Stimmungsvolle Proklamation in der neuen Jungholzhalle in Meckenheim
Juppi I. und Regina I. regieren die Narren
Meckenheim. Der Schultheiß oder auch Kommandant der Meckenheimer Stadtsoldaten, Peter Klee, strahlte am vergangenen Samstag über das gesamte Gesicht. Grund war die Premiere für die Prinzenproklamation in der neuen Jungholzhalle, aber auch der Auftakt für die nun mehr als ein Jahr dauernden Festlichkeiten aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Meckenheimer Stadtsoldaten. Die erste und wichtigste Aufgabe bestand jedoch in der Verabschiedung des scheidenden Prinzenpaars Michael I. (Holzhäuser) und seiner Prinzessin Heike I. (Holzhäuser-Schramm).
Die Insignien gingen an Bürgermeister Bert Spilles. Der nutzte die Gelegenheit, die Besucher in der fast voll besetzten Halle im neuen Meckenheimer Gürzenich zu begrüßen. Er freue sich, so Spilles, dass man nun in einer Halle feiern könne, wo es den Jecken nicht immer in den Kragen regnen würde. Damit spielte er auf die zahlreichen Lecks und undichten in der alten Halle an. Er betonte, dass die Bühne für bis zu 7,5 Tonnen Gewicht zugelassen sei und befand sich mit vielen Musikern und den Vertretern der Corps auf der Bühne. Der Dank galt dem scheidenden Prinzenpaar, das eine sehr kurze Session hatte, aber dafür dann zwei Jahre im Amt war. Auch der Hofstaat bedankte sich nochmals bei den beiden und hatte eine Serie von Fotos vorbereitet - unter anderem vom Treffen mit dem Bonner Prinzenpaar. Genauso prominent aber auch beim Bützen mit dem Wehrführer Günter Wiegershaus, es musste sich wohl um ein ganz spezielles Ereignis gehandelt haben. Die Stadtgarde Meckenheim entführte anschließend mit ihrem Showtanz in die Zeit des Wilden Westens. Danach hieß es Aufstehen für den Einzug aller uniformierten Kräfte der Apfelstadt, um das neue Prinzenpaar willkommen zu heißen. Juppi I. (Schoenenberg) und Prinzessin Regina I. (Gutzeit) führen in die neue närrische Session. Doch der Einzug war majestätisch lang. Auf der Bühne spielten die Musikcorps von Stadtsoldaten und Prinzengarde abwechselnd das Prinzenlied. Man hatte fast den Eindruck, das neue Prinzenpaar wollte jeden Besucher einzeln mit Blumen und Grafschafter Goldsaft begrüßen. Nachdem man es auf die Bühne geschafft hatte, fand Bürgermeister Bert Spilles viele schöne und natürlich auch launige Worte. So stellte er fest, dass der neue Prinz schon immer eine Affinität zu Uniformen hatte, womit dessen berufliche Herkunft bei der Bundeswehr gemeint war. Auch strebte er wohl immer zu Vorstandspositionen, in diesem Fall direkt zum Chef der Altendorf-Ersdorfer Fußballer. Dem steht die Prinzessin in nichts nach, ist sie doch im Vorstand der Stadtsoldaten und dort auch für die Uniformen verantwortlich. Geradezu poetisch wurde Bert Spilles, als er zu dichten begann: „Meckenheim ist eine tolle Stadt, weil sie Tollitäten hat.“ In den vielen Vorgesprächen habe er, so Bert Spilles, festgestellt, dass die Prinzessin ja in dem Duo die Hosen anhabe. Wenn man sich nicht einig sei, so sei das ja beim Rathaussturm für ihn eine gute Sache. Er bat aber direkt darum, sich dort Gedanken zu machen, damit danach die Fassade nicht zum dritten Mal saniert werden müsse. Nach der Übergabe der Insignien und dem ersten Alaaf sowie der Ordensverteilung hatte das neue Prinzenpaar das Wort. Wobei es sich hierbei nicht um ein Ehepaar, sondern um Geschwister handelt. Das wurde auch direkt deutlich, als beide aus der Kindheit erzählten. So beklagte sich die Prinzessin darüber, dass ihr Bruder sie damals einfach an einen Baum angebunden und allein gelassen habe. Klarer Einwurf des Prinzen: „Das war kein Baum, das war ein Marterpfahl.“ Später wurde das Verhältnis besser, denn größere Brüder können ja in der Disco ein Auge auf die kleine Schwester werfen. Bereits tief ins Herz eingeschlossen hat man Kinderprinzessin Katharina III., als besonderes Geschenk darf sie am Rosenmontag auf dem großen Prinzenwagen mitfahren. Wobei das Prinzenpaar in dieser Session eh zweimal am Zug teilnimmt, in Meckenheim und natürlich auch in Altendorf-Ersdorf. Es wurde im Anschluss viel getanzt, Orden wurden verliehen - und das alles zu volkstümlichen und zivilen Preisen. Die Halle bestand ihre Bewährungsprobe, auch weil die Stadtsoldaten vieles an Zubehör wie eine Bühnentreppe gerettet und mitgebracht hatten. Woran aber gearbeitet werden muss, ist die Akkustik. Vor der Bühne ist es ordentlich laut, im hinteren Teil der Halle wird es nicht nur leise, sondern auch leicht verzerrt, was aber typische Kinderkrankheiten einer neuen Halle sind. STF
Michael I. und Heike I. sagten zum Abschied Servus.
Mit viel Musik spielte sich die Prinzengarde Meckenheim auf die Bühne.
Schultheiß Peter Klee führte souverän durch die Sitzung.
