55. Maifelder Landwirtschaftswoche im Forum Polch mit spannenden Themen
Klöckner: „Landwirte wissen, was es heißt, mit der Natur umzugehen“
Julia Klöckner, CDU-Kandidatin für das Amt der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin, zu Gast
Polch. Diese Woche steht das Forum in Polch ganz unter dem Stern der Landwirtschaft, denn dort findet die 55. Auflage der Maifelder Landwirtschaftswoche statt. Florian Krings, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaftlicher Förderung (VLF), sieht die Notwendigkeit der Durchführung dieser speziellen Themenwoche, da ständig neue Auflagen dazu führen können, dass viele Landwirte am Ende ihrer Existenz stehen können. Zu Beginn der Veranstaltung am Montag versuchten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz zu lösen. Der BUND war vertreten durch die Naturschutzreferentin Barbara Goll. Die Sicht des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau vertrat Marcus Hehn, aus der Praxis berichtend war der Landwirt Tobias Hehn aus Kehrig dabei.
Julia Klöckner, CDU-Kandidatin für das Amt der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin, war im Rahmen der Maifelder Landwirtschaftswoche am Montag in Polch zu Gast. Hier stand sie den Landwirten und allen anderen Besuchern als Rednerin zum Thema „Was kann die rheinland-pfälzische Agrarpolitik für die Bauern leisten?“ Rede und Antwort. Sie stellte ihr Konzept einer rheinland-pfälzischen Agrarpolitik vor, um zu verdeutlichen, was dieses für die Bauern leisten kann. Unter den Gästen waren u.a. auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld, Maximilian Mumm und der Polcher Stadtchef Gerd Klasen.
Nach ihrer Begrüßung, in der Julia Klöckner u.a. auch darauf verwies, dass sie im Kreisverband der Landfrauen selbst Mitglied ist, stellte sie zunächst ein Thema voran – die Flüchtlingspolitik. Dies sei auch Thema ihrer heutigen, vorangegangenen Gespräche in Berlin gewesen. Die Fraktionsvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz betonte hierbei, dass einerseits nicht jeder, der kommt, auch bleiben dürfe. Andererseits die, die bleiben auch integriert werden müssten. Dies sei für Migranten auch im Arbeitsbereich der Landwirtschaft eine Möglichkeit.
Klöckner forderte auch, „das Recht etwas zu fordern von denen, die her kommen und auch bleiben.“
Anschließend ging sie auf das Hauptthema, ihre „Heimat“ Landwirtschaft ein. Hier „blüht mir mein Herz auf“, so Klöckner. Sie selbst komme aus dem Weinbau, einem Hof mit 26ha, den ihr Bruder leitet.
Sehr ausführlich widmete sie sich der Berufsgruppe der Landwirte. Entscheidend sei für sie vor allem die Grundhaltung und ein klares Bekenntnis zu dieser Berufsgruppe. Landwirte „sind keine Empfänger, sie sind erst einmal Geber für uns alle.“ Sie wissen auch „was es heißt, mit der Natur umzugehen.“ Kritik übte die Politikerin am Umgang mit der Öko-Landwirtschaft. Diese sei ein Nischenthema, erhalte aber die größte Förderung für Beratung, Analyse, etc. Man dürfe nicht die „anderen 90% hinten runter fallen lassen.“ Wichtig sei auch das „Beenden des gegenseitigen Ausspielens“ von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft.
Bürokratie- und Vorschriftenbremse muss beendet werden
Anschließend bemängelte Julia Klöckner die Schikanen in der Dokumentationspflicht der Landwirte. Um diese Bürokratie- und Vorschriftenbremse zu beenden, machte sie folgende Angebote: Für jedes neue Gesetz werde ein altes Gesetz abgeschafft. Diese Zusage betonte die CDU-Kandidatin ausdrücklich. Vorgaben von Brüssel sollen 1:1 umgesetzt werden, ohne noch durch weitere Vorgaben verschärft zu werden. Gesetze sollten mit einem Verfallsdatum versehen werden. „Ich werde als aller Erstes in Brüssel einen Botschafter an der Quelle einführen“, versprach Klöckner, um sicherzustellen, dass die Interessen der rheinland-pfälzischen Betriebe ordentlich vertreten werden.
Mit verschiedenen Veranstaltungen bietet die Landwirtschaftswoche für diverse Interessenten ansprechende Themenbereiche. Dienstag und Mittwoch standen unter dem Schwerpunkt Pflanzenanbau und Pflanzenschutz. Hierzu bot die VLF eine Schulung an, bei der sich die Landwirte über die Sachkunde im Pflanzenschutz informieren konnten. Am Donnerstag richtet der Rübenanbauverband Maifeld mit dem Thema Zuckerrüben die Veranstaltung aus. Ergebnisse aus Sortenversuchen und „Greening und Düngeverordung – Chance für die Rübe?“ stehen hierbei im Vordergrund. Am Freitag wird Hubert Honecker zu Gast sein. Er ist im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beheimatet. Im kommenden Jahr soll die Novellierung der Düngeverordung in Kraft treten. Hierdurch befürchten insbesondere junge Landwirte, dass es für sie schwerwiegende Veränderungen und Folgen haben könnte.
Außerdem wird an diesem Tag Norbert Müller von der DLR Mosel über die Umsetzung der GAP-Reform im letzten Jahr und die Erfahrungen aus den Greening-Auflagen referieren. Mit dem Ball der Landwirtschaft wird die Landwirtschaftswoche am Samstag enden. Mit Unterhaltung und Tanzmusik am Samstag ab 19.30 Uhr durch die Dance- und Partyband „Die Eifelyuppies“ und einer Tombola mit hochwertigen Preisen geht dann eine ereignisreiche Woche zu Ende.
Die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz waren unter anderem Thema der Podiumsdiskussion. Foto: Israel Foto: Matthias Israel
Konnten sich bei der Podiumsdiskussion über ein volles Haus freuen: (v.l.) Marcus Hehn (Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau), Naturschutzreferentin Barbara Goll, Landwirt Tobias Hehn aus Kehrig und Florian Krings, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaftlicher Förderung (VLF) Mayen-Koblenz. Foto: Israel Foto: Matthias Israel
