Karla for President!
Yes, ich kann! Und manchmal muss man einfach Opfer bringen. Deswegen habe ich mir überlegt, dem Fackelzug um die Wahl unseres nächsten Bundespräsidenten ein Ende zu bereiten – ich werde einfach selber kandidieren!
Nicht dass Ihr mich falsch versteht! Ich finde des Steinmeier einen tollen Typen. Und eben drum muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass er unserem Bundes-Gauck nachfolgt. Damit wäre doch nur ein Loch mit dem nächsten gestopft?! Denn wer, bitteschön, soll denn dann das Amt von Frank-Walter übernehmen? Wer soll uns so toll, souverän und attraktiv in der Welt vertreten wie unser derzeitiger Außenminister das kann? Seht Ihr, Ihr seht nichts! Und deswegen muss der Steinmeier bleiben, wo er ist, im Außenministerium, und ich werde neue Bundespräsidentin.
Und dafür spricht wirklich einiges! Da et Hillary es nun nicht ins Weiße Haus geschafft hat, muss eben bei uns eine Frau auf den höchsten Stuhl im Land. Ich. Außerdem wollte ich immer schon gerne mal nach Berlin. Das Schloss Bellevue ist mir zwar eigentlich ne Nummer zu groß, aber ich werde mich ja nicht alleine um die Hütte mit all ihren Fenstern und dem riesigen Garten kümmern müssen?! Also so rein putz-technisch, meine ich.
Ganz abgesehen davon qualifiziert mich noch einiges mehr für das Amt – vereine ich doch wie kaum jemand sonst die Qualitäten der Vorgänger. Wie Johannes Rau bin ich ein Mädchen aus dem Volk. Gut, er war ein Junge, aber Ihr versteht, was ich meine?! Singen kann ich auch ganz wunderbar, auch wenn ich anders als Walter Scheel ein eher regional verwurzeltes Lied singen würde, „Wenn et Trömmelche jeht“, zum Beispiel. Dann wandere ich mindestens genauso gerne wie Karl Carstens, am liebsten mit meiner Gisela zum Cappu-Trinken oder vom Sofa zum Kühlschrank und wieder zurück. Anders als Christian Wulff brauche ich weder ein eigenes Haus, noch mag ich das Münchner Oktoberfest. Ich philosophiere ähnlich leidenschaftlich, viel und gut wie Richard von Weizsäcker, also quasi die ganze Session über in der Bütt. Und den legendären Roland-Herzog-Ruck kenne ich auch nur zu gut! Jeden Morgen im Bett durchfährt er mich, der Ruck, und sagt mir:
Komm Karla, raus aus den
Federn, nutzt ja alles nix!“
Und das Beste an allem: Ich stehe schon jetzt für eine zweite Amtsperiode zur Verfügung! Damit wäre dann die nächsten zehn Jahre mal Ruhe im Karton. Yeah! Deswegen will ich, was ich kann!
Karla for President!
Hab es gut,
Eure Bundespräsideun
...äh Karla
