Bürgermeister Frank Becker empfing das Kinderprinzenpaar von Kasbach-Ohlenberg
Keine Verhaftung für den Bürgermeister
Kasbach-Ohlenberg. Angeführt vom Tambourcorps Ohlenberg unter Stabführung von Andreas Peters zog das Kinderprinzenpaar von Kasbach-Ohlenberg, Jorin I., aus dem Hause Wirtz, und Sarah I., aus dem Hause Fuchs, eskortiert von den Ohlenberger „Tanzflöhen“ und den „Mokkakännchen“ um Obermöhn Elke Köster die Hauptstraße hinauf, um in die Straße „Am Kirchweg“ von Untererl einzubiegen. Ziel der jungen Tollitäten, die natürlich auch von den Kasbacher Möhnen „Jong on flöck“ sowie von Kasbacher Karnevalskomitee (KKK) um die Vorsitzenden, Astrid Malzmüller und Heike Winkelbach, begleitet wurden, war das „Rathaus“ von Bürgermeister Frank Becker.
Der musste dieses Jahr nicht befürchten von den Heerscharen eines närrischen Regenten entmachtet zu werden. „Der KKK schwächelt im Moment und hat nicht nur die Sitzung ‚Alles unter einem Hut‘ und den Karnevalszug, sondern auch meine Verhaftung abgesagt. Ich werde dieses Jahr also nicht in Ketten durch den Ort zur Kinderkarnevalssitzung im Bürgerhaus geführt“, berichtete Frank Becker. Stattdessen habe er aber die Karnevalisten um Jorin I. und Sarah I. „von Berg und Tal“ zum Prinzenempfang eingeladen.
Auf stolze 36 Jahre kann das KKK 1982 zurückblicken. Um so schmerzlicher die Entscheidung des Vorstands, die Vereinsaktivitäten einzuschränken. „Die Frauen im Vorstand wären einfach überfordert, ohne Aufgaben an andere delegieren zu können, die Sessions-Veranstaltungen durchzuführen“, so der KKK-Ehrenvorsitzende und -präsident Karl Kraus, Vater der beiden aktuelle Vorsitzenden. Diese hätten sich aber wie auch ihre Schwester Birgit Schwarz als Geschäftsführerin wieder in den neuen Vorstand wählen lassen, sodass der Verein sich nicht aufgelöst habe, sondern nur seine Aktivitäten ruhen lasse. Entsprechend habe jeder am Brauchtum Interessierte die Möglichkeit, noch im Kasbach-Ohenberger Fastelovend aktiv zu werden und die rheinische Tradition im Ort nicht sterben zu lassen, erklärte Karl Kraus im Wohnzimmer von Frank Becker, der gerade draußen die Karnevalisten begrüßte.
„Alaaf Ihr Jecken. Seit langem haben wir wieder mal ein Kinderprinzenpaar, das mit Jorin aus Ohlenberg und Sarah aus Kasbach unsere beiden Ortsteile repräsentiert. Kämpfen brauchen wir heute aber nicht, da ich Euch zum Rathausempfang eingeladen habe“, lud er das jecke Völkchen ein, sich bewirten zu lassen. „Egal ob vom Berg oder vom Tal, in Kasbach-Ohlenberg feiern alle Karneval“, verkündeten die neunjährigen Tollitäten ihr Sessionsmotto. Über karnevalistische Erfahrung verfügen beide: Jorin ist Mitglied im Linzer Scooter-Team und Sarah bei den Ohlenberger „Tanzflöhen“. Allerdings hat die Prinzessin ihrem Kollegen an „Regierungserfahrung“ einiges voraus. Nicht nur dass sie im Vorjahr Ehrendame von Prinzessin Helena I. war, bereits 2016 hatte sie ihren Bruder, Prinz Simon II, „vom rasenden Drahtesel“ als Burgfräulein begleitet. „Eimol Prinz zo sin“, davon hät Jorin at als kleene Fetz von vier Johr jedräump. Ansonsten sind Fahrradfahren und Lesen seine Hobbies, während Sarah lieber schwimmt und reitet, wenn sie nicht gerade tanzt.
Da der KKK zu keiner Sitzung einlädt, ist das Gürzenich der Doppelgemeinde auch nicht wie üblich in Blau, sondern in Rot, der Farbe der Geburtstags-Möhnen dekoriert. Auf den Tag genau lässt sich die Gründung der Ohlenberger „Mokkakännchen“ nicht mehr festmachen, außer Frage steht jedoch, dass sich die jecken Wiever des damals noch eigenständigen Ortes 1931 zusammengeschlossen haben.
DL
