Positionen der Verhandlungspartner liegen weit auseinander
Krankenhaus Heilig Geist in Boppard: Kreis und Stadt im Dialog mit Minister und Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein
Koblenz. Auf Einladung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch hat am 8. Januar 2026 in Mainz ein Gespräch zum Krankenhaus Boppard stattgefunden. Neben dem Minister nahmen als Vertreter der kommunalen Gesellschafter Marko Boos (Landrat des Kreises Mayen-Koblenz), Landrat Volker Boch für den Rhein-Hunsrück-Kreis, Jörg Haseneier als Bürgermeister der Stadt Boppard sowie Vertreter der Verwaltungen und das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) mit Geschäftsführer Christian Straub teil.
In einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre haben die Beteiligten die Beschlusslagen des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Stadt Boppard sowie die Erwartungshaltung der kommunalen Gesellschafter des GKM als Träger des Krankenhauses diskutiert. Dem Vorschlag des Ministers aus dem November 2025 folgend, haben der Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stadt Boppard beschlossen, gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 1 Million Euro als Anschubfinanzierung bereitzustellen. Das Zukunftskonzept für das Krankenhaus wurde ausdrücklich begrüßt.
Den vom Rhein-Hunsrück-Kreis und der Stadt Boppard insbesondere zum Schutz der Mitarbeitenden des Krankenhauses beschlossenen Bedingungen folgen die kommunalen Gesellschafter vor allem deshalb nicht, da ihre Gremien nicht dazu bereit sind, künftig eine Krankenhausstruktur außerhalb ihrer Gebietskörperschaften zu finanzieren.
Sie fordern stattdessen die künftige Übernahme weiterer Verantwortung des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Stadt Boppard über das Jahr 2027 hinaus in Form der Übernahme von Gesellschafter- bzw. Trägeranteilen.
„Wir sind froh, dass wir in den vergangenen eineinhalb Jahren für den Erhalt des Standortes gekämpft haben und eine Zukunftsperspektive erarbeitet worden ist“, sagt Landrat Boch. „Die über eine weitere Anschubfinanzierung in den Jahren 2026 und 2027 hinausgehenden Erwartungen haben nun allerdings deutlich gemacht, dass die Positionen zu weit auseinander liegen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese Erwartungen sind mit unseren gefassten Beschlüssen nicht vereinbar und damit nicht verhandelbar.“
Bürgermeister Jörg Haseneier: „Nach den vielen Gesprächen in den letzten Jahren und der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Boppard, den Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stiftung Heilig Geist wäre es höchst bedauerlich, auch im Sinne der Mitarbeitenden und der Patienten, wenn es nicht gelänge, den Standort Boppard auch zukünftig langfristig zu erhalten. Die an den Rhein-Hunsrück-Kreis gerichtete neuerliche Erwartungshaltung durch die Hauptgesellschafter des GKM einer Übernahme von Gesellschafter- und Trägeranteilen ist schon aus den gefassten Beschlüssen heraus aus meiner Sicht nicht umsetzbar.“
Den Vorschlag aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) am Standort Boppard zu prüfen, wollten Minister und Geschäftsführer des GKM im Gespräch nicht vertiefen.
Landrat Boch und Bürgermeister Haseneier bedanken sich dennoch für das sachliche Gespräch, mit dem klaren Ziel, Lösungen zu finden. Im Gespräch wurde angekündigt, dass in der nächsten Gesellschafterversammlung des GKM am 16. Januar über das weitere Vorgehen am Standort Boppard beraten wird.Pressemitteilung Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis
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Symbolbild. Foto:pixabay.com
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