180 Aussteller zeigten auf Burg Adendorf Außergewöhnliches
Landpartie mit gemischtem Wetter
Tausende flanierten über das Gelände und durch die Ausstellungsräume
Adendorf. Das zweite Maiwochenende ist für viele Genießer des Schönen und Stilvollen ein fest geblockter Bereich im Kalender. Seit einigen Jahren im Ländchen etabliert, hat sich die Verkaufmesse vom ersten Event bis heute zum gelungenen fixen Termin für einen entspannten Tag des Flanierens und Genießens entwickelt. Von Donnerstag bis Sonntag hatten die Besucher die Gelegenheit, außergewöhnliche kulinarische Erfahrungen zu sammeln, der Kunst zu frönen oder einfach im stilvollen Ambiente der vielfältigen Aussteller die Seele baumeln zu lassen.
Die Veranstalter hatten dabei auf ein ausgewogenes Ausstellungsangebot Wert gelegt, in dem sich Bewährtes, aber auch neue Anbieter fanden. So zeigten Florentine von Schultzendorff und ihr Vater erstmals hier, dass die Kunstform des Stichdrucks alles andere als tot ist und auch heute stilvolle Ergebnisse liefert. Vater und Tochter hatten beschlossen, mit der Zeit zu gehen und das faszinierende historische Handwerk mit modernen Techniken wiederzubeleben. „Weil so etwas nicht kaputt gehen darf“, erklärt Jörg von Schultzendorff seine Motivation, alte Stichplatten zum Leben zu erwecken. 2016 hatte er die Hafenstaengl-Sammlung aufgekauft und so einen soliden Grundstein geschaffen. Fesselnder Detailreichtum beeindruckt die Besucher ebenso wie die Auswahl an Farben und Gestaltungstechniken, die die jüngere Zeit mit sich bringt. „Wir haben Platten in zig verschiedenen Größen, die kleinste ist so groß wie eine Zigarettenschachtel“, erklärt Florentine von Schultzendorff. 16 Tonnen drücken auf das feuchte Büttenpapier, um die Formen in schwarz-weiß zu übertragen. Nach der Trocknung wird von Hand entsprechend dem Kundenwunsch nachcoloriert. Gewählt werden kann auch die Rahmengröße sowie die Glasqualität. „Museumsglas spiegelt kaum“, erklärten die Fachleute unisono.
Neben solchen Besonderheiten und geballtem Fachwissen genossen die Gäste Malerei, Bildhauerei und Metallformen sowie kulinarische Highlights wie Bärlauch, Wildschwein, exklusive Käsesorten, Lakritzvarianten neben Weinen, Sekt, frischen Fruchtsäften, Kaffee aus aller Herren Länder und besonderen Limonaden. Praktisches für Haushalt und Einrichtung präsentierten die Aussteller ebenso wie gemütliche Kissen für jeden Bedarf und fantasievolle Dekorationsobjekte. Besonders gelungen waren in diesem Jahr wieder die liebevoll wie professionell gestalteten floristischen Highlights lokaler und überregionaler Könner ihres Handwerks.
Bei diesem Angebot trotzten selbst am letzten Tag der Ausstellung viele Besucher dem widrigen Wetter und hielten dem Regen gelassen ihre Schirme entgegen. Von dem angekündigten Unwetter, an dessen äußerem Gefahrengebiet auch Wachtberg lag, blieb das Großevent am Rand des Töpferorts weitgehend unbeeindruckt. Der Dauerregen verstärkte sich für etwa eine Viertelstunde, was niemanden sonderlich aus der Ruhe brachte. Da das Rahmenprogramm mit anspruchsvollen Kurkonzerten, Konrad Beikircher, der internationalen Tree Brokerein Maike Rohde und den Akustischen Vier weitgehend im Gebäude oder überdacht stattfand, wurden auch hier die Wolken gelassen genommen.
