Freiwilligenzentrum OASE hatte zum Jahresempfang eingeladen
Jürgen Haushalter ist der diesjährige Preisträger der OASE-Palme
Kritik an der Beendigung der Lernförderung mit dem Ende des vergangenen Schuljahres wurde geäußert – Hoffnung auf Unterstützung seitens der Stadt
Meckenheim. Bei seinem Jahresempfang verlieh das Freiwilligenzentrum OASE in Meckenheim auch in diesem Jahr wieder die „OASE-Palme“ für besondere Leistungen im Ehrenamt. Preisträger war dieses Mal Jürgen Haushalter, der sich durch herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet habe, so der Oase-Vorsitzende Joachim Szech in seiner Laudatio.
Haushalter sei von 2003 bis 2016, also von Anfang bis zum Ende, bei der Lernförderung von Grundschulkindern im Projekt „Ruhrfeld City“ engagiert gewesen. Außerdem sei er von 2006 bis 2009 Ausbildungspate an der Geschwister-Scholl-Hauptschule gewesen und habe von 2016 bis 2018 an der Lernförderung für Kinder der Katholischen Grundschule mitgewirkt. Nach wie vor sei er beteiligt am sehr erfolgreichen MEGA-Projekt an der Geschwister-Scholl-Hauptschule und dort auch tätig in der internationalen Vorbereitungsklasse. Von 2005 bis 2011 sei er darüber hinaus bei der Rheinbach-Meckenheimer Tafel aktiv gewesen und betreue seit 2015 eine vierköpfige afghanische Flüchtlingsfamilie mit einem behinderten Kind. „Das ist eine wahrhaft äußerst beeindruckende Auflistung von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Jürgen Haushalter in den vergangenen 15 Jahren geleistet hat“, so Szech. Damit habe er sich die OASE-Palme redlich verdient.
Nicht angenehm, so etwas zu erleben
In seiner Dankesrede machte Preisträger Jürgen Haushalter allerdings darauf aufmerksam, dass nicht alles Gold sei, was glänzt. Die Lernförderung sei nämlich mit dem Ende des vergangenen Schuljahres beendet worden, weil es seitens der Schulen keinerlei Unterstützung mehr gegeben habe. „Das ist nicht so angenehm, so etwas zu erleben“, bedauerte er und fand, diese Entwicklung sei kein Ruhmesblatt für die Stadt Meckenheim, „das bringt mich sozusagen auf die Palme.“ Mit Blick auf den Ersten Beigeordneten Holger Jung, der beim Jahresempfang die Stadtverwaltung vertrat, wünschte er sich: „Von Seiten der Stadt muss mehr geschehen“, diese wichtige Sache könne man nicht einfach so einschlafen lassen.
Zuvor hatte der OASE-Vorsitzende Szech in seinem Jahresrückblick vor allem den Sponsoren gedankt, der nur mit ihnen könne das OASE-Team seine Arbeit leisten. So habe man auch vergangen Jahr wieder 8 bis 10 Personen für ehrenamtliche Tätigkeiten vermitteln können. Das Freiwilligenzentrum betreue damit derzeit 88 Ehrenamtler in 24 Institutionen, die in den vergangenen zwei Jahren stolze 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen geleistet hätten.
Angelegenheit darf nicht im Sande verlaufen
Doch die Bemühungen führten nicht immer zum beabsichtigten Erfolg, bedauerte auch er den Umstand, dass die Lernfördergruppen der dritten und vierten Klassen nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien. Die Schule sei nämlich nicht in der Lage gewesen, die notwendigen organisatorischen Unterstützungsleistungen zu erbringen. „Ich hoffe, dass die Angelegenheit nicht endgültig im Sande verläuft“, so Szech. Er wies darauf hin, dass die Gesellschaft ohne ehrenamtliche Arbeit nicht funktionieren würde, „werben Sie dafür in ihrem Bekanntenkreis.“
Der Erste Beigeordnete Holger Jung bemerkte in seinem Grußwort, in der Vergangenheit sei es manchmal auch ein bisschen viel gewesen, was das Freiwilligenzentrum OASE geleistet hätte, deshalb sei es nun angebracht, in Ruhe wieder Kraft zu sammeln. Er sagte voraus, dass die Flüchtlingszahlen wieder anziehen werden, auch die Stadt Meckenheim habe wieder deutlich mehr Zuweisungen in den vergangenen Wochen erhalten. Die Wirkung des OASE-Teams liege aber ohnehin im Kleinen und sei überall im Stadtgebiet spürbar, lobte er die Aktivitäten. JOST
