Allgemeine Berichte | 12.07.2016

ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V. informiert

Jedermann - das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Von Freitag, 22. bis Sonntag, Juli im Theater im Tunnel

Jedermann - das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Erpel. Hugo von Hofmannsthals Jedermann verkörpert das Idealbild eines überaus reichen Mannes, der glaubt, sich jeden Wunsch mit Geld oder Macht erfüllen zu können. In diesem Bewusstsein lebt er sein Leben ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen, ohne Mitleid, ohne Liebe. Alle Hilfe, um die man ihn bittet, muss mit gleicher Münze zurückgezahlt werden.

Reichtum ist nicht alles

Bei einem Bankett an der Seite seiner Buhlschaft hört er die Totenglocken und den Tod, seinen Namen rufen. Der Tod fordert Jedermann auf, ihm zu folgen. Die Gäste ergreifen die Flucht. Der Tod gewährt jedoch Jedermann eine kurze Frist, um einen Fürsprecher für sich zu gewinnen, der ihn auf seinem letzten Weg begleiten soll. Aber niemand will mit ihm gehen, auch seine Buhlschaft nicht, auch nicht sein Reichtum, verkörpert in der allegorischen Figur des Mammon. Einzig die kraftlose Figur seiner guten Werke ist bereit ihn zu begleiten. Da erkennt Jedermann sein verfehltes Leben, und vom Glauben bestärkt tut er Buße. Seine Seele, die der Teufel schon für sich verbucht hatte, ist gerettet.

Die Produktion des „Kölner Jedermann“ unter der Regie von Stefan Krause verlässt ganz gezielt die im Mysterienspiel früher üblichen charakterlichen Personifikationen und die allegorische Handlung im Rahmen des christlichen Weltgefüges, vor dem sich der Mensch - eben „Jedermann“ - verantworten muss. Damit wird die zeitlose Allegorie in die heutige Realität unserer modernen Welt versetzt: „Jedermann“, der mit seinem Reichtum seinen Mehrwert steigern will, indem er bei der den Markt bestimmenden Zielgruppe zu punkten versucht, umgibt sich mit Schönheit und Jugend. Er glaubt, so sein Leben nicht nur in vollen Zügen zu genießen, sondern auch verlängern zu können. Seine neue Liebe, die „Buhlschaft“, kann gar nicht jung genug sein. Nur so glaubt er sich erfolgreich, glücklich und lebendig.

Er will jedes Vergnügen und allen Genuss, und zwar sofort, denn für ihn gibt es nichts, was man mit Geld nicht kaufen kann - bis er sich mit dem unerwarteten Tod konfrontiert sieht, der ihn vor seinen Schöpfer führen will. Da stellt er fest, dass er diesen Weg ganz alleine gehen muss, keiner will ihn begleiten. Da helfen weder Geld noch Versprechen und Beteuerungen. Allein sein Glaube und seine guten Taten könnten ihm helfen, wenn es heißt: Himmel oder Hölle.

Das „Theater im Tunnel“ in Erpel bietet dem „Jedermann“ eine dem genialen Schauspiel adäquate Atmosphäre. In dem geheimnisvoll wirkenden Raum wird jede Ablenkung vermieden und die ganze Konzentration auf den Inhalt des Theaterstücks gelenkt, was durch die sehr spezielle Akustik noch verstärkt wird.

Die Schauspieler des Ensembles Neues Schauspiel Köln geben dem in ungezählten Varianten inszenierten Stück - besonders auch durch den von einer genialen Combo gestalteten musikalischen Rahmen - eine eigene unverwechselbare Prägung, die bereits 2015 das Publikum im Theater im Tunnel begeisterte.

Vorstellungen im Tunnel

Freitag, 22. und Samstag, 23. Juli um 19.30 Uhr und Sonntag. 24. Juli um 15.30 Uhr. Eintrittskarten im Vorverkauf unter Tel. (0 26 44) 80 98 85 oder online über www.ad-Erpelle.de.

Jedermann - das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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