„Rhenser Eierspende“ ist alter Osterbrauch in der Stadt Rhens
Lebensgroße Osterboten verteilten bunte Nester
Eine traditionelle Veranstaltung mit geschichtsträchtigem Hintergrund
Rhens. Seit vielen Jahren lebt am Ostermontag in der geschichtsträchtigen Stadt Rhens, wo zahlreiche historische Bauwerke Zeugnis über eine bewegte Vergangenheit geben, ein alter Brauch wieder auf. In Gedenken an Agnes von Flören, die im Jahr 1631 zum ersten Mal Rhenser Kinder mit gefärbten Ostereiern beschenkte, wiederholt sich das Geschehen am Alten Rathaus. Dort bekommen die anwesenden Kinder ein Osternest mit Eiern und Süßigkeiten. Und das aus den Händen von lebensgroßen Osterhasen, gespielt von drei Jugendlichen aus Rhens. Die Rhenser Eierspende ist ein alter Osterbrauch, der zunächst in Vergessenheit geraten, aber seit 1988 wieder durchgeführt wird und auf das tragische Schicksal der Agnes von Flören aufmerksam macht. Auch in diesem Jahr zogen kleine und große Rhenser, begleitet vom Musikverein Fanfarenzug Rhens 1971 e.V., von der Pfarrkirche St. Theresia zum Marktplatz, wo sie von Stadtbürgermeister Raimund Bogler begrüßt wurden. Dort in historischer Kulisse wird die Lebensgeschichte der Urheberin erzählt. Seit knapp zehn Jahren übernimmt Ruth Forg diese Aufgabe: „Mitten im dreißigjährigen Krieg, am Ostermontag des Jahres 1631, verlobte sich Agnes von Flören mit dem Reiterhauptmann Hans Hoegg aus Rhens. Nach der Verlobungsfeier verteilte das glückliche Paar gefärbte Ostereier und Osterkuchen an die Rhenser Kinder. Agnes versprach, sie auch im nächsten Jahr an Ostern wieder zu beschenken, diesmal als Ehefrau. Doch zu einer Hochzeit kam es nicht, da ihr Verlobter im September 1632 im Krieg gegen die Schweden starb. Agnes von Flören suchte Zuflucht im Kloster Oberwerth, hielt aber auch als Nonne ihr Versprechen und verteilte zu Lebzeiten Ostern eine Eierspende an die Kinder. Sie stiftete einen großen Geldbetrag, der die Eierspende auch nach ihrem Tod gewährleistete.“ Gebannt lauschten alle diesen Ausführungen, währenddessen schauten die Kinder erwartungsvoll immer wieder auf die Osternester, die bereitlagen. Jedes Jahr sind es zweihundert Eierspenden, die von den Osterhasen verteilt werden. Zum Abschluss gab es das Geschicklichkeitsspiel „Eierlauf“, bei dem die großen und kleinen Kinder, beim Laufen einer abgesteckten Strecke, ein Ei auf dem Löffel balancieren mussten. Es ist ein schöner, alter Osterbrauch, der Kinder glücklich macht und der hervorragend in die im Weltkulturerbe Mittelrhein gelegene mittelalterliche Stadt Rhens pass.
Große und kleine Rhenser hatten sich zur Eierspende vor dem Alten Rathaus versammelt.
Beim Eierlauf konnte jeder sein Geschick mit dem Ei unter Beweis stellen.
Erwartungsvoll blickten die Kinder auf die bunten Osternester, die sie bald geschenkt bekommen sollten.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie diese Woche im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
