Allgemeine Berichte | 07.07.2026, 13:15 Uhr

Stellungnahme der Kreisverwaltung Ahrweiler zur Schließung der Katholischen Kita St. Laurentius am Calvarienberg

Kita St. Laurentius: Sicherheit der Kinder hat Priorität: Überblick zum aktuellen Sachstand

Wie geht es mit der Katholischen Kita St. Laurentius am Calvarienberg weiter?  Foto: ROB
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Ahrweiler. Am 29. Mai 2026 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgrund eines Brands am Schulkomplex Calvarienberg alarmiert. Das Feuer war in einem Heizungs- und Technikbereich der Schule ausgebrochen.

Im Zuge der Löscharbeiten und der anschließenden Einsatz-Bewältigung stellte die Feuerwehr fest, dass auch die Räumlichkeiten der Kita St. Laurentius, die seit der Flutkatastrophe provisorisch im ehemaligen Kloster Calvarienberg untergebracht ist, betroffen waren. Obwohl sich die in Trägerschaft der Katholischen KiTa gGmbH Koblenz stehende Einrichtung rund 80 Meter vom Brandherd entfernt befindet, kam es dort zu einer starken Verrauchung des Kindergartenbereichs. Nach den Feststellungen der Feuerwehr hatte sich der Brandrauch offenbar über Schächte, Leitungen oder sonstige Verbindungen innerhalb des Gebäudekomplexes ausgebreitet. Dies deutet auf fehlende oder unzureichende Brand- und Rauchabschottungen an Leitungsdurchführungen, Schächten oder Übergängen zwischen den Gebäudeteilen hin, eine Rauchausbreitung begünstigt haben könnten.

Da sich der Brand an einem Freitagabend ereignete, befanden sich zu diesem Zeitpunkt weder Kinder noch Erzieherinnen und Erzieher in der Einrichtung.

Im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins kamen das Bauamt, die Brandschutzdienststelle des Kreises sowie die Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler zu dem Ergebnis, dass eine sichere Weiternutzung der Kita aufgrund der festgestellten brandschutztechnischen Mängel nicht mehr gewährleistet werden kann. Denn: Rauch- und Brandgase zählen zu den größten Gefahren bei Bränden und bilden in diesem Zusammenhang die häufigste Todesursache. Wäre das Feuer während des laufenden Kitabetriebs ausgebrochen, hätten sich die Gase möglicherweise unbemerkt über das Leitungssystem bis in die Kita ausbreiten können. Aufgrund der Entfernung wäre der Brand selbst von dort aus nicht sichtbar gewesen. Die Nutzung der Räumlichkeiten wurde daher durch Verfügung der Kreisverwaltung mit sofortiger Wirkung ab dem 2. Juli 2026 untersagt.

„Die Sicherheit der Kinder und aller Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität. Wir treffen eine solch weitreichende Entscheidung keinesfalls leichtfertig. Uns ist bewusst, dass die jetzt eingetretene Betreuungssituation für die Eltern sehr herausfordernd ist. Es wurden sämtliche Möglichkeiten geprüft, den Betrieb der Kita durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Leider konnte keine der untersuchten Lösungen die erforderliche Sicherheit gewährleisten. Vor diesem Hintergrund blieb uns aufgrund der baulichen Gegebenheiten keine andere Wahl als die Schließung der Einrichtung. Der Kreis steht mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, der KiTa gGmbH als Trägerin sowie Vertretern der Kindertagesstätte in engem Austausch. Alle Akteure arbeiten im Sinne der Betroffenen zusammen an einer Lösung“, betont Landrätin Cornelia Weigand.

Wie geht es weiter?

Derzeit prüft die Trägerin der Kita, die KiTa gGmbH, unter Hochdruck die kurzfristige Unterbringung der derzeit tatsächlich betreuten 104 Kinder. Eine mögliche Lösung ist in Ausarbeitung: Gegebenenfalls kann eine Kita im Stadtgebiet, die sich derzeit in den Ferien befindet, ersatzweise genutzt werden.

Auch für die Betreuung der Kinder nach den Sommerferien werden durch die Trägerin bereits Optionen in räumlicher Nähe geprüft. Zudem wird sich die Zahl der unterzubringenden Kinder durch die anstehenden Einschulungen auf 81 reduzieren.

Zu dem Gebäudekomplex des ehemaligen Klosters gehören neben der Kita unter anderem auch eine private Realschule sowie ein privates Gymnasium. Aktuell befinden sich die Schülerinnen und Schüler in den Sommerferien. Damit der Schulbetrieb auch nach den Ferien sicher fortgeführt werden kann, müssen nun die Träger der Schulen sowie der Eigentümer des Gebäudes schnellstmöglich die erforderlichen Maßnahmen einleiten. Hierzu gehört insbesondere die Beauftragung eines anerkannten Prüfsachverständigen für Brandschutz“, so Landrätin Weigand

Sachstand des Wiederaufbaus der Kita an ursprünglichem Standort

Für die durch die Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli 2021 beschädigte Kindertagesstätte St. Laurentius wurde im Dezember 2025 eine Baugenehmigung erteilt. Aufgrund eines Widerspruchs der Trägerin wurde das Verfahren/der Sachverhalt erneut geprüft. Mit dem Änderungsbescheid vom 25. Juni 2026 wurde die Genehmigung für den Wiederaufbau am ursprünglichen Standort bestätigt. Aus Sicht der Verwaltung bestehen damit keine Hindernisse für die Umsetzung der Baumaßnahmen durch die Trägerin der Kita, die KiTa gGmbH.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

Wie geht es mit der Katholischen Kita St. Laurentius am Calvarienberg weiter? Foto: ROB

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