Allgemeine Berichte | 14.01.2026

Grippewelle in Rheinland-Pfalz

Krankenhäuser und Notaufnahmen in der Region durch Influenza zunehmend belastet

Symbolbild. Foto:pixabay.com

Region. Husten, Fieber, Erschöpfung und in schweren Fällen sogar Verwirrungszustände: Die Influenza-Erkrankungen in Rheinland-Pfalz steigen deutlich an. Seit Anfang Oktober 2025 wurden landesweit 4.645 Influenza-Nachweise registriert. Zum gleichen Zeitpunkt lag die Zahl im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt bei 1.149 Fällen, wie Kathrin Stiefel, Sprecherin des Landesuntersuchungsamtes (LUA) gegenüber dem SWR mitteilt.

Das bedeutet besonders für die Notaufnahmen der Krankenhäuser eine zusätzliche Herausforderung – dabei nimmt die Grippewelle gerade erst Fahrt auf.

Krankenhäuser rechnen mit Höhepunkt der Grippewelle zur Karnevalszeit

Mit Blick auf die anstehenden Karnevalstage rechnen Mediziner und Medizinerinnen mit weiter steigenden Infektionszahlen, da Großveranstaltungen und viele Menschen auf engem Raum das Ansteckungsrisiko mit Influenza deutlich erhöhen.

Diese Einschätzung teilt auch Dr. Imoge Scheef, Chefärztin für Innere Medizin und Pneumologie des St. Franziskus Krankenhaus in Linz: „Aktuell haben wir nur zwei Influenza-Erkrankte im Haus, wir hatten in den vergangenen Wochen jedoch schon einige Fälle mehr. Der Peak erscheint jedoch noch nicht erreicht, was sich mit den Erfahrungen der letzten Jahre deckt. Üblicherweise tritt dieser um die Karnevalszeit auf.“

Influenza-Zahlen steigen auch in Bad Neunahr-Ahrweiler

Das Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler behandelt ebenfalls zunehmend Patienten und Patientinnen mit Influenza. Der Klinikbetrieb sei trotz der steigenden Zahlen jedoch nicht eingeschränkt, erklärt Unternehmenssprecherin Hannah Scosceria. Dennoch beobachte man die Lage Grippeverbreitung sehr genau: „Unsere Fachleute beobachten die Entwicklung fortlaufend und berücksichtigen dabei auch internationale Entwicklungen – etwa den aktuell in Italien zirkulierenden, besonders ansteckenden Subtyp“, erklärt Hannah Scosceria.

Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein: Lage aktuell stabil

„Mit etwa 50 Patienten an den fünf Standorten des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ist die Lage aufgrund der Influenza und anderer Atemwegserkrankungen, die stationär behandelt werden müssen aktuell stabil und nicht außergewöhnlich belastend“, schildert Jutta Münsch, Verantwortliche für die Unternehmenskommunikation des Gemeinschaftsklinikums.

Angespannte Situation in Koblenz: Notaufnahme zeitweise abgemeldet

Kritischer stellt sich die Situation hingegen in Koblenz dar: „Die Lage ist angespannt. Dies führt dazu, dass nahezu täglich Koblenzer Krankenhäuser von der Notfallversorgung abgemeldet werden müssen. Dies wiederum führt dazu, dass Patienten durch den Rettungsdienst dennoch zugewiesen werden (müssen), damit Patienten erstversorgt werden. Dadurch erhöhen sich die Wartezeiten und Verweildauern in den Notaufnahmen deutlich. Im Verlauf müssen Patienten dann sekundär in zum Teil weiter entfernte Krankenhäuser verlegt werden, was Rettungsmittel auch über längere Zeiträume bindet“, schildert Privat-Dozent Dr. med Felix Post, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin/Kardiologie am Katholischen Klinikum Koblenz Montabaur.

Die Zahl der von Influenza betroffenen Patienten schwankt auch dort von Tag zu Tag. Aktuell befänden sich jedoch alleine in der internistischen Abteilung im Marienhof 29 Patienten und Patientinnen, die wegen isolationspflichtiger Atemwegserkrankungen stationär behandelt werden müssten.

„Die Influenza-Welle verläuft dieses Jahr schwerer als in den Vorjahren“, so Post. Dies habe es jedoch immer mal wieder gegeben. Auch dass die Grippe in diesem Jahr recht früh kursiert ist seiner Einschätzung nach nicht ungewöhnlich, da die Verbreitung saisonalen Schwankungen unterliege.

Wer besonders gefährdet ist – und warum eine Impfung weiterhin sinnvoll ist

Vom Risiko betroffen, sich mit dem Grippevirus anzustecken seien in den Augen des Chefarztes alle (Bevölkerungs-) Gruppen gleichermaßen. Besinders gefährdet seien jedoch:

  • Menschen höheren Alters
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • Beschäftigte mit viel Menschenkontakt

„Impfen in den Risikogruppen ist auch jetzt noch sinnvoll, insbesondere um schwere Verläufe zu reduzieren“, betont Dr. Felix Post.

So lässt sich das Infektionsrisiko senken

Mediziner empfehlen weiterhin bekannte Schutzmaßnahmen:

  • bei grippeähnlichen Symptomen zu Hause bleiben
  • beim Arztbesuch eine Maske tragen
  • regelmäßig lüften
  • Hygieneregeln konsequent einhalten

RRO

Symbolbild. Foto:pixabay.com

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Monatliche Anzeige
Werbeplan 2026
Anzeigenschaltung „zzgl. Onlineausgabe“
Zukunft trifft Tradition KW 10
Innovatives rund um Andernach
Zukunft trifft Tradition KW 10
Start in den Frühling Mayen
Rund ums Haus
"Zukunft trifft Tradition" KW 10
Empfohlene Artikel

Koblenz. Am 23. März 2026 beginnen die Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn der B 42 zwischen Urbar und Koblenz-Ehrenbreitstein. Zunächst werden Verkehrsteilnehmer durch gelbes Blinklicht auf vorbereitende Arbeiten, wie den Abbau der Querungshilfe bei Ehrenbreitstein, Umbauten der Bordanlage im Randbereich der Standspur und den Aufbau der Verkehrsführung, aufmerksam gemacht. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten starten mit den Fräsarbeiten am 30. März 2026 auf diesem Streckenabschnitt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
Start in den Frühling
Zukunft trifft Tradition KW 10
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Imageanzeige Dauerauftrag 03/2026
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
BSW -WK 4
Thomas Scharbach