Auch nach 40 Jahren sind die Bubbelsbröder immer noch auf dem richtigen Weg
Karnevalsgesellschaft Ollemer Bubbelsbröder feierte Jubiläum
Im Partykeller von Wilfried Hein schlug die Geburtsstunde der Karnevalsgesellschaft - in Ollheim wurde schon seit 1925 der Veilchendienstagszug gefeiert
Leimersdorf. Der Karneval wurde in Ollheim schon seit 1925 gefeiert, wenn auch zunächst in denkbar kleinem Rahmen. Eine Handvoll Karnevalsverrückten zogen am Veilchendienstag mit einem Handwagen durch das Dorf, und wer Lust hatte, schloss sich in bunter Bekleidung und Maskierung an. Das macht vor allem die Schulkinder mit Begeisterung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine kleine Durststrecke, doch 1955 wurde die Tradition der Karnevalszüge wieder aufleben gelassen, woran vor allem die Kinder und Lehrer der Grundschule ihren Anteil hatten. Die Organisation war jedoch alles andere als zuverlässig, und mitunter wusste man am Freitag noch nicht, ob am Dienstag der Zug geht. Doch das sollte sich von Grund auf ändern, als vor 40 Jahren die Karnevalsgesellschaft „Ollemer Bubbelsbröder“ gegründet wurde. Nach dem Karnevalszug 1980 trafen sich nämlich mehrere „Jecken“ aus dem kleinen Dorf bei „Springers Lina“ zu eingelegten Heringen und „Quallmänn“. Bei bester Stimmung wurde die Idee geboren, eine eigene Karnevalsgesellschaft in Ollheim zu gründen. Wilfried Hein stellte sich voller Begeisterung auf eine Bierkiste und rief: „So, die Idee ist geboren und wird nun wahr gemacht.“ Doch so recht daran glauben wollte niemand.
Acht Karnevalisten trafen sich im Partykeller
Hein hingegen wollte die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen und lud ein paar Tage später in seinen Partykeller ein, wo sich tatsächlich acht Karnevalisten einfanden und die Karnevalsgesellschaft gründeten. Das waren Peter Kastenholz, Wilfried Hein, Alois Hostnik, Wolfgang Bison, Konrad Schmitz, Karl Bruns, Alexander Schulte und Jürgen Herz. Kastenholz, der damals in Bonn ein „Narrengeschäft“ betrieb, wurde zum ersten Präsidenten und Hostnik zu seinem Stellvertreter gewählt. „Es war ein absoluter Glücksfall, dass Kastenholz damals nach Ollheim zog, ohne ihn gäbe es die Bubbelsbröder nicht“, ist Hein überzeugt. Zumal der mit seinen guten Kontakten in die Bonner Karnevalsgesellschaften dafür sorgte, dass „halb Bonn“ bei den Ollheimer Karnevalszügen mit von der Partie war. Unvergessen sind etwa die Auftritte von Haribo-Patriarch Hans Riegel auf seinen gigantischen Prunkwagen, und Hein erinnert sich: „Bis nach Meumerzheim waren die Wiesen mit Haribo-Kamellen regelrecht gepflastert.“
Erste Veranstaltung war ein Bombenerfolg
Drei Monate nach der Gründung gab es die erste offizielle Vereinsversammlung, und schon im Juni des gleichen Jahres wurde das erste Fest der Bubbelsbröder gefeiert. „Jeder, der das Fest persönlich erlebt hat, wird bestätigen: die Veranstaltung war ein Bombenerfolg“, erinnert sich Hein, der mittlerweile als Präsident den Verein repräsentiert. „Die Bubbelsbröder waren auf dem richtigen Weg.“ Gleich wurden eine Kindertanzgruppe und ein Fanfarenzug ins Leben gerufen, und zur Eröffnung der neuen Session am 11.11.1980 stellte sich die KG im neu erbauten Dorfsaal zum ersten Mal offiziell vor. Vor ausverkauftem Haus mit 600 Gästen wurde am 15. Januar 1981 die erste große Sitzung mit Kinderprinzenproklamation abgehalten – in der kommenden Session ist wird übrigens das 66. Kinderprinzenpaar in Folge proklamiert. Noch im selben Jahr sagten sich die Dorffrauen: „Da machen wir mit!“ und gründeten die „Bubbelsschwestern“. Gemeinsam setzte man sich zum Ziel, die Tradition des Rheinischen Karneval zu pflegen und die Jugend in und um Ollheim zu fördern. So wurden gleich mehrere Tanzgruppen für Jugendliche gegründet und auch eine Musikgruppe, die allerdings mittlerweile eingeschlafen ist. In späteren Jahren folgten die „Wiess Fräck“ und der Senat als wichtige Förderer des Vereins. Am 40. Jahrestag der Vereinsgründung fanden sich noch einmal zahlreiche Mitglieder der Bubbelsbröder im Partykeller von Wilfried Hein ein, um in Erinnerungen zu schwelgen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Der Vorsitzende Paul Bison fasste das Ganze so zusammen: „Wir brauchen uns, wir lernen voneinander - aber am wichtigsten: Wir können prima zusammen feiern!“ JOST
Das Originalbild am Gründungsabend der Ollemer Bubbelsbröder mit (v. l.) Wolfgang Bison, Wilfried Hein, Alexander Schulte, Wilfried Schumacher, Konrad Schmitz, Karl Bruns, Peter Kastenholz und Alois Hostnik.
40 Jahre nach der Gründung der Ollheimer Bubbelsbröder fand sich die noch lebenden Gründungsmitglieder und ihre Söhne im Partykeller von Wilfried Hein ein und stellten das Bild vom Gründungsabend noch einmal nach (v. l.): Vorsitzender Paul Bison als Vertreter seines Vaters Wolfgang Bison, Wilfried Hein, Alexander Schulte, Wilfried Schumacher, Christoph Schmitz als Vertreter seines Vaters Konrad Schmitz, Karl Bruns und Bürgermeisterin Peter Kalkbrenner für Alois Hostnik.Fotos: JOST
