Allgemeine Berichte | 30.04.2019

Cochems höchster Feiertag lockte traditionell auf die Knipp-Wiese

„Knipp-Montag“ mit Vesper und Bummes gefeiert

Die erste Rast bei der Wanderung auf die Knippwird traditionell am Fuße der Reichsburg eingelegt.Fotos: -TE-

Cochem. Ein krachendes Dutzend Böllerschüsse von der Reichsburg kündigten pünktlich um 13 Uhr auch in diesem Jahr den traditionellen Knipp-Montag an. Offiziell Cochems höchster Feiertag oder auch Nationalfeiertag der Kreisstädter genannt, wie aus eindeutigen Aufzeichnungen der Stadtgeschichte zu entnehmen ist. So lässt der Cochemer laut Überlieferung dann auch mit dem Knall des ersten Böllers augenblicklich Arbeitsutensilien oder Handwerksgerät in seinem Job fallen und begibt sich ohne zeitliche Verzögerung in Richtung Knipp-Wiese im Grüngürtel oberhalb der Reichsburg. Zuvor werden allerdings, falls nicht im Vorfeld schon geschehen, Rucksäcke oder Taschen gepackt, in denen sich neben einer deftigen Vesper mit Brot, Fleischwurst, Käse und bunten Eiern natürlich auch der „Bummes“ (Keramik-Krug) mit Wein befindet. Letztgenannter wurde stets mit einer „Muur“ (Mohrrübe) als Korken verschlossen. Überdies führen die Knipp-Wanderer stets eine Decke oder Matte mit sich, auf denen man es sich dann bei Ankunft auf der Knipp-Wiese gemütlich macht.

So ploppen hier auch alsbald die Mohrrüben von den Hälsen der Krüge und die ersten Gläser und Becher werden zu einem urgemütlichen Traditionspicknick erhoben. Wurst und Käse mit Brot folgen anschließend jeweils aus der Faust in Richtung Kauleiste, die an diesem Tag bei allen Besuchern besonders aufnahmebereit erscheint.

Ursprung hat die Tradition des Knipp-Montag im 17. Jahrhundert, als ein Burgknecht am ersten Sonntag nach Ostern zu seiner Angebeteten nach Faid wollte. Auf dem Waldweg nach dort erkannte er auf einer Waldwiese feindliche Soldaten, worauf er zur Burg zurückeilte und man sich hier augenblicklich auf Verteidigung einstellte. Als am nächsten Morgen der feindliche Trupp Franzosen angriff, konnte man diesen abwehren. Der Burgherr zeigte sich ob dieses Erfolgs gegenüber seinen Männern dahingehend dankbar und erkenntlich, indem er diesen und der gesamten Bevölkerung anlässlich des denkwürdigen Tages für immer dienstfrei gewährte. Und so essen, trinken und feiern die Cochemer noch bis heute ihren höchsten Feiertag Knipp-Montag. TE

Beim Picknick mit der Mama mundet auch demNachwuchs die leckere Fleischwurst mit Brötchen.

Beim Picknick mit der Mama mundet auch dem Nachwuchs die leckere Fleischwurst mit Brötchen.

Neben Brot, Käse, Wurst und bunten Eiern, lassen sichviele Besucher auch Kuchen schmecken.

Neben Brot, Käse, Wurst und bunten Eiern, lassen sich viele Besucher auch Kuchen schmecken.

Die erste Rast bei der Wanderung auf die Knipp wird traditionell am Fuße der Reichsburg eingelegt. Fotos: -TE-

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