Moseltour mit Erfolgsautor Ralf Kramp und Dr. Carolin Gilbaya
Krimineller Spaß in mörderischem Fahrwasser
Cochem. Am Abend hieß es „Leinen los“ und das Fahrgastschiff Stadt Bonn nahm mit zahlreichen Krimifreunden Fahrt ins mörderische Gewässer der Mosel auf. Dies allerdings bezogen auf die mordsmäßig gute Stimmung an Bord, für die einmal mehr die Krimiautoren Ralf Kramp und Dr. Carolin Gilbaya verantwortlich zeichneten. Beide hatten zu der durchweg amüsanten „Mordsausfahrt 2.0“ neue Kurzgeschichten und Gedichte bezüglich todbringender Ereignisse durch meuchlerische Hände mitgebracht und konnten mit viel schwarzem Humor erneut ihr Publikum begeistern. Dem riet der nach eigenem Bekunden wasserscheue Kramp gleich zu Anfang, nach den Schwimmwesten unter den Sitzen Ausschau zu halten, während er überdies mit angsterfüllter Stimme die Stewardess mit den Sicherheitshinweisen vermisste. Schmunzelnd wollte er hier analog des Bestsellers „Tod auf dem Nil“ kein Déjà-vu-Erlebnis mit „Tod auf der Mosel“ haben. Die Besucher und auch der Kapitän registrierten es mit Humor. Und Letzterer, wenngleich englisch angehaucht und oftmals am Rand des Bösen, zog sich wie ein roter, meist blutgetränkter Faden durch die Beiträge der beiden Krimikönner. Da startete Kramp bspw. mit einem kuriosen Gedicht über das Ertrinken und begleitete Gevatter Tod beim vergeblichen Einfangen von Karl-Egon Schmitz, der sich immer wieder dessen kalten Händen zu entziehen wusste. Das bei der „Haute Volaute“ angesagte Bestattungsinstitut „Goldene Ruh“ mit mordsmäßigen Frühbucherrabatten und erfolgreichem Totengräber, präsentierte Dr. Gilbaya aus eigener Feder. Sie konnte diesbezüglich mit den betagten Nobelkunden Hans-Ferdinand und Dora einen durch Curare beschleunigten Leistungsfall in trockene (Leichen-) Tücher bringen. Bei Kramp`s Folgegedicht ereilte seinen Hauptdarsteller der Tod, weil ihm ein LKW über den Zeigefinger gefahren war. Zur näheren Erklärung für die Zuhörer stellte er fest, dass dieser zum Zeitpunkt des Unfalls gerade zwecks Nasebohren in selbiger steckte. „Bombenentschärfer verabschieden sich bei ihrem Tod in alle vier Himmelsrichtungen“, weiß der Eifeler Krimiautor in seinen Versen zu verpacken, während Karin im Eheanbahnungsinstitut von Dr. Gilbaya auf der Suche nach dem elften Ehemann ist. Die jeweiligen Vorgänger schieden mehr oder weniger unglücklich dahin. Die Institutsbetreiberin macht sich dieses Wissen zu Nutze und kann hier erfolgreich ihrem ungeliebten Ex einen zeitnahen Abgang verschaffen. Kramp`s „Renate“ liebt ihr gezacktes großes Küchenmesser, das nach einem fürchterlichen Disput mit dem Göttergatten jetzt, zumindest mit dem Griff, aus dessen Rücken herausragt. Ihr abschließender Kommentar: „In jedem Mann steckt irgendwie etwas Gutes!“ Und da war auch noch die Mehrfachentsorgung von zänkischen Ehefrauen mittels leckerer Pilzgerichtvariationen, sowie die Verabschiedung des nervigen Nachbarn: „Der laute Nachbar, es ist ein Traum, liegt jetzt gut verschnürt im Kofferraum!“ Viel zu schnell war auch diese mörderische Moselrundfahrt vorbei, die für alle Beteiligten Gott sei Dank mit dem sicheren Anlegen am Cochemer Steiger endete. Resümee: Man darf sich wohl auch in 2020 auf eine tolle „Mörderische Moselrundfahrt“ freuen. TE
