Allgemeine Berichte | 15.01.2026, 15:20 Uhr

Grippewelle in Rheinland-Pfalz

Krankenhäuser und Notaufnahmen in der Region durch Influenza zunehmend belastet

Symbolbild. Foto:pixabay.com
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Region. Husten, Fieber, Erschöpfung und in schweren Fällen sogar Verwirrungszustände: Die Influenza-Erkrankungen in Rheinland-Pfalz steigen deutlich an. Seit Anfang Oktober 2025 wurden landesweit 4.645 Influenza-Nachweise registriert. Zum gleichen Zeitpunkt lag die Zahl im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt bei 1.149 Fällen, wie Kathrin Stiefel, Sprecherin des Landesuntersuchungsamtes (LUA) gegenüber dem SWR mitteilt.

Das bedeutet besonders für die Notaufnahmen der Krankenhäuser eine zusätzliche Herausforderung – dabei nimmt die Grippewelle gerade erst Fahrt auf.

Krankenhäuser rechnen mit Höhepunkt der Grippewelle zur Karnevalszeit

Mit Blick auf die anstehenden Karnevalstage rechnen Mediziner und Medizinerinnen mit weiter steigenden Infektionszahlen, da Großveranstaltungen und viele Menschen auf engem Raum das Ansteckungsrisiko mit Influenza deutlich erhöhen.

Diese Einschätzung teilt auch Dr. Imoge Scheef, Chefärztin für Innere Medizin und Pneumologie des St. Franziskus Krankenhaus in Linz: „Aktuell haben wir nur zwei Influenza-Erkrankte im Haus, wir hatten in den vergangenen Wochen jedoch schon einige Fälle mehr. Der Peak erscheint jedoch noch nicht erreicht, was sich mit den Erfahrungen der letzten Jahre deckt. Üblicherweise tritt dieser um die Karnevalszeit auf.“

Influenza-Zahlen steigen auch in Bad Neunahr-Ahrweiler

Das Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler behandelt ebenfalls zunehmend Patienten und Patientinnen mit Influenza. Der Klinikbetrieb sei trotz der steigenden Zahlen jedoch nicht eingeschränkt, erklärt Unternehmenssprecherin Hannah Scosceria. Dennoch beobachte man die Lage Grippeverbreitung sehr genau: „Unsere Fachleute beobachten die Entwicklung fortlaufend und berücksichtigen dabei auch internationale Entwicklungen – etwa den aktuell in Italien zirkulierenden, besonders ansteckenden Subtyp“, erklärt Hannah Scosceria.

Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein: Lage aktuell stabil

„Mit etwa 50 Patienten an den fünf Standorten des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ist die Lage aufgrund der Influenza und anderer Atemwegserkrankungen, die stationär behandelt werden müssen aktuell stabil und nicht außergewöhnlich belastend“, schildert Jutta Münsch, Verantwortliche für die Unternehmenskommunikation des Gemeinschaftsklinikums.

Angespannte Situation in Koblenz: Notaufnahme zeitweise abgemeldet

Kritischer stellt sich die Situation hingegen in Koblenz dar: „Die Lage ist angespannt. Dies führt dazu, dass nahezu täglich Koblenzer Krankenhäuser von der Notfallversorgung abgemeldet werden müssen. Dies wiederum führt dazu, dass Patienten durch den Rettungsdienst dennoch zugewiesen werden (müssen), damit Patienten erstversorgt werden. Dadurch erhöhen sich die Wartezeiten und Verweildauern in den Notaufnahmen deutlich. Im Verlauf müssen Patienten dann sekundär in zum Teil weiter entfernte Krankenhäuser verlegt werden, was Rettungsmittel auch über längere Zeiträume bindet“, schildert Privat-Dozent Dr. med Felix Post, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin/Kardiologie am Katholischen Klinikum Koblenz Montabaur.

Die Zahl der von Influenza betroffenen Patienten schwankt auch dort von Tag zu Tag. Aktuell befänden sich jedoch alleine in der internistischen Abteilung im Marienhof 29 Patienten und Patientinnen, die wegen isolationspflichtiger Atemwegserkrankungen stationär behandelt werden müssten.

„Die Influenza-Welle verläuft dieses Jahr schwerer als in den Vorjahren“, so Post. Dies habe es jedoch immer mal wieder gegeben. Auch dass die Grippe in diesem Jahr recht früh kursiert ist seiner Einschätzung nach nicht ungewöhnlich, da die Verbreitung saisonalen Schwankungen unterliege.

Wer besonders gefährdet ist – und warum eine Impfung weiterhin sinnvoll ist

Vom Risiko betroffen, sich mit dem Grippevirus anzustecken seien in den Augen des Chefarztes alle (Bevölkerungs-) Gruppen gleichermaßen. Besinders gefährdet seien jedoch:

  • Menschen höheren Alters
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • Beschäftigte mit viel Menschenkontakt

„Impfen in den Risikogruppen ist auch jetzt noch sinnvoll, insbesondere um schwere Verläufe zu reduzieren“, betont Dr. Felix Post.

So lässt sich das Infektionsrisiko senken

Mediziner empfehlen weiterhin bekannte Schutzmaßnahmen:

  • bei grippeähnlichen Symptomen zu Hause bleiben
  • beim Arztbesuch eine Maske tragen
  • regelmäßig lüften
  • Hygieneregeln konsequent einhalten

RRO

Symbolbild. Foto:pixabay.com

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