Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz engagierte sich wieder im Ahrtal
Jugend rettet Denkmale
Ahrtal. Vom 8. bis 23. Juni arbeitete die Jugendbauhütte nach 2023 auch in diesem Jahr wieder mit über 300 jungen Frauen und Männern am Erhalt von Denkmalen im Ahrtal. Die Idee zur Jugendbauhütte hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD ). Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege engagieren sich aktive und ehemalige Teilnehmer aus ganz Deutschland, natürlich unter fachkundiger Anleitung. Das Ziel: Denkmale in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Ansprechpartner der Jugendbauhütte hier im Ahrtal sind der Architekt Fritz Vennemann und der Zimmermeister Manfred Koch, beide im Ahrtal ansässig. Sie haben beste Verbindungen zur Jugendbauhütte und setzen sich fachkundig, engagiert und nachhaltig für den Erhalt und die Restaurierung alter Kulturgüter im Ahrtal ein. Bedingt durch die Flut 2021 ist der Bedarf an solchen Maßnahmen verständlicherweise hoch und nicht alle Besitzer von Denkmalen können die notwendigen Maßnahmen aus eigener Kraft stemmen.
Hier setzt die Arbeit der Jugendbauhütte an. Alle jungen Damen und Herren, die aus ganz Deutschland kommen, arbeiten freiwillig und kostenlos. Unter der Anleitung gelernter Fachkräfte sind die jungen Leute mit Lust und Liebe am Werk, die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Neben anderen hatte auch die Besitzerin des Deutschen Hofs in Ahrweiler in diesem Jahr das Glück, zu den Auserwählten zu gehören. Die Jugendbauhütte nahm sich dabei der Fachwerkwand an der Hofseite des Deutschen Hofs an. Da es sich hierbei um die Wetterseite handelt und die Flut zu weiteren Feuchtigkeitsschäden beigetragen hatte, war die Sanierung der Wand überfällig.
Aber die zwei Wochen vom 11. bis zum 23. Juni sind nur die Kernarbeitszeit der Jugendbauhütte. Für Vorarbeiten und Nacharbeiten über diesen Zeitraum hinaus gibt es mobile Einsatztrupps. So wurde schon in der Woche vor dem 8. Juni ein Gerüst gestellt, ein Container aufgestellt und das nötige Material an Holz, Lehmmörtel und Lehmbausteinen geliefert. Außerdem baute eine Truppe der Jugendbauhütte eine Staubschutzwand, die erfolgreich verhinderte, dass der Raum hinter der Fachwerkwand in Staub erstickte. Damit waren die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, das anspruchsvolle Projekt anzugehen.
Am Montag, 11. Juni, begann dann der Abriss der Wand. Dank des engagierten Einsatzes der jungen Leute waren alle Gefache nach eine Woche entfernt, parallel dazu liefen die notwendigen Ausbesserungsarbeiten an den Balken. Zur allgemeinen Freude war der Schaden bei Letzteren weit weniger groß als erwartetet. Nachdem diese diffizile Arbeit mit viel Fingerspitzengefühl unter fachkundiger Arbeitsanleitung erledigt war, konnte man damit beginnen, die Gefache neu auszumauern. Hier waren an zwei Tagen auch jeweils zwei Mitarbeiter der DSD beteiligt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Sehr angetan von der Arbeit und dem Ergebnis war auch die Besitzerin des Deutschen Hofs, Hedwig Gräfin Schweinitz. „Ich bin wirklich beeindruckt vom Einsatz der jungen Damen und Herren sowie von der Effizienz Ihrer Arbeit. Besser hätte das auch eine professionelle Firma nicht machen können und schneller auch nicht. Außerdem wurde die Baustelle jeden Abend in einem mustergültigen Zustand verlassen. Ich bin wirklich begeistert.“ Als kleines Dankeschön für den Einsatz und die geleistete Arbeit gab es gemeinsames Essen, natürlich begleitet von gutem Ahrwein. Das hatte sich die Truppe mehr als verdient, wie die Gräfin meinte. Da die Arbeiten in zwei Wochen nicht abgeschlossen werden konnten, kamen in der dritten und vierten Woche Teams zur „Nachbearbeitung“. Noch nicht neu ausgemauerte Gefache und übrig gebliebenen Arbeitsgänge an den Balken wurden fertig gestellt. „Natürlich stehen nach dem Einsatz der Jugendbauhütte noch Restarbeiten an, das war auch nicht anders zu erwarten. Aber der Deutsche Hof ist durch diesen Einsatz der Jugendbauhütte bei der Beseitigung der erheblichen Flutschäden einen großen Schritt weiter. Dafür an die Jugendbauhütte, die DSD, Fritz Vennemann und Manfred Koch ein großes, fettes, dickes Danke,“ so das Fazit von Gräfin Schweinitz. Und das Beste zum Schluss: Sie kommen nächstes Jahr wieder.
