Auftakt zum Jahresprogramm der Kaiser Ruprecht Bruderschaft Rhens
Kaiser Heinrich VI. legte Richard Löwenherz in Ketten
Rhens. Auch im Jahr 2018 bietet die Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit wieder ein sehr abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Bruderschaftskanzler Alexander Thon: „Ich freue mich, dass es in bewährt guter Zusammenarbeit mit unserem Schreiber Roland Kraußer und dem Säckelmeister Dieter Müller gelungen ist, eine ganze Reihe qualitätvoller Vorträge und weiterer Veranstaltungen zu organisieren. In einem breiten Spektrum werden wir in diesem Jahr zahlreiche interessante Themen der deutschen Geschichte beleuchten.“
Vom Mittelalter über Luther zum Ersten Weltkrieg
An sechs Vortragsabenden („Dämmerschoppen“) referieren hochkarätige Redner. So spricht Dr. Carolin Wirtz (Bonn) im März über „Schwarzbauten am Kölner Dom“. Mit ihren Ergebnissen zu diesem Thema wurde sie überregional bekannt, da sie nachweisen konnte, dass das Römisch-Germanische Museum nahe dem Dom gemäß alten, noch gültigen Verträgen nicht am jetzigen Platz hätte gebaut werden dürfen. Im April rezipiert und setzt Maggy Ziegler (Bad Hönningen) in ihrer Paraderolle als Griseldis den römisch-deutschen König Ruprecht (1400-1410) und den bayerischen König Ludwig II. (1864-1886) in Beziehung.
Der großartigen Bilderchronik „Kaiser Heinrichs Romfahrt“, einer der wichtigsten Bildquellen des Spätmittelalters, aus den 1340er-Jahren widmet sich im Mai Prof. Dr. Wolfgang Schmid (Universität Trier) und arbeitet deren hohe Bedeutung für die deutsche Verfassungsgeschichte heraus. Nach der Sommerpause beleuchtet Dr. Achim Kloppert (Dinslaken) im September aus gegebenem Anlass das Thema „Der Erste Weltkrieg – Geburtsstunde des modernen Konflikts?“, bevor Adolf Hornberger (Koblenz) im Dezember mit „1525: Müntzer versus Luther“ die Abgründe des Reformators hervorhebt und damit die Vortragsreihe 2018 beendet. Hinzu kommen im August eine mehrtägige Bildungsreise ins Münsterland sowie zwei Tagesexkursionen im März nach Worms und Speyer und im Oktober nach Frankfurt am Main.
Am 3. Oktober findet wie alljährlich ein Festakt zum Jubiläum der deutschen Vereinigung am Königsstuhl über Rhens statt.
Neue Erkenntnisse zu Richard Löwenherz
Die Veranstaltungsreihe eröffnet am 21. März der Kanzler der Bruderschaft, der Lahnsteiner Historiker Alexander Thon, mit einem Vortrag im Waldhotel König von Rom in Waldesch um 18 Uhr. Der Referent behandelt die spektakuläre Gefangenschaft des englischen Königs Richard I., genannt „Löwenherz“, der von 1192 bis 1194 in Österreich und Deutschland mehr als ein Jahr lang gefangengehalten worden war. Richard war, obwohl als Rückkehrer vom Kreuzzug eigentlich unter dem Schutz der Kirche stehend, Ende des Jahres 1192 nach einer Irrfahrt bei Wien gefangen genommen und im Frühjahr 1193 an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert worden. Erst nach langwierigen Verhandlungen an mehreren Orten erfolgte im Februar 1194 seine Freilassung. Der multimediale Vortrag beleuchtet den chronologischen Ablauf und zeichnet zudem ein prägnantes Bild der tatsächlich keineswegs so großartigen Persönlichkeit des englischen Herrschers.
In Zusammenhang mit diesem Vortrag steht die erste Tagesexkursion des Jahres 2018, die auf den Spuren des englischen Herrschers am 10. März nach Worms und Speyer führt. Mittels einer speziellen Führung „Gefangener und kluger Diplomat – Richard Löwenherz in Worms“, die nur 2017/18 angeboten wird, und der Besichtigung der Landesausstellung „Richard Löwenherz: König – Ritter – Gefangener“ wird veranschaulicht, wie viel und welche Quellen zu Geschichte und Person tatsächlich noch erhalten sind.
Alle Veranstaltungen sind öffentlich, Gäste herzlich willkommen. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Bruderschaft (www.kaiser-ruprecht-bruderschaft.de) oder sind beim Kanzler der Bruderschaft. Tel. (0 26 21) 6 96 86 95, E-Mail: ALThon@web.de zu erhalten.
