Allgemeine Berichte | 26.02.2016

Kreismusikverband Neuwied will mehr Förderung für Ehrenamtliche und weniger Dirigismus vom Land

Kulturfördergesetz für Rheinland-Pfalz gefordert

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Kreismusikverbandes Neuwied überreichten der stellvertretende Präsident des Landesmusikverbandes, Hermann Josef Esser (l.), und der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Neuwied, Achim Hallerbach (r.), der Landtagsabgeordneten Ellen Demuth (Mitte) die „12 Musikpolitischen Forderungen des Landesmusikrates“. privat

Kreis Neuwied. Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Kreismusikverbandes Neuwied verabschiedeten die Mitglieder einstimmig die musikpolitischen Forderungen des rheinland-pfälzischen Landesmusikrates. Der demografische Wandel und die ständig reduzierten Fördermittel machen auch den Musikvereinen und Spielleutevereinigungen das Leben deutlich schwerer. Immer mehr Vereine seien irgendwann nicht mehr spielfähig. „Durch die Verdichtung des Lebensalltages spüren auch wir Laienmusikverbände in zunehmendem Maße einen Rückgang der ehrenamtlich Tätigen. Dies wird durch gekürzte Förderungen und fehlende Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements verstärkt“, bekräftigt Kreisvorsitzender Achim Hallerbach.

Die Mitglieder des Kreismusikverbandes Neuwied erörterten im Vorfeld der Landtagswahlen mit den erschienenen Politikern die Situation der Ehrenamtlichen im Bereich der Blasmusik und des Spielleutewesens. Es müsse der künftigen Landesregierung ein besonderes politisches Anliegen sein, dass die Kultur und Kunst in Rheinland-Pfalz künftig besser gefördert werde, erklärte der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Neuwied, Achim Hallerbach. Seit Jahren fielen die Kulturaufgaben der öffentlichen Hand weit hinter die anderer Bundesländer zurück. Deshalb fordert der Kreismusikverband von einer neuen Landesregierung neue Impulse für die Kultur und die Brauchtumspflege, mehr Teilhabe der Kulturschaffenden, eine deutliche Stärkung der Ehrenamtlichen und deutlich weniger Dirigismus und Bevormundung durch immer größere bürokratische Vorgaben in Zuschussverfahren.

Bedeutung der Laienmusik

Das Laienmusizieren bilde eine der tragenden Säulen des Musiklebens. Mit seinen verschiedenen Vereinen und Gruppierungen trage die Laienmusik in erheblichem Maße zur Vitalität des Musiklebens bei und zur Vielfalt der Heimat. Insbesondere im ländlich geprägten Landkreis Neuwied und in ganz Rheinland-Pfalz sei die Laienmusik sozialer Klebstoff, ein Standortfaktor für Familien- und Sozialbünde sowie Motor des Ehrenamts, ist sich die Mitgliederversammlung einig. Die Musikvereine und Spielleutevereinigungen übernehmen dabei zahlreiche wichtige Aufgaben für die Gesellschaft. Zentrale Punkte sind das frühe Heranführen an die musikalische Bildung sowie die Fort- und Weiterbildung sowie die Jugendarbeit in einer großen Bandbreite und Vielfalt. Seit mehr als 20 Jahren wurden die Zuschüsse des Landes für die Musikverbände nicht mehr erhöht. „Wir fordern eine gerechte und faire Anpassung der Landeszuschüsse, um die Handlungsfähigkeit der Musikvereine und der Verbände aufrechterhalten zu können, insbesondere für die Förderung von Aus- und Weiterbildungslehrgängen für Kinder und Jugendliche“, fordern der stellvertretende Präsident des Landesmusikverbandes, Hermann-Josef Esser, und der Kreisvorsitzende Achim Hallerbach.

Ehrenamt erfahrbar machen

Gleichzeitig wird eine stärkere Verankerung des Ehrenamts in der Schule gefordert. Wer früh im Leben mit ehrenamtlichen Aufgaben vertraut werde, führt diese auch später im Leben weiterhin aus, dies ist die Erfahrung über viele Jahre hinweg. „Wir fordern eine enge Kooperation mit den Musikvereinen und dem Spielmannswesen in Schulen, um für Schülerinnen und Schüler das Ehrenamt erfahrbar zu machen. Ebenfalls fordern wir darüber hinaus, der Bedeutung des Ehrenamts in der Musik durch strukturelle und finanzielle Maßnahmen Rechnung zu tragen. Die Zeit der langen und warmen Worte seitens der Landespolitik ist vorbei“, bekräftigt Hallerbach.

Rheinland-Pfalz ist ein Kulturland und eine Hochburg des Ehrenamts. Obwohl Rheinland-Pfalz zu den bundesweit höchst verschuldeten Bundesländern gehöre, die Kulturaufgaben freiwillige Leistungen darstellen und deshalb von den Sparzwängen besonders betroffen seien, brauche das Land gesicherte Handlungsräume für die Kultur und das Musikwesen vor Ort. Der Kreismusikverband Neuwied unterstützt die Forderung des Landesmusikrates, über ein Kulturfördergesetz die Arbeit der Musikvereine vor Ort zu sichern. Damit könne das Ehrenamt gestärkt und mehr Bedeutung beigemessen, Zuwendungen verbessert und vereinfacht werden. Eine gezielte Kulturförderung diene dem Wohle aller Bürger und stärke die Identität jeder Region.

Unterstützung erhalten

Unterstützung für die Forderungen gab es von der anwesenden Landtagsabgeordneten Ellen Demuth und dem Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel. Sie bekräftigten eindringlich die Stärkung des Ehrenamtes im Bereich der Laienmusik. „Unsere Musikvereine leisten wichtige soziale Arbeit, die insbesondere eine Entlastung staatlicher Aufgaben zur Folge hat“, betont die CDU-Landtagsabgeordnete Demuth. „Die Erfolge sind nur mit einem enormen Kraftaufwand der Ehrenamtlichen zu bewältigen. Von Landesseite steht dem leider nur der Leistungsabbau gegenüber. Eine jährlich abnehmende institutionelle Zuwendung, eine abnehmende Bereitschaft der Kommunen, die Vereine im Instrumentalbereich zu unterstützen, kaum bis überhaupt keine Unterstützung bei der Einrichtung von Bläserklassen seitens des Landes sowie zunehmende bürokratische Hürden und weitere Haftungsrisiken für Vereinsvorstände. So kann es nicht weitergehen, hier erwarten wir von der neuen Landesregierung dringend Entlastung“, betont Hermann Josef Esser für den Landesverband.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Kreismusikverbandes Neuwied überreichten der stellvertretende Präsident des Landesmusikverbandes, Hermann Josef Esser (l.), und der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Neuwied, Achim Hallerbach (r.), der Landtagsabgeordneten Ellen Demuth (Mitte) die „12 Musikpolitischen Forderungen des Landesmusikrates“. Foto: privat

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