Bürgerverein Meckenheim eröffnete 14. Programmjahr
Kurzweiliges Programm begeisterte
Kabarettist Jürgen Becker spielt aktuelles Programm „Volksbegehren“
Meckenheim. Über ein ausverkauftes Haus konnten sich die Verantwortlichen des Bürgervereins Meckenheim Freitag vergangener Woche freuen.
Zum Auftakt des 14. Programmjahres spielte der Kölner Kabarettist Jürgen Becker sein aktuelles Programm „Volksbegehren“. Dabei ging es jedoch nicht um Politik, wie eventuell der eine oder andere aus dem Namen ableiten wollte, vielmehr wurde der Name auseinandergenommen. Da blieb dann vor allem der Begriff „Begehren“ und das hat ja bekanntlich viel mit Sex zu tun. Darum ging es dann auch in dem überaus kurzweiligen Programm. Freilich stets mit einem gewissen Augenzwinkern und auch der Begriff „Volk“ kam zum Tragen, denn das Thema Fortpflanzung betrifft ja auch die Pflanzen- und Tierwelt und da hatten es Jürgen Becker zunächst einmal die Blattläuse angetan.
Ein wundersames Wesen, grün und hässlich und normalerweise findet man dort auch keine Partnerin zur Paarung. Aber die Blattlaus ist in der Lage, ganz auf eigenen Trieb hin sich sofort zehn Mal zu multiplizieren, was auch die Plage in dem einen oder anderen Garten erklären mag.
Sex ist aber vor allem auch eine Frage der Kulturgeschichte und es gibt Untersuchungen, dass Männer 60% des Tages nur an Sex denken. Die anderen 40% des Tages wohl an Fußball, so Becker. Kein Wunder, dass daher auch das Thema Paartherapie kräftig an Bedeutung gewonnen hat, und einer der wichtigsten Sätze ist es natürlich, dass man seinem Partner sagt, was man sich denn so wünscht. Welche Folgen es hat, wenn man dann nachts um vier aufwacht und seiner Partnerin sagt, dass man sich jetzt ein Bier und einen Jägermeister wünscht, wurde zum Glück nicht weiter hinterfragt. Wohl aber die Grundsätze der Evolution und wenn man die 4,5 Milliarden Jahre der Erde in einen Kalender eintragen würde, dann würde der Mensch erst am 31. Dezember gegen 17 Uhr die Bühne betreten, lange nach den Einzellern, welche bereits im Mai erschienen wären und auch lange nach den Dinosauriern, die am 1. Dezember, quasi zum Advent, auf der Erde leben würden.
Dank des Internets können wir das heute ja alles bekannt nachlesen und nachforschen und das Internet hat auch so seine Seiten. So gibt es weitere Untersuchungen, dass 70% aller Internet-Erotikseiten in Deutschland im Zeitraum zwischen neun und 17 Uhr aufgerufen werden, da bekommt das Wort Gleitzeit eine ganz neue Bedeutung, stellte Becker fest. Ob das daran liegen mag, dass die Nutzung überwiegend von Männern stattfindet? Eine Untersuchung nach Regionen gibt es jedenfalls nicht, aber in Aachen mag es wohl besonders heftig sein, dort gibt es ja bekanntlich die RWTH und einer der wichtigsten Merksätze lautet „Tausend Männer, keine Frau - ich studier Maschinenbau“.
Aber Sex und Erotik spielen auch in der Politik eine große Rolle, so stellte Jürgen Becker auch Wahlplakate vor und garnierte sie mit zahlreichen auf den Punkt gebrachten Witzen.
Nicht zum Gruseln, dafür aber zum Anfassen war Jürgen Becker in der Pause des Programms, setzte er sich doch einfach an einen Tisch mitten im Publikum und signierte dort Bücher und CD´s seines Programmes. Ebenfalls gab es kostenfrei Wein und Mineralwasser vom Bürgerverein als Begrüßung für das neue Jahr und der Abijahrgang des Konrad-Adenauer-Gymnasiums sorgte für frische Brezel.
Am Ende des Abends gab es dann Kölsch, und dafür hatte Jürgen Becker dann wieder eine recht logische Erklärung parat. Denn die Römer hatten dem Rheinland und vor allem den Kölner ja die Kultur nahegebracht. Das sollte sich dann auch in Genies wie Beethoven zeigen, der es ja auch von Bonn bis nach Meckenheim gebracht hat, aber nicht in den Norden. Die Kanalisation ging ja auch schon zu Römerzeiten bis nach Köln, aber dann schwammen die Exkremente auch den Rhein weiter rauf bis nach Düsseldorf, dort fand man die leckere Brühe ganz toll und taufte sie „Alt“, was viele Lacher hervorrief und viel Applaus bedeutete.
Insgesamt lieferte Jürgen Becker einen sehr humorigen und vor allem kurzweiligen Abend ab, der den Zuschauern sehr viel Freude machte, wie auch dem kräftigen Applaus zu entnehmen war. STF
