Allgemeine Berichte | 14.02.2024

Karnevalsausklang mit altem Brauch

Der Zug mit dem Strohbären durch den Ort symbolisiert den Auszug des Winters.  Foto: Werner Dreschers

Pomster. Am Veilchendienstag wurde am Nachmittag der Strohbär durch den Ort Pomster geführt. Der Brauch wird seit Jahrzehnten gepflegt, gilt immer als eine besondere Attraktion im dortigen Karneval. In dieser Form besteht der Brauch nur noch an wenigen Orten in der Region. Es heißt, dass er möglicherweise eher aus der schwäbisch-alemannischen Fasnacht stammt, er hat aber vereinzelt Einzug im rheinischen Raum gefunden. Rund ein Dutzend Männer begleiteten den „Strohbären“. Man zieht mit ihm von Haus zu Haus, wird bereits erwartet, und gegen einen kleinen Umtrunk ist die Gruppe auch nicht abgeneigt. Für den Strohbären ist der Umzug durchaus recht strapaziös, nicht nur etliche Kilo Stroh sind eine Last, auch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit fordert ihren Tribut.

Nur Männer betreiben den Brauch: Man argumentiert, dass die Frauen sich ja schon an Weiberdonnerstag gut amüsieren durften. Die zum Strohbären ausgewählte Person wird ganz in langfaseriges Stroh eingebunden, nur der Kopf schaut hervor. in Einzelfällen gibt es andernorts Ähnliches als „Reisigbären“ oder „Erbsbären“, hier werden dann Birkenreiser oder das Stroh der Futtererbse zum Einkleiden des Strohbären verwendet. Vorwiegend in landwirtschaftlich geprägtem Umfeld ist der Brauch zu finden. Der Name des jeweiligen Strohbären wird übrigens grundsätzlich nicht genannt. In manchen Orten wird nicht nur ein Strohbär, sondern eine kleine Gruppe von ihnen durch die so genannten Bärenführer begleitet. Der Zug mit dem Strohbären durch den Ort symbolisiert den Auszug des Winters und soll eine Begrüßung des nahenden Frühjahrs darstellen, so eine mögliche Erklärung, die allerdings nicht unumstritten ist. Mit dem Umzug ist seit dem Mittelalter jeweils auch eine Heische („Kötten“) verbunden, man sammelt Lebensmittel, die man am Abend gemeinsam verzehrt. Gelegentlich heißt es, dass der Brauch mit dem so genannten „Wilden Mann“ des Mittelalters zu tun hat, der das Unheil und Unglück verkörperte, das jetzt gebannt werden soll. Der Wilde Mann wurde meist als wild behaarter Waldmensch dargestellt, hier spielt auch der Aberglaube mit. Eine weitere Deutung führt das Umherführen des Strohbären auf die früher durch Spielleute über die Orte geführten Tanzbären zurück.

„Wir pflegen den Brauch auch weiterhin, er gehört einfach zum Ort“, so die Männer beim Zug durch Pomster. Im Ort wird seit jeher auch der Weiberdonnerstag gut gefeiert, die Möhnen ziehen dann mit einem Handwagen durch den Ort, haben Gebäck und „flüssige Muntermacher“ an Bord des geschmückten Wägelchens und machen Einkehr, wo sie willkommen sind.WD

Der Zug mit dem Strohbären durch den Ort symbolisiert den Auszug des Winters. Foto: Werner Dreschers Foto: Werner Dreschers Tannenweg 6 535

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Carmen Busch: Das Foto wurde am Linzer Fähranleger aufgenommen. Die Fähre liegt gerade in Kripp
  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Holz Loth-Entsorgung
Anzeige "Rund ums Haus"
Berufskraftfahrer gesucht
Aktionstage 5.-7. Mai
Azubispots Bad Neuenahr 2026
First Friday Anzeige Mai
Gebrauchtwagenanzeige
Empfohlene Artikel
Der Baum der Adenbachhut mit der St. Laurentius Kirche im Hintergrund. Fotos: DU
17

Ahrweiler/Kreis Ahrweiler. Wenn sich der April seinem Ende zuneigt und der Mai in den Startlöchern steht, wird in zahlreichen Orten des Kreises Ahrweiler das althergebrachte Mai-Brauchtum zelebriert. Fester Bestandteil dieser Traditionen ist das Aufstellen eines bunt geschmückten Maibaums, der hoch über dem jeweiligen Ort thront. So etwas wie die „Maibaum-Hauptstadt“ ist zweifellos Ahrweiler, wo gleich vier Exemplare der vier Huten Ahrhut, Niederhut, Adenbachhut und Oberhut die Stadt verzieren.

Weiterlesen

8

Andernach. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Andernach feiert wie in jedem Jahr am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, um 11 Uhr einen gemeinsamen Gottesdienst in der Christuskirche. „Fremd sein, Freund sein, einig sein“ ist das Thema. Wie werden sich die Beziehungen unter den Kirchen verändern, wenn sie anerkennen, dass die Verschiedenheit der Gaben nicht ein Grund der Gegensätze und...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Eine Offroad-Nutzung ist nur auf ausgewiesenen Flächen oder mit Genehmigung erlaubt.
16

Tipps vom ADAC Verkehrsexperten Christian Schmidt zum sicheren Umgang mit Quads

ADAC Tipp: Sicher unterwegs mit dem Quad

Quads erfreuen sich gerade im Sommer großer Beliebtheit, sowohl im Freizeitbereich als auch im Straßenverkehr. Gleichzeitig bergen sie erhebliche Risiken: Insbesondere bei Fahrfehlern oder mangelnder Erfahrung kommt es immer wieder zu schweren Unfällen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Industriemechaniker
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Media-Auftrag 2026/27
AZ_Gelenk 2026
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Image
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Nachruf Karl-Heinz Knops
Imageanzeige Löhr Meckenheim