Allgemeine Berichte | 01.03.2023

Arbeitsmarkt verharrt im Wintermodus

Krisen und Flüchtlinge prägen nach wie vor Arbeitslosenstatistik

Kreis Cochem-Zell. Die Temperaturen sind frostig, und der Arbeitsmarkt bleibt im Wintermodus: Ende Februar zählten die Statistiker im Landkreis Cochem-Zell 1.715 arbeitslose Menschen, 43 mehr als im Januar. Um 328 ist der Wert sogar im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent – 0,1 Punkte höher als vor vier Wochen und 1 Prozentpunkt höher als vor einem Jahr.

Damit folge der Arbeitsmarkt nur teilweise dem üblichen Saisonverlauf, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Im Winter ist die Arbeitslosigkeit an der Mosel immer deutlich höher als im Sommer. Das liegt vor allem am stark ausgeprägten Tourismusgewerbe, das zwischen Weihnachten und Ostern nahezu ruht. Aber auch witterungsabhängige Betriebe können bei Frost häufig nicht arbeiten.“ Das allein erklärt den deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahreswerten laut Agenturchef jedoch nicht. „Es werden vor allem die geflüchteten Menschen aus der Ukraine abgebildet, die ja seit letztem Sommer vom Jobcenter betreut werden.“ Mehr als 200 Ukrainerinnen und Ukrainer sind derzeit laut Statistik im COC-Landkreis arbeitslos gemeldet. „Ein vorübergehendes Phänomen“, betont Schmidt, „da die meisten dieser Menschen nach Sprachkursen und Anerkennung ihrer Qualifikationen gut in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Sofern sie bleiben werden.“

Gemessen an den Herausforderungen, mit denen der Arbeitsmarkt sich in den letzten Jahren konfrontiert sah, sei die Lage weiterhin gut, betont Schmidt. Wie die weltweite Wirtschaft in Zukunft auf den anhaltenden Krieg reagieren werde, sei jedoch völlig offen. „Eine Prognose über die künftige Arbeitsmarktentwicklung ist nicht möglich.“

Lediglich der saisonale Fortgang sei – unter dem Vorbehalt politischer Einflüsse – mehr oder weniger klar: „Mit ansteigenden Temperaturen geht die Arbeitslosigkeit zurück. Witterungsabhängige Betriebe können wieder arbeiten. Hotellerie und Gastronomie bereitet sich auf den ersten Höhepunkt der Saison vor: das Ostergeschäft. Die Nachfrage nach Personal steigt.“

Die war im Februar eher noch verhalten. Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen 96 zusätzliche offene Stellen gemeldet, immerhin 40 mehr als im Januar. Insgesamt registriert die Arbeitsagentur damit 470 Stellenangebote im Landkreis.

Pressemitteilung der

Bundesagentur für Arbeit

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