Allgemeine Berichte | 03.12.2024

Neuausrichtung medizinische Versorgung

Landrätin Beilstein kämpft für gute Lösung

Kreis Cochem-Zell. Seit September ist die Schließung des Klinikums Mittelmosel bekannt und es steht fest, dass es fortan im Landkreis nur noch ein stationäres Angebot am Marienkrankenhaus Cochem geben wird. Das Klinikum Mittelmosel in Zell wird, aufbauend auf der bereits vorhandenen MVZ-Struktur, in ein großes ambulantes Gesundheitszentrum umgewandelt.

In der Kreistagssitzung am 7. Oktober 2024 haben die verantwortlichen Geschäftsführer der Träger des Marienkrankenhauses Cochem und des Klinikums Mittelmosel nochmals ihre Entscheidungsgründe deutlich gemacht und dargelegt, dass ein kommunales, finanzielles Engagement demnach nicht zielführend sei, da es keine Lösung für die dringend erforderliche Strukturveränderung darstellt. Der Transformationsprozess hat zwischenzeitlich begonnen.

Für Landrätin Beilstein steht fest, dass der Verlust eines Krankenhauses ein herber Verlust für die Bevölkerung darstellt, der zudem eine Verlagerung vom Gesundheitsbereich auf den Rettungsdienstbereich mit sich bringt. „Die Schließung eines Krankenhauses kann dadurch nicht kompensiert werden. Aber wir müssen versuchen, hier bestmöglich nachzujustieren, damit die Auswirkungen auf den Bereich der akuten Notfallversorgung zumindest minimiert werden.“

Landrätin Beilstein hat daher bereits die Initiative ergriffen, um zielführende Maßnahmen zur Verbesserung der akuten Notfallversorgung mit allen in diesem Sektor Beteiligten zu erarbeiten.

Runder Tischmit Rettungsdienstbehörden

Durch die Schließung des Klinikums Mittelmosel wird das Problem der akuten Notfallversorgung ins Rettungswesen verlagert. Die zuständige Rettungsdienstbehörde für den Landkreis Cochem-Zell ist beim Landkreis Mayen-Koblenz angesiedelt. Die Schließung des Klinikums Mittelmosel wirkt sich u. a. aber auch auf die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg aus. Auf Einladung von Landrätin Beilstein fand daher am 13.11.2024 ein runder Tisch mit den Rettungsdienstbehörden Mayen-Koblenz und Trier-Saarburg, unter Beteiligung der Landräte von Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg, sowie dem Sprecher der Leitenden Notärzte des Landkreises Cochem-Zell statt.

Im Rahmen des Gesprächs wurde darüber diskutiert, ob und wenn ja wie, die Strukturen im Rettungswesen angepasst werden müssen, damit auch zukünftig die akute Notfallversorgung gewährleistet werden kann. Landrätin Beilstein hat in diesem Zuge u. a. um Prüfung gebeten, inwieweit ein zusätzlicher Notarztstandort in Zell, insbesondere in den Nachtzeiten, sinnvoll und machbar ist. Zudem sind die Anzahl der eingesetzten Rettungsmittel und deren Standorte zu überprüfen. Etwaige Maßnahmen müssten durch die zuständige Rettungsdienstbehörde Mayen-Koblenz umgesetzt werden.

Um eine abschließende Entscheidung treffen zu können, bedarf es noch einer differenzierten Fallzahlenerhebung und -auswertung. Konsens bestand allerdings bereits in der Frage, inwieweit ein Anpassungsbedarf bei den luftgebundenen Rettungsmitteln besteht. Hier wird von den Experten die Auffassung des Innenministeriums geteilt, wonach es bereits eine gute Hubschrauberversorgung im Norden des Landes gibt und der Einsatz von nachflugtauglichen Hubschraubern aufgrund der nachts herrschenden Rahmenbedingungen keinen Vorteil für die Patienten bringen würde. Konkret geprüft wird nun der Vorschlag der Landrätin auf einen zusätzlichen Notarzt am Standort in Zell.

Außerdem werden die Stationierung und Personaleinsatz für den zusätzlichen Rettungswagen, den die Landrätin aufgrund ihrer beharrlichen Intervention in Mainz generieren konnte, durch die Rettungsdienstbehörde festgelegt und organisiert.

Einsatz bei Bund und Land

Weiterhin hat sich Landrätin Beilstein in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Lauterbach gewandt und gefordert, dass die neue Krankenhausreform die Gegebenheiten des ländlichen Raumes, der von weiten Wegen und einer geringen Bevölkerungsdichte geprägt ist, Rechnung tragen muss. „Bei allem Verständnis für Wirtschaftlichkeit, so sehe ich gerade im Gesundheitswesen einen existentiellen Bereich der Daseinsvorsorge, der so ausgestaltet sein muss, dass Menschen in ländlichen Räumen – insbesondere im Notfall – die gleichen Chancen haben wie Menschen in Ballungszentren.“

Dabei hat sie insbesondere auf die Problematik „Akute Notfallversorgung“ aufmerksam gemacht. „Aktuell findet durch die Schließung von Krankenhäusern eine Zuständigkeitsverlagerung vom Gesundheitswesen auf das Rettungswesen statt. Das kann aber nicht die Lösung sein. Meines Erachtens sollte eine flächendeckende Grundversorgung mit zeitlich schnell erreichbaren und mit an Mindestausstattung - besonders für Herz- und Schlaganfallproblematiken - definierten stationären Notaufnahmen in ländlichen Räumen gewährleistet sein.“, fordert Landrätin Beilstein. In diesem Zusammenhang hat sie auch signalisiert, dass der Landkreis Cochem-Zell weiterhin bereit ist, ein Pilotprojekt zur Verbesserung der akuten Notfallversorgung umzusetzen.

Pressemitteilung des

Kreis Cochem-Zell

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