Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell
Josef Buchholz ist Bewahrer der moselfränkischen Mundart
Liesenich. Am Montag, 17. Februar, kann Josef Buchholz aus Liesenich sein 90. Lebensjahr vollenden. Ganz eng verbunden ist Buchholz mit der Pflege und Erhaltung der moselfränkischen Mundart. Aber auch „vor Ort“ gehört Buchholz zu den Bürgern, die etwas bewegen. So ist er seit über 70 Jahren aktives Mitglied des Männergesangvereins Liesenich, dessen Vorsitzender er 21 Jahre lang war. Es ist der Verdienst von Buchholz, dass der Schieferabbau in seiner Heimatregion in lebendiger Erinnerung bleibt, indem er die Freilegung und den Wiederaufbau der „Leieheisja“ in die Hand nahm. Buchholz pflegte die Imkerei, nach dem Eintritt in den Ruhestand gab er seine beruflichen Kenntnisse als Senior-Experte in der Entwicklungshilfe weiter. Er war es auch, der den Rückgang des täglichen Gebrauchs der moselfränkischen Mundart nicht nur erkannte, sondern Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung dieses alten Kulturguts ergriff.
Im Frühjahr 2007 nahm er Kontakt zum Kulturbüro der Kreisverwaltung auf mit dem Ziel, Gleichgesinnte um sich zu scharen, um die Mundart wieder salonfähig zu machen. Zu einem Treffen am 27. April 2007 kamen rund 40 interessierte Personen. Hieraus entstand ein „Arbeitskreis Mundart“, der sich am 1. August 2007 etablierte, gefolgt von der Gründung des eingetragenen Vereins „Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell“ am 8. Oktober 2008. Buchholz übernahm das Amt des Vorsitzenden und bekleidete dieses Amt bis zum November 2012.
In seiner Amtszeit galt seine besondere Sorge der Einbindung der jungen Generation, die sich auf Drängen ihrer Eltern mehr und mehr von der Mundart entfernte. Als Ehrenmitglied des Vereins verfolgt Buchholz das weitere Geschehen, indem er kaum eine Vereinsveranstaltung versäumt und Anregungen zu Vereinsaktivitäten gibt.
Seine umfassende Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit wurde 2019 durch die Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz gewürdigt.
