Landfrauen aus dem gesamten Kreis Ahrweiler
Lehrfahrt führte nach Mittelfranken
Die Themen Ernährung, Natur und Umwelt bildeten besondere Schwerpunkte für die 50-Personen-Gruppe
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Neben historischen Sehenswürdigkeiten bildeten die Themen Ernährung, Natur und Umwelt besondere Schwerpunkte der Lehrfahrt der Landfrauen aus dem Kreis Ahrweiler. 50 Personen aus dem gesamten Kreisgebiet waren mit der Kreisvorsitzenden Ingrid Strohe aus Dedenbach sechs Tage unterwegs und besuchten dabei Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg, Ansbach und Wassertrüdingen. Sie lernten die junge Geschichte der Fränkischen Seenplatte kennen, die als Maßnahme zur Wasserversorgung im mittelfränkischen Raum im Jahr 1986 von der bayerischen Staatsregierung mit der Übergabe von zunächst drei künstlich geschaffenen Seen begann. Heute sind weite Teile des inzwischen sieben Seen umfassenden Naturschutzgeländes auch durch touristische Angebote wie Wassersport, Wandern und Radfahren erschlossen.
Die Landfrauengruppe besuchte den zum Projekt gehörenden Rothsee. Im umliegenden Naturpark betreibt der Landesverband für Vogelschutz die Umweltstation mit einem reichen Umweltbildungsangebot. Kinder und Erwachsene sind dort gleichermaßen willkommen. Besonders interessant ist das sogenannte Klimadeck mit den interaktiven Stationen, an denen Energieverbräuche modellhaft dargestellt werden können. Ein Beispiel, wie anfallende Energie für den eigenen Betrieb genutzt werden kann, stellte der Seniorchef des Waldmichlhofs dar. Mit wenigen Milchkühen fing er an, heute unterhält er einen landwirtschaftlichen Hof mit Haflinger- und Rinderaufzucht. Ein zweites Standbein stellt die eigene Gastronomie mit eigenem Schlachthaus dar, die Energie erzeugt die hofeigene Biogasanlage. Sehr beeindruckend war der Besuch bei Linda Schwarzbeck in Lehrberg, einer 33-jährigen Bäuerin, die als gelernte Mechatronikerin nun den elterlichen Hof aus Leidenschaft übernommen hat. Mit viel Temperament empfing sie die Landfrauengruppe und stellte ihre Betriebsphilosophie vor. Als Saisonbetrieb lebt sie von Spargel und Sonderkulturen. Die Rinder des elterlichen Betriebs werden abgeschafft. Voller Einsatz soll in den Hofladen und die Selbstvermarktung fließen. Wie im Gegensatz dazu ein mit drei Familien geführter Großbetrieb funktioniert, stellte Peter Höfler in Schnepfenreuth vor. In der dritten Generation läuft der Profibetrieb. Auf einer Gesamtfläche von etwa 40 Hektar wird zum größten Teil in bewässerten Freiflächen Gemüse aller Art angebaut. Sieben Gärtnermeister und Mitarbeiter aus anderen Berufszweigen sind im Einsatz, 60 bis 80 Saisonarbeitskräfte erledigen die Ernte. Ausgefeilte Technik begegnet den Besuchern in den Unterglasanbauflächen, die für den Anbau von Tomaten, Paprika und Gurken genutzt werden. Die Kulturführung im QS-Gap-zertifizierten Betrieb unterliegt laufender Überwachungen sowie Untersuchungen von Boden und Pflanzen, die den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf ein Minimum reduzieren. Auch die Ernte wird von staatlich anerkannten Prüflabors ständig kontrolliert. Eine Verkostung von Tomaten und Gurken überzeugte die Gruppe von der guten Gemüsequalität.
