe Schumacher.

Unter der Linde auf dem Dorfplatz versammelten sich die Verpflichteten und Beförderten sowie die Geehrte um Stadtbürgermeister und die VG-Beigeordnete. Fotos: DL

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