3. Comedy-Abend in Melsbach
Lachen war Trumpf beim Comedy-Abend
Im Melsbacher Bürgerhaus nahmen Komiker Gott und die Welt auf die Schippe
Melsbach. „Ich gehe über einen Zebrastreifen. Das Auto bremst. In der Türkei wäre ich im Krankenhaus“, witzelte beim 3. Comedy-Abend in Melsbach der Türke Serhat Dogan. Er kam vor 14 Jahren nach Deutschland und las aus seinem Tagebuch im vollen Melsbacher Bürgerhaus vor etwa 150 Besuchern. Die waren nicht nur von Serhat Dogan begeistert, sondern auch von Roberto Capitoni und Markus Barth.
Ortsbürgermeister Holger Klein hatte zu Beginn Künstler und Zuschauer begrüßt und versprochen: „Diese Erfolgsgeschichte geht weiter. Im Jahr des 751. Bestehens von Melsbach feiern wir fast genauso wie im vergangenen Jahr.“ Er dankte Marius Anhäuser und Daniel Koch für die Technik und allen weiteren Helfern, die diesen 3. Comedy-Abend möglich machten.
Comedys vom Feinsten im Melsbacher Bürgerhaus
Los ging es mit dem Komiker Roberto Capitoni, der stets beim Melsbacher Comedy-Abend die Moderation übernimmt. Dabei bietet der in Lahnstein lebende Comedian aber auch seine eigene Show: „Ich bin Italiener, Deutscher und Schwabe, da in Isny im Allgäu geboren“, klärte er auf. Mit den sparsamen Schwaben hat Roberto so seine Probleme und mit den Deutschen auch, vor allem bei Amore.
Eindrucksvoll demonstrierte er wie Italiener bei einer schönen Frau dahin schmelzen und wie die Deutschen kalt und trocken sind.
Dann verkündete Capitoni – er ist seit 1982 auf den Bühnen – Weisheiten seines Mafia-Onkels Luigi aus Palermo: „Wenn Du klug bist, kannst Du Dich dumm stellen, andersrum ist schwierig.“
Serhat Dogan wurde 1974 in Köln geboren, zog sechs Jahre später mit seinen Eltern in die Türkei um, kam 2004 wieder nach Deutschland und hatte die Merkwürdigkeiten im Tagebuch verewigt. „Ich wollte nach Deutschland, landete aber in Bayern. Die Frau am Fahrkartenschalter sagte ‚Grüß Gott‘. Ich sagte: ‚Ich bin aber Moslem.‘ Antwort: ‚Dann grüß Allah.‘“
Ein Maß im Hofbräuhaus kannte Serhat auch nicht: „Ich wollte ein Bier. Warum kommt Aquarium?“ Dann sah er zum ersten Mal ein Sonnenstudio: „Wenn du in der Türkei Sonne haben willst, gehst du raus, in Deutschland gehst Du rein. Irgendwas stimmt nicht.“ Die Zuschauer bekamen einen Lachanfall nach dem anderen.
So auch bei Markus Barth: „Ich heiße wirklich so“, versicherte der 1977 in Bamberg geborene Comedian, der seit 1999 in Köln lebt. Dort wunderte er sich über eine Ansage in der U-Bahn: „‚Benutzen Sie zum Einsteigen alle Türen.‘ Hab ich nicht geschafft, denn nach der dritten Tür fuhr die Bahn schon los.“ Ferner nahm Barth Sprachen aufs Korn: „Französisch ist mehr ein Geräusch und Holländisch ist lallen ohne Alkohol.“
Wunderschön findet er ein deutsches Wort: Rindenmulch „Das könnte auch ein Tier sein oder ‚ne fiese Krankheit, so unten rum, oder auch Trendfood: Jeden Morgen ein Glas Rindenmulch von Alnatura, da wird noch von Hand gemulcht.“
Die Ernährung hatte es Markus Barth ohnehin angetan: „Nach 18 Uhr keine Kohlehydrate mehr, die machen dann dick. Woher weiß das Kohlehydrat, wie viel Uhr es ist? Hab noch keine Kartoffel mit ‘ner Armbanduhr gesehen.“
Pfannkuchenteig aus der Flasche versteht er gar nicht: „Wer zu doof ist, Milch, Eier und Mehl zu mischen, der sollte auch keinen Herd bedienen. So Leute fragen Johann Lafer, wie lang man rühren muss, bis sich Eierschalen auflösen.“
Preis für besten Besucher-Witz
Mit Aufgaben in der Pause hatte Roberto Capitoni die Besucher versorgt: Sie sollten Witze aufschreiben und auf die Bühne legen. Die Lautstärke des Beifalls entschied dann über eine Gewinnerin, deren Witz sich mit den Holländern beschäftigt. „Erster Preis sind ein Paar italienische Socken mit meinen Initialen RC, die habe ich extra in Koblenz machen lassen“, erläuterte Capitoni und überreichte der Siegerin diesen Preis.
Zum Abschluss dankte Holger Klein den Künstlern mit je einem Kasten Jubiläumsapfelsaft, der von Melsbacher Streuobstwiesen stammt.
HEP
Kästen mit Apfelsaft von Melsbacher Streuobstwiesen überreichte Ortsbürgermeister Holger Klein (Mitte) den Comedians als Dank.
Serhat Dogan erinnerte sich an seine Ankunft in München im Jahre 2004.
