Neuwieder WirtschaftsForum hatte zur JHV eingeladen
Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen?
Neuwied. Bis auf einen Posten unverändert schickten die Mitglieder des Neuwieder WirtschaftsForums das Führungsteam einstimmig in die nächsten zwei Jahre. Auf der Jahreshauptversammlung wurde Frank Wolfsfeld zum neuen zweiten Vorsitzenden gewählt. Vorsitzende bleibt Marion Blettenberg. Komplettiert wird der Vorstand von Matthias Müller, Michael Gassen und Ralf Winn. Wenn das WiFo zur Jahreshauptversammlung einlädt, sind die Formalien eher eine Randnotiz. So auch diesmal: Im Mittelpunkt stand der gesellige Austausch, garniert mit toller Unterhaltung und einem spannenden Impulsvortrag. Mit dem Ehrenschild wurden Rüdiger Bartz und Lothar Klaus Melms ausgezeichnet. Beide haben sich über viele Jahre hinter den Kulissen aktiv in die Arbeit des WiFo´s eingebracht. Sängerin Patrizia Puertas Alvarez begeisterte mit Stimme und legendären Hits aus der Rock- und Popgeschichte. Vom Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern war Prof. Dr. Andreas Dengel angereist, um KI zu erklären und Beispiele für die konkrete Anwendung, von der Medizin über die Industrie, bis hin zur Landwirtschaft, zu geben.
In ihrer Begrüßung kam Marion Blettenberg nicht umhin, Bezug zur aktuellen wirtschaftlichen Lage zu nehmen. Von der Politik fordert sie zuverlässige, solide Bedingungen der Planbarkeit für alle Unternehmen und mit Blick auf Rheinland-Pfalz, besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Viele nicht kalkulierbare Veränderungen wirken sich dagegen negativ aus. Den Anspruch des WiFo´s verdeutlichte sie anhand des Leitbilds, eines menschlichen, offenen, kreativen und kommunikativen Netzwerks aus der Wirtschaft für die Region. Das demokratische Handeln erfolge in ethischer Verantwortung für die Gesellschaft mit der Würde und dem Respekt vor jedem Menschen. Einen besonderen Dank sprach Marion Blettenberg den Mitwirkenden in den vier Arbeitskreisen, Standort, Digitalisierung, Personal und gesunde Region, aus. Neben dem Austausch untereinander wurden in den Arbeitskreisen Strategien, Maßnahmen und Angebote für alle Mitglieder erarbeitet. Cornelius Kirsche trug den Geschäftsbericht vor und berichtete von einem soliden finanziellen Fundament. Und darüber, dass die Mitgliederanzahl auf stabil hohen Niveau bei 140, mit Neuzugängen im Jahr 2024, liegt. Die Aktivitäten im Berichtszeitraum waren vielfältig und reichten von geselligen Ereignissen bis hin zu Informationsveranstaltungen. Allen voran die drei, mit Fachleuten hochkarätig besetzten, Energie-Gipfel. „Mit spannenden und informativen Formaten ist es uns gelungen, den Austausch zwischen der Wirtschaft und der Gesellschaft zu fördern“, resümierte Cornelius Kirsche. Marion Blettenberg hob hervor, dass das WiFo in seinen Bemühen um die Schaffung einer Regiopol Region viele Mitstreiter gefunden hat. Aus dem Gedanken zur Stärkung der Region seien konkrete Initiativen entstanden.
Prof. Dr. Andreas Dengel stellte seinen Vortrag unter die Überschrift „KI – Pulsgeber für die digitale Transformation“. Der Gastredner berichtete, dass die Anfänge der KI in die 1960er Jahre zurückreichen. Aber erst jetzt führe die massive Datenmenge, die enorme Rechnerleistung und Algorithmen, welche selbständig lernen können, zu der boomenden Entwicklung. Das Vermögen an Daten wird zu einem Vermögen an Wissen. Als praktisches Beispiel nannte Dr. Andreas Dengel den Rebschnitt. Eine Datenbrille nimmt den Rebstock aus der Sicht des Arbeiters auf und analysiert diesen. Die Brille zeigt dann dem Helfer, an welcher Stelle der Schnitt anzusetzen ist. Eine andere Anwendung ist die Dermatologie. Die neueste KI analysiert Hautläsionen und erkennt Krebserkrankungen. In der anschließenden Fragerunde äußerten einige Zuhörer Unbehagen: "Wer „füttert“ die KI mit welchen Daten? Werden Gesellschaften manipulierbar?" Prof. Dr. Andreas Dengel bestätigte, dass sich der Mensch zunehmend in Abhängigkeiten begibt. Eigentlich sei der Mensch ein räumliches Wesen, das sich in seiner Umwelt zurechtfindet. Eine Eigenschaft, die zunehmend durch Navigationssysteme übernommen wird. Der Vortrag des Professors gab beim abschließenden gemeinsamen Abendessen noch jede Menge Anlass für angeregte Diskussionen.
Pressemitteilung des WirtschaftsForum Neuwied e.V.
