Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Tage des Lesens am Martin-Butzer-Gymnasium Dierdorf

„Lesen ist toll, schreiben noch schöner!“

„Lesen ist toll,
schreiben noch schöner!“

Die diesjährigen ‚Tage des Lesens‘, eine Initiative der 1988 gegründeten ‚Stiftung Lesen‘ zur Förderung der Lesekultur in Deutschland, haben auch das Martin-Butzer-Gymnasium in Dierdorf in der vergangenen Woche wieder in einen regelrechten Leserausch versetzt.Foto: privat

04.12.2018 - 12:53

Dierdorf. Die diesjährigen ‚Tage des Lesens‘, eine Initiative der 1988 gegründeten ‚Stiftung Lesen‘ zur Förderung der Lesekultur in Deutschland, haben auch das Martin-Butzer-Gymnasium in Dierdorf in der vergangenen Woche wieder in einen regelrechten Leserausch versetzt. ‚Dabei mussten unsere Schülerinnen und Schüler eigentlich nur zuhören‘, berichtet Studienrätin Ursel Eisenbach, die Veranstaltungsplanerin am MBG. ‚Wir haben uns einfach ein paar Literatur-Profis eingeladen: einen versierten Buchhändler, mehrere routinierte Vorleser und sogar drei prominente Autoren wirklich erfolgreicher Bücher.‘ Und dieser organisatorische Aufwand hat sich gelohnt. Die ‚Vorlesungen‘ für die Klassenstufen 7-13 waren jeweils ein voller Erfolg, immer gut besucht und überaus lebhaft. Erwin Kuhn, ehemals selbst Deutschlehrer am MBG, sowie Pfarrer Patrique Koelmann (Dierdorf) unterhielten die Schüler der unteren Jahrgänge als begnadete Vorleser auf Hörbuch-Niveau. Mit Michaela Abresch, Verfasserin vorwiegend historischer Erzählungen mit Bezug zu ihrer Heimat, dem Westerwald (‚Kalt ruht die Nacht‘, 2017), dem aus Betzdorf gebürtigen Volker Dützer, der mit ‚Tödliche Heimkehr‘ (2015) einen authentischen Westerwald-Krimi vorgelegt hat, und seinem in Köln beheimateten Kollegen Leon Sachs (‚Mein ist die Macht‘) standen dem jungen Publikum gleich drei namhafte Autoren Rede und Antwort. Während Uwe Sigismund, Betreiber des Bendorfer Buchladens über die aktuellen Trends am Bücher-Markt informierte und mit den Schülern darüber sprach, wie etwa Bestseller-Listen zustande kommen, gewährten die eingeladenen Autoren ihrem jugendlichen Publikum bereitwillig Einblicke in ihre schriftstellerische Arbeit. Nach einer kurzen Einführung in ihre bisherigen Veröffentlichungen gaben die prominenten Gäste jeweils kurze Hör-Proben aus ihren aktuellen Buch-Produktionen, um sich anschließend den Fragen der literarisch interessierten Schülerinnen und Schüler zu stellen. Leon Sachs, Autor verschiedener erfolgreicher Polit-Thriller, seine jüngste Veröffentlichung kreist um einen erfundenen Anschlag auf die Kölner Zentralmoschee, gab zunächst unumwunden zu, dass ihm seine Bucherfolge noch keine auskömmliche Existenz sichern könnten. Der 36-jährige Erfolgs-Autor arbeitet daher hauptberuflich weiter als Journalist. Als Schriftsteller profitiere er aber durchaus von seinen erworbenen journalistischen Fähigkeiten, etwa bei der Recherche der technischen, geografischen und politischen Hintergründe seiner Erzählungen. ‚Da muss ja alles stimmen. Meine Leser müssen beispielsweise die Orte wiedererkennen, in die ich meine Handlungen hineinprojiziere - und die Verhältnisse dort. Wenn die Sache beispielsweise in Paris spielt, muss die Polizei in meiner Darstellung eben auch typiquement parisien agieren. Es wäre also sinnlos, eine Streife in Köln-Ehrenfeld zu begleiten, um das aufzuklären. Nein, man muss dann schon selbst für zwei Wochen nach Paris fahren, um herauszufinden, wie die Polizei dort funktioniert, wie sie an die Aufklärung spektakulärer Fälle herangeht, und was das so für Typen sind.‘ Das sei ‚superspannend‘, aber auch äußerst aufwendig, nicht zuletzt im Hinblick auf den Zeitbedarf. Als Autor könne man sich so umfangreiche Nachforschungen eigentlich gar nicht erlauben, erläuterte Sachs. Denn, wenn ein Verlag ein Manuskript bestelle und für dessen Realisierung einen Vorlauf von 18 Monaten ansetze, ‚bin ich bis zur Abgabe des Manuskriptes beinahe jeden Tag beschäftigt. Und mit dem Druck musst du fertig werden.‘ Liegt dann endlich eine Roh-Fassung für eine neue Erzählung vor, beugt sich ein Verlags-Lektor darüber und ringt dem Autor verschiedene sprachliche und inhaltliche Zugeständnisse ab. ‚Das ist nicht immer leicht zu ertragen. Es geht schließlich um meine Arbeit, bei deren Abfassung ich mir ja immerhin etwas gedacht habe.‘ Aber die Verlags-Profis wissen natürlich auch, was beim Publikum ankommt, etwa welchen Titel man einem Buch am besten gebe und wie dessen Cover gestaltet sein müsse, um seine Chancen auf dem heiß umkämpften Buchmarkt zu erhöhen. ‚Und daran bin ich schließlich auch interessiert, denn ich möchte ja möglichst viele Menschen erreichen und begeistern‘, gab der sympathische Jung-Autor zu. Die Schüler, einige betätigen sich selbst als Hobby-Literaten, wollten von Sachs wissen, wie er seine Geschichten anlegt: ‚Haben Sie eine bestimmte Ausgangslage und Figuren vor Augen, und entwickelt sich die Handlung dann eigendynamisch weiter?‘, wollte etwa Celina Kohn aus der 10B wissen? Sachs entgegnete ganz offen, dass er ebenfalls mit dieser ‚berühmten Nicht-Technik‘ experimentiert habe, ‚und es soll Leute geben, die das sogar beherrschen. Aber mich hat das regelmäßig ins Chaos geführt. Nein, ich muss von vornherein wissen, was wann und wo mit wem passiert und wohin es genau führt. Ich beginne also mit der Struktur, skizziere den Erzähl-Plot und ordne ihn akribisch in einzelne Erzähl-Phasen, platziere genauestens die handlungstreibenden Elemente, schaffe einen Spannungsbogen, gewissermaßen wie in einem klassischen Drama. Mein Vergnügen finde ich dann darin, diesen Rohbau sprachlich mit Leben zu erfüllen, sodass eine glaubwürdige, möglichst packende Erzählung daraus wird. Da bin ich dann ganz Schriftsteller. Ein gutes Buch zu lesen, ist toll, aber schreiben so viel schöner!‘, erklärte Sachs seinen jungen Gesprächspartnern. Die waren sichtbar angetan von der inneren Begeisterung des jungen Autors, der ihnen sein Verständnis von Literatur lebendig nahebringen konnte. Viel zu schnell verging die zwanglose Plauderei mit den drei erfolgreichen Schriftstellern. ‚Wir werden das unbedingt fortsetzen und wollen damit nicht auf die Lesetage des nächsten Jahres warten‘, versprach Veranstaltungsplanerin Ursel Eisenbach am Ende eines kurzen Austauschs, in dem die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer des MBG eine rundum erfreuliche Bilanz ziehen konnten.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Unterstützung für die Martinshilfe

Herbergssuchende in Döttingen

Unterstützung für die Martinshilfe

Döttingen. Vor Weihnachten stellen Kinder und Jugendliche aus Döttingen die Herbergssuche von Maria und Josef nach. Sie gehen von Station zu Station, um eine passende Herberge zu finden. mehr...

Kirchenchor „Cäcilia“

Jahreshaupt- versammlung

Weißenthurm. Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung am Dienstag, 12. Februar um 19.30 Uhr im katholischen Vereinshaus lädt der Kirchenchor „Cäcilia“ Weißenthurm alle Mitglieder herzlich ein. Tagesordnung:... mehr...

TV Weißenthurm 1868 e. V.

Verleihung des Sportabzeichens

Weißenthurm. Der TV Weißenthurm 1868 e. V. lädt alle Sportabzeichenfreunde und deren Partner zur Verleihung des Sportabzeichens am Freitag, 8. Februar um 19 Uhr im Rheinhotel Rheinufer Weißenthurm ein.... mehr...

Heimatjahrbuch für den Landkreis Ahrweiler

Autoren werden gesucht

Kreis Ahrweiler. Die Vorbereitungen für das Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2020 sind angelaufen – jetzt beginnt die Suche nach Autoren. „Wer macht mit? Wer möchte einen Beitrag verfassen?“ Landrat Dr.... mehr...

LiterAHRische Gesellschaft e.V.

Lesung mit den Wortwerkern

Bad Neuenahr. Auch in diesem Jahr sind die Wortwerker auf Einladung des Seniorennetzwerks mit einer Lesung im Evangelischen Gemeindehaus in Bad Neuenahr zu Gast. mehr...

Informationsveranstaltung in Ahrweiler

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung

Ahrweiler. Die Kreisverwaltung Ahrweiler, der Betreuungsverein SKFM Katholischer Verein für soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler und der Betreuungsverein der evangelischen Kirchengemeinden der... mehr...

Weitere Berichte

Cochem/Ernst. Bei gefühlten Minusgraden trafen sich auch in 2019 wieder zahlreiche mutige „Flutengänger“ die sich anlässlich des traditionellen Neujahrsschwimmens der Cochemer DRK-Wasserwacht ins trübe Gewässer der Mosel gleiten ließen. mehr...

Tierheim u. Tierschutzverein Kreis Ahrweiler e.V.

Krümmel ist ein agiler, neugieriger Zeitgenosse

Ahrweiler. Krümmel ist ein sehr agiler und stürmischer Hund, der physisch und psychisch viel Auslastung braucht. Er muss dringend gefordert werden, um für seine ganze Kraft und Energie ein Ventil zu finden. Er ist noch unerzogen und muss einiges lernen, auch an der Leine zieht er stark. Somit sucht er sehr hundeerfahrene Menschen, die viel Sport mit ihm machen und zum Beispiel die Hundeschule besuchen. mehr...

Politik

Angebot der Wirtschaftsförderung im Kreis Ahrweiler

Nächster ISB-Beratertag steht an

Ahrweiler. Die Servicestelle Förderprogramme der Abteilung Wirtschaftsförderung in der Kreisverwaltung Ahrweiler lädt zusammen mit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) für Mittwoch, 6. Februar, zum nächsten ISB-Beratertag in der Kreisverwaltung ein. Teilnehmer können für diesen Tag individuelle Termine vereinbaren. mehr...

 
Sport

Nürburgring. Über 870 Starter aus 11 Nationen versammelten sich am vergangenen Samstag am Nürburgring. Bereits zum 7. Mal reisten Karate-Enthusiasten aus der ganzen Welt in die Eifel, um an einem der größten Wettbewerbe in der Region teilzunehmen. mehr...

Gürtelprüfung beim Judo-Club Bad Neuenahr

Alle Judokas erhielten den angestrebten Gürtel

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit Monaten trainierten einige Judokas des Judo-Clubs Bad Neuenahr auf diesen Prüfungstag hin - galt es doch die erste bzw. zweite Stufe auf der langen Leiter bis zum schwarzen Gürtel zu erreichen. Während für die erste Prüfungsstufe, den weiß-gelben Gürtel zwei Falltechniken, drei Formen des Werfens und zwei Festhaltetechniken jeweils in Reinform und in Anwendungssituationen... mehr...

Wirtschaft

-Anzeige-Amtierende Mittelrhein Weinkönigin Johanna Schneider zu Gast bei der Koblenzer Brauerei

„Bier und Wein das darf sein“

Koblenz. Vergangenes Jahr traf Thomas Beer, Geschäftsführer der Koblenzer Brauerei auf Johanna Schneider und lud sie ein, das Bier aus der Koblenzer Braustätte näher kennenzulernen. Dieser Einladung ist die amtierende Mittelrhein Weinkönigin aus Leutesdorf nun gefolgt und schaute sich in der Brauerei gerne einmal um. mehr...

Umfrage

Karte vs. Bargeld: Wonach greifen Sie in ihrer Geldbörse zum Bezahlen?

Bargeld
EC-Karte / Kreditkarte
Garnicht, sondern per Handy via App / kontaktlos
Unterschiedlich
Anzeige
 
 
Anzeige
 
Kommentare
Uwe Klasen:
Dazu passend ein Bericht in der "Jüdischen Rundschau": Wieder auf gepackten Koffern - Wegen des zunehmenden Antisemitismus fürchten junge Juden um ihre Zukunft in Deutschland. [Link v. d. Redaktion entfernt]
juergen mueller:
Ob Konrad-Adenauer-Ufer oder Kornpfortstraße - alles ist - und noch mehr - sanierungsbedürftig.Sich immer wieder als Kümmerer darzustellen und auf seinen Spaziergängen Probleme, die wir zuhauf in Koblenz haben, aufzuzählen, sollte man mit offenen Karten spielen, was heisst, wer soll das bezahlen. Es hapert überall, dazu brauchen wir keine Spaziergänger, die anscheinend nichts anderes u tun haben, Defizite aufzudecken, die lange bekannt sind u.nur darauf bedacht sind,sich immer wieder selbst in den Fokus zu setzen, was keine löst.Wer Forderungen stellt u. selbst im Stadtrat sitzt (oder dahin will, gell Herr Blank) sollte sich bei seinen Forderungen erst einmal Gedanken darüber machen, wie das bezahlt werden soll. Diese immerwährende Selbstdarstellung ist scheinheilig und täuscht über den wahren Hintergrund hinweg.
juergen mueller:
Das ist ja in der Politik nichts neues u. gehört einfach zu der Mentalität eines jeden Politikers, Dinge für sich in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind u.sich wohldurchdacht in den Vordergrund zu stellen. Das gehört neben Reden ohne wirklichen Inhalt einfach zum Handwerkszeug. Jeder Politiker sollte ein Präsent mit auf seinen Weg bekommen - ein LABER-Glas.Wenn ihm keiner zuhört: Deckel öffnen,reinlabern,Deckel schließen.Wenn keiner mit ihm spricht: Deckel öffnen,sein altes Gelaber anhören.Und das Ding mit den hygienischen Argumenten ist wirklich zweitrangig u.vorgeschoben.Da gibt es Beispiele,bei denen das Wort "Schwein" schon eine Beleidigung dieser Tiergattung darstellt.Und was die Grundwerte betrifft,so dürften gerade diejenigen,die sich damit gerne idendifizieren,erst einmal in Klausur gehen um zu verinnerlichen,was sie selbst damit verbindet.Denn Detailkenntnisse gehören ja nicht unbedingt zu einem Muss eines jeden Politikers.
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.