Allgemeine Berichte | 05.06.2024

Großes Interesse bei Immobilienbesitzern - OB Jan Einig: „Wir müssen unsere Innenstadt neu denken“

Leerstandsmanagement: Erfolgreiche Auftaktveranstaltung

OB Jan Einig war froh, dass so viele Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende - darunter auch viele „neue Gesichter“ - der Einladung von Citymanagerin Michaela Ullrich gefolgt waren. Foto: Stadtverwaltung Neuwied

Neuwied. Die Botschaft war so einfach wie eindeutig: Die „gute alte Zeit“ kehrt nicht zurück. Einkaufsstraßen werden nicht mehr so aussehen, wie in den Zeiten, als es noch keinen Online-Handel gab. „Wir müssen unsere Innenstadt neu denken“, stimmte Oberbürgermeister Jan Einig folglich mit den Experten vom Büro „Junker + Kruse“ überein. Und die präsentierten bei der Auftaktveranstaltung zum „Leerstandsmanagementkonzept“ auch gleich zahlreiche Ideen, wie es anders gehen könnte. „Wir werden daran arbeiten“, versprach Einig, der gleichzeitig deutlich machte, „dass wir einen langen Atem und eine Mannschaftsleistung brauchen“. Daher war der OB froh, dass so viele Immobilienbesitzer und Gewerbetreibenden - darunter auch viele „neue Gesichter“ - der Einladung von Citymanagerin Michaela Ullrich gefolgt waren. „Ich bin sicher: Wir haben eine Chance, unsere Innenstadt attraktiver zu machen“, lautete am Ende sein positives Zwischenfazit.

Doch zurück zum Beginn der Veranstaltung. In seinem Vortrag machte Sven Nowoczien vom Stadtforschungs- und Planungsbüro „Junker + Kruse“ (Dortmund) deutlich, dass die Stadtkerne auch historisch die allermeiste Zeit nicht so ausgesehen haben wie in den 1990er-Jahren, sondern wesentlich durchmischter waren. Der Experte verhehlte auch nicht, dass Neuwied derzeit nicht die allerbesten Rahmenbedingungen für den Einzelhandel hat.

Denn die Kaufkraft der Menschen in der Deichstadt liegt statistisch doch relativ deutlich unter dem bundesdeutschen Schnitt. Ein Grund, warum die Verantwortlichen in der Stadt sich seit einiger Zeit aufgemacht haben, Bemühungen zur Schaffung von attraktivem Wohnraum – Stichwort Jachthafen, Stichwort Asas-Gelände - nach Kräften zu unterstützen.

Aber auch die Leerstandsquote in der City ist eindeutig zu hoch, weshalb Sven Nowoczien klipp und klar feststellte, dass die Neuwieder (Einzelhandels-)Innenstadt in ihrer aktuellen Form schlicht zu groß ist. In Teilen sei ein Funktionswandel unumgänglich. Er präsentierte dazu etliche positive Beispiele aus anderen deutschen Städten, die „Orte der Begegnung“ geschaffen haben sowie Kunst-, Kultur- und Bildungsangebote in die Innenstadt geholt haben und in denen Ladenlokale zu attraktiven Büro- oder Wohngebäuden umgestaltet worden sind. In diesem Zusammenhang lobte er auch ausdrücklich die bereits laufenden Umbaumaßnahmen. „Es passiert derzeit viel in Neuwied“, stellte er fest.

Doch reichen wird das alleine nicht, zumal auch Bürochef Stefan Kruse betonte, dass die Stadt zwar Rahmenbedingungen schaffen und Vermittler sein kann, am Ende aber die Immobilienbesitzer und Gewerbetreibenden gefragt sind und an einem Strang ziehen müssen. Mit ihnen sollen daher unter Begleitung des Fachbüros im nächsten Schritt kleine Arbeitsgruppen gebildet werden, die konkrete Zukunftsperspektiven für die verschiedenen Straßen erarbeiten.

Immobiliensteckbriefe und neue Spezialsoftware

Arbeitsgruppen sollen für Neuwied konkrete Zukunftsperspektiven erarbeiten. Zwei weitere Projekte von Stadt und Planungsbüro sollen diese Bemühungen flankieren:

1) Immobiliensteckbriefe: Für die verschiedenen Objekte in der Innenstadt werden Immobiliensteckbriefe erstellt, die alle relevanten Daten und Fakten sowie ein Foto mit der Außenansicht enthalten. Sie werden ergänzt um Angaben zu den möglichen Ursachen des Leerstands sowie zur Dringlichkeit der Etablierung einer neuen Nutzung. Die Steckbriefe sollen als „wachsende Dateien“ aufgebaut werden, also im Laufe des Prozesses und auch nach Abschluss der Konzeptentwicklung laufend vervollständigt werden. Die Immobiliensteckbriefe sollen grundlegende und möglichst detaillierte Hinweise zum Leerstandspotenzial liefern und damit die zentrale Grundlage für alle weiteren Überlegungen und Aktivitäten sein. Sie sollen im weiteren Verlauf - mit Einwilligung der Eigentümer - auch für die Etablierung eines Online-Angebotes zum aktiven Leerstandsmanagement und als digitale Schnittstelle zwischen Angebot und Nachfrage genutzt werden.

2) Anschaffung der vom Land geförderten Spezialsoftware „LeAn“ (Leerstands- und Ansiedlungsmanagement): Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Software ist eine Webanwendung für digitales Leerstands- und vorausschauendes Ansiedlungsmanagement. Sie erleichtert die Bestandsflächenverwaltung, liefert einen aktuellen Überblick über Immobilienbesatz und (drohende) Leerstände, enthält ein Dashboard mit umfangreichen Daten zu Umfeld und Nutzbarkeit der Immobilie und erfasst Ansiedlungsgesuche für eine stadtindividuelle Ansiedlungssteuerung.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung Neuwied

OB Jan Einig war froh, dass so viele Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende - darunter auch viele „neue Gesichter“ - der Einladung von Citymanagerin Michaela Ullrich gefolgt waren. Foto: Stadtverwaltung Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Anzeige Uhren Vintage
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Gesundheit im Blick
Verwaltung Immobilien
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
7

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
9

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

7

Meckenheim. Steigende Temperaturen und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen die Städte vor neue Herausforderungen. Um die Lebensqualität auch an heißen Tagen zu stärken, startet die Stadt Meckenheim ein neues Beteiligungsprojekt im Rahmen der kommunalen Klimafolgenanpassung: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern soll eine Cooling Spots Karte für das Stadtgebiet erstellt werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
7

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
11

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Die Unfallstelle auf der B327.
257

Die verunglückte Fahrerin soll einen weiteren PKW überholt haben

30.04.: Tödlicher Unfall auf der B327 - Zeugen gesucht

Gödenroth. Im Zuge der Ermittlungen zum schweren Verkehrsunfall auf der B327 haben sich Hinweise auf zwei bisher unbekannte Fahrzeugführer ergeben, die wertvolle Informationen zum Unfallhergang liefern könnten.

Weiterlesen

Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Werksverkauf Anhausen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Titelanzeige
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr