140 Jahre Männergesangverein Altendorf-Ersdorf
Jubiläumskonzert vor vollem Haus
Altendorf. Über ein volles Haus anlässlich seines 140-jährigen Bestehens konnte sich der Männergesangverein „Eintracht“ Altendorf-Ersdorf 1878 e.V. am vergangenen Samstag freuen. Zum Festakt hatte man sich die Freunde der Fidelia Wormersdorf eingeladen, welche mit sinfonischen Klängen zum einen den Chor unterstützten, aber auch Werbung in eigener Sache machten.
Ein Programm aus vier Jahrhunderten
In seiner Begrüßung ging der Vorsitzende Dieter Brinkhaus auf die Geschichte des Chores ein und erzählte wie er vor 20 Jahre eingefangen wurde und aus einer einmaligen Chorprobe eine Karriere im Chor wurde. Denn zu einer Chorprobe gehört auch die Zeit nach der Probe, und die kann durchaus recht fröhlich werden. So hat man die Hoffnung, dass durchaus der eine oder andere noch den Weg in den Chor findet, denn dem Männergesangverein Altendorf-Ersdorf geht es wie derzeit vielen Chören, es fehlt an allen Ecken und Enden der Nachwuchs. Wobei man dies nicht als Grund zur Resignation ansieht, vielmehr will man mit guter Laune weitermachen. Und so hatten die 25 Sänger unter der Leitung von Annette Frankenberg ein Programm aus vier Jahrhunderten auf die Beine gestellt.
Zuvor hatte aber noch Bürgermeister Bert Spilles die Chance auf ein Grußwort und dieser erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Chores. „Chorprobe ist Sauna für die Seele“, so das Zitat eines unbekannten Professors, und der Stadtchef hatte die Lacher in der Halle auf seiner Seite als er bekannte, dass er ohne Weiteres gar dreistimmig singen könne, als da wären laut, falsch und mit Begeisterung. Seiner Meinung nach wäre der Saal dann leer und so empfahl er lieber ein Zitat von Bernd Stelter aus dessen aktuellem Programm, wo dieser empfiehlt: „wer singt, braucht keinen Therapeuten“. Wohl aber Geld und Zuwendungen und der Stadtchef übergab dem Chor einen Umschlag. Den hatten auch die beiden Ortsvorsteher Ferdi Koll und Ralf Decker dabei und in der Pause hatten die zahlreichen Ortsvereine die Möglichkeit zur Gratulation.
Chorproben können recht vergnüglich sein
„Wohlauf Ihr Gäste…“, so begann das erste Lied, welches bereits mehr als vier Jahrhunderte alt ist und vom kühlen und guten Wein erzählt. Irgendwie hatte Bert Spilles ja mit seiner Verweisung auf Bernd Stelter ziemlich richtig gelegen, dieser ist ja bekanntlich ein großer Weinkenner. In dem Lied „Aus der Traube in die Tonne wird der Weg des Weines dann weiter beschrieben als da wären das Fass, die Flasche, das Glas, die Kehle, der Magen, der Schlund, das Blut und zum Schluss die Seele. Da mag dem einen oder anderen gedämmert haben, dass Chorproben doch recht vergnüglich sein können.
Von den Comedian Harmonists stammt das Lied „Das ist die Liebe der Matrosen“ und so ging es in Altendorf auf die hohe See. Weg von der christlichen Seefahrt hin zu Marschmusik und Musical ging es dann vor der Pause noch mit dem Fidelia Wormersdorf, welche ihren Vortrag mit dem Song „What a feeling“ aus Flashdance abrundeten und der Name des Songs gab auch das Gefühl der Besucher wieder, welche sich angenehm und heiter unterhalten fühlten.
Nach der Pause waren die Sänger dran und zeigten, dass Chorgesang sehr bunt sein kann. Bei „La Montanara“ sehr klassisch und volkstümlich, bei „Über sieben Brücken“ in der ehemaligen DDR und der heimlichen Hymne der Dentisten ging es in „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander. Gemeinsam mit dem Orchester hieß es dann „An Tagen wie diesen“ und als Zugabe spielte man „Ich war noch niemals in New York“. Da wollte an diesem Abend auch niemand hin, denn für die Darbietungen gab es vom Publikum reichlich Applaus und den Ruf nach Zugaben. Die gab es natürlich auch und es wurde klar, dass der MGV „Eintracht“ Altendorf-Ersdorf von 1878 aus dem kulturellen Leben des Ortes nicht wegzudenken ist.
Neue Sänger gesucht
Freilich wird das nur so bleiben können, wenn sich der eine oder andere männliche Konzertbesucher auch verpflichten lässt, die eine oder andere Chorprobe zu besuchen und auf Dauer mitzusingen. STF
Mit einem Scheck gratulierte Bürgermeister Bert Spilles dem Vorsitzenden Dieter Brinkhaus zum Jubiläum. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
