Die KISS Ahr stellt sich vor
Kompetente Beratung und Austausch auf Augenhöhe
Kreis Ahrweiler. Die KISS Ahr (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Ahr) wurde in Folge der Flutkatastrophe im Jahr 2021 durch den PARITÄTISCHEN Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. in Zusammenarbeit mit seiner Abteilung WeKISS (Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe) sowie in Kooperation mit dem Opferbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Zu den maßgeblichen Förderern und Unterstützern zählt das Bündnis Aktion Deutschland Hilft e.V.
Start im Frühjahr 2022
Am 29. März 2022 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine erfolgreiche Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Selbsthilfe im Ahrtal“ statt, die sich an Interessierte, Betroffene und Netzwerkpartner richtete. Zu Projektbeginn wurden offene Sprechstunden an verschiedenen Orten im Ahrtal angeboten. Die niedrigschwelligen Begegnungsangebote unter dem Titel „Selbsthilfe und mehr…“ (Ahr Frühstück/Nachmittags-Café) wurden im November 2022 gestartet und erfreuten sich von Anfang an großer Resonanz. Zusätzlich wurde ein Netzwerk mit anderen lokalen Institutionen aufgebaut, um Hilfesuchende gezielt in passende Angebote zu vermitteln. Die Umsetzung des Projekts erfolgt unter der Leitung einer Sozialarbeiterin. Beratungsgespräche können sowohl vor Ort als auch digital oder telefonisch vereinbart und durchgeführt werden.
Anlaufstelle für Betroffene
Die KISS Ahr fungiert als Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und örtliche Helferinnen und Helfer, sowohl in Präsenz als auch digital, die Unterstützung und Beratung suchen. Zu ihren Kernaufgaben gehört die Begleitung von Hilfesuchenden, Interessierten und Betroffenen bei der Gründung von Selbsthilfegruppen. Das übergeordnete Ziel der KISS Ahr ist es, sowohl selbstorganisierte als auch professionell angeleitete Selbsthilfegruppen vor Ort anzubieten oder gemeinsam mit Interessierten zu initiieren. Die Mitarbeiterinnen der KISS Ahr unterstützen Betroffene dabei, Gleichgesinnte zu finden, und begleiten die neuen Gruppen in der Anfangsphase. In diesen Gruppen haben Betroffene, Angehörige und Helfende die Möglichkeit, sich auf Augenhöhe auszutauschen und gemeinsam die entstandenen Belastungen besser zu bewältigen.
Die Starthilfe der KISS Ahr reicht von der Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit über Hilfe bei der Raumsuche bis hin zur Unterstützung bei Förderanträgen. Bei Bedarf und Interesse übernimmt die KISS Ahr auch die Moderation in der Gründungsphase von Selbsthilfegruppen, gibt den Gruppensprecherinnen und Gruppensprechern Moderationstechniken und Gruppenregeln an die Hand und gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus werden interessierte Personen in bereits bestehende Gruppen vermittelt und mit weiteren Hilfsangeboten vernetzt. Das Angebot der KISS Ahr ist kostenlos und vertraulich.
Weitere Aufgaben umfassen die Weitergabe von Informationen zu Selbsthilfethemen sowie die Organisation von Seminaren und Workshops zu selbsthilfebezogenen Themen. Bereits gegründete Selbsthilfegruppen erhalten weiterhin bedarfsorientierte Unterstützung, einschließlich der Bekanntmachung der Gruppen bei Ärztinnen und Ärzten, Apotheken, Kliniken, Beratungsstellen, und vielem mehr.
Situation immer noch belastend
Aufgrund der Flutkatastrophe hat sich das Lebensumfeld und der Alltag der Menschen im Ahrtal stark verändert. Dies sind möglicherweise Faktoren, die sich auch ungünstig auf die körperliche und oder psychische Stabilität auswirken könnten. Noch immer sind die Menschen im Ahrtal mit Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau nach der schweren Flutkatastrophe beschäftigt. Unglaublich vieles wurde bewältigt, vieles ist noch nicht abgeschlossen. Für viele Menschen ist die Situation noch immer belastend. Hier kann die Selbsthilfe unterstützend wirken. Daher ist es wichtig das Projekt KISS Ahr allen Menschen zugänglich zu machen und die Bekanntheit zu erhöhen, damit das Angebot wahrgenommen werden kann.
Weitere Information:
Viele weitere Information zur KISS Ahr gibt es im Internet: www.kiss-ahr.de. ROB
Ruth Podlinski ist pädagogische Mitarbeiterin bei der KISS Ahr. Foto:ROEDER-MOLDENHAUER Foto: C_Roemo_
Quelle: privat
