Allgemeine Berichte | 17.02.2025

33. Narrentreff der Verbandsgemeinde Brohltal im Bürgerhaus von Glees

Johannes Bell für „Brohltal Förster“ statt „Amerika first“

Ausgelassen feierten die Jecken das 33. Brohltaler Narrentreffen im Bürgerhaus von Glees.  Fotos: GS

Glees. Das Brohltal ist im Alltag zweisprachig. Denn der Vinxtbach ist die Sprachgrenze zwischen dem einstigen Niedergermanien und Obergermanien. Im Norden Rheinisch-Ripuarisch, im Süden Moselfränkisch. Doch wenn es um die Schlachtrufe der Narretei geht, wird die Vielfalt noch getoppt. Helau und Alaaf, Knatsch Jeck, Ojööh, Badda und Owei sind die fröhlichen Ausrufe der Narren in der Verbandsgemeinde zwischen Königsfeld und dem Laacher See.

Und Hausherrin des größten Sees von Rheinland-Pfalz ist die Ortsgemeinde Glees, oder besser Jeläs, wie die Eifler nicht ohne Stolz sagen. Denn auch der Kölner Karneval kennt Jeläs. Schließlich singt die Kölner Band Kasalla seit zehn Jahren in ihrer Hommage auf alle Gless Bürger „Alle Jeläser huh!“.

Das freute besonders Brohltal-Bürgermeister Johannes Bell beim 33. Brohltaler Narrentreff im Gleeser Bürgerhaus. Dort gaben sich große und kleine Tollitäten sowie Korporationen und Gruppen aus der ganzen Verbandsgemeinde von Burgbrohl bis Kempenich und von Wassenach bis Weibern ein buntes Stelldichein. Und das nicht ohne Grund, denn die Jeläser Jecken feiern mit 22 Jahren ein närrisches Jubiläum. Dafür gabs Anerkenung von Johannes Bell, der rückblickend sagte: „Wenn man engagierte junge Leute hat und sie gewähren lässt, entsteht mit der Zeit Großartiges.“ Dafür gab es Beifall beim von Jona Heuft und Theresa Kopp moderierten Narrenspektakel. Dessen Höhepunkt , die Prinzenbegrüßung mit Verleihung der Anstecknadeln durch Bürgermeister Bell, krönte mit dem Brohltallied „Dich grüß ich und preis ich, du herrliches Land“, vorgetragen von Rita Steinfink und Marina Nett, mehr als nur ein Hauch von Heimatliebe.

Heimatliebe und Politik

Hier Heimatliebe, dort Politik. Da fand Bell es „einen Witz, den Wahltermin auf den 23. Februar zu legen statt drei Wochen später in die Fastenzeit, wo eh nix los ist“. Aber auch auf Trumps „Amerika first“ hatte Bell („Mein Englisch war schon immer gut“) eine Antwort: „Brohltal Förster.“ Als solcher kam Bell übrigens auch daher und machte bunten Gleeser Bürgerhaus mit „Ick bin ein Jeläser“ eine Anleihe bei Kennedy, die zu einem Zwiegespräch zwischen Bürgermeister und Azubine Pia Gerhartz aus Wehr überleitete – Eifeler Platt in Reinkultur von „hau“ bis „hüre, boröm“ und „bi zwei klene Könne Rathaus jespillt hänn“. Beide können ihre Heimatsprache aus dem Eff-Eff, denn auch Johannes Bell kann seinen Spessarter Spracheinschlag nicht verbergen. Besonders, wenn er sich wie jüngst im Sinziger Stadtrat über leidige Themen wie Bürokratie in Rage redet. „Jetz ös Schluss he.“

Tusch hatte Tusch gejagt, Applaus gab es aber auch für viele andere Akteure des Narrentreffens. So für die kleinen Barbie-Showtänzerinnen, die seit elf Jahren bestehende Vulkangarde Glee und auch für die Jeläser Funken. Luisa und Theresa Kopp brillierten als „Billa und Trina“, und auch eine Premiere gab es: Gina Heuft und Stephan Thuy debütierten als Tanzpaar der Gleeser Jecken.

All das erfreute die Narrenschar. Und ganz besonders die närrischen Regenten, denen Bells besonderer Dank galt: „Schön, dass es heutzutage noch Mitmenschen gibt, die so viel Spaß an Karneval haben und ihren Ort repräsentieren.“ Das sei leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Doch ein Blick auf die Kinderprinzenpaare aus Burgbrohl und Wassenach zeigte: Das Brohltal hat Zukunft. Oder wie der Eifeler sagen würde: „Bat mr han, dat hammer.“ Das fanden auch die beiden Landtagsabgeordneten Petra Schneider (moselfränkisch) und Horst Gies (rheinisch-ripuarisch). GS

Bürgermeister Johannes Bell: „Brohltal Förster“ statt „Amerika first“.

Bürgermeister Johannes Bell: „Brohltal Förster“ statt „Amerika first“.

Weitere Themen

Ausgelassen feierten die Jecken das 33. Brohltaler Narrentreffen im Bürgerhaus von Glees. Fotos: GS

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, kann man in aktueller Sache in Neuwied sehen. Hier wurden im Rahmen einer Schulhofumgestaltung 3 nachweislich verkehrssichere gesunde 100 Jahre alte...
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
MAYA
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
BSW -WK 4
Empfohlene Artikel

Brohltal. Die fünfte Jahreszeit wird auch in diesem Jahr in der Verbandsgemeinde Brohltal wieder ausgelassen gefeiert. Zahlreiche Karnevalsumzüge laden Einheimische wie Gäste dazu ein, gemeinsam fröhliche und gesellige Stunden zu verbringen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
MAYA Azubi Messe
Mayener Ausbildungsmesse
Unterstützeranzeige -Theisen-
Anzeigenschaltung „zzgl. Onlineausgabe“
Zukunft trifft Tradition KW 10
Zukunft trifft Tradition KW 10
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Innovatives rund um Andernach
Wahlanzeige 4 von 6
Stellenanzeige Küchenleitung
Kreishandwerkerschaft
Zukunft trifft Tradition KW 10