Sternsinger aus Unkel bekamen im Pfarrheim Spaghetti Bolognese zu essen
Jugendliche aus Afghanistan als Köche
Unkel. „Heute haben vier Männer für euch gekocht.“ Das erfuhren die Sternsingerinnen und Sternsinger in Unkel am Freitag vor dem Mittagessen - und dafür gab es erst einmal Applaus. Elyas, Jasin und Chams sind aus ihrer Heimat geflohen und wohnen seit gut einem Jahr in Unkel. Am Dreikönigstag kamen sie schon früh ins Pfarrheim der Katholischen Gemeinde, um Spaghetti Bolognese für die Unkeler Sternsinger zu kochen. Die Idee dazu hatte Detlev Cosler, Ehrenamtsbegleiter in der Arbeit mit Geflüchteten des Kirchengemeindeverbands im Ortsausschuss. In den vergangenen Jahren sind die Sternsinger an zwei Tagen durch Unkel, Heister und Scheuren gezogen, in diesem Jahr sollten es sogar drei Tage sein. Da sich die Heiligen Drei Könige und ihre Begleiter mittags immer im Pfarrheim aufwärmen und von Ehrenamtlichen aus der Gemeinde bekocht werden, wurden noch „Köche“ für den dritten Tag gesucht. „Wenn die Heiligen Drei Könige für Waisenkinder in Haiti sammeln, also für Kinder in Not, und damit letztlich auch Fluchtursachen bekämpfen, was liegt da näher, als mit hierher Geflüchteten die Sternsinger zu bekochen?“ So wurde die Idee wenig später in die Tat umgesetzt. Als die drei jungen Männer gefragt wurden, zögerten sie nicht lange. Es schien für sie als Jugendliche muslimischen Glaubens kein Problem zu sein, für die christlichen Sternsinger zu kochen: „Die vielen Kinder sammeln Geld für eine gute Sache - warum sollten wir da nicht gern helfen?“
Und warum gab es ausgerechnet Spaghetti? „Weil es neben Pizza eines der Lieblingsgerichte der Sternsinger ist - aber vielleicht kochen wir nächstes Jahr zusätzlich auch ein persisches Gericht, dann können die Heiligen Drei Könige etwas aus der Heimat der Geflüchteten probieren.“
Die Jugendlichen bereiteten Spaghetti Bolognese vor.Fotos: privat
