Allgemeine Berichte | 08.11.2019, 12:33 Uhr

Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V ruft zu strengeren Prüfungen auf

„Lichtverschmutzung“ ist ein wachsendes Problem

Neben der Energieverschwendung liegt auch eine starke Störung für nachtaktive Tiere vor

Der durch 15 Lampen mit halogenartigem Licht gleißend hell angestrahlte Werbeturm von Mogendorf. Foto: Immo Vollmer
65

Westerwaldkreis. Seit ca. einem Monat steht am Ortseingang von Mogendorf ein hoher Turm mit Werbetafeln, die nachts von 15 Scheinwerfern hell beleuchtet werden. „Gerade in der heutigen Zeit, wo der Natur immer mehr Lebensräume und Arten verloren gehen, ist eine solch gedankenlose Energieverschwendung nicht zu verantworten“, erklärte Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent des Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Auch die Bürger, die schon seit Jahren immer mehr Geld für die ständig steigenden Energiekosten insbesondere durch den nicht naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien aufbringen müssen, werden für eine derartige Energieverschwendung kein Verständnis haben.

Niedrigerer UV-Anteil entfaltet geringere Schadwirkung

Neben der Energieverschwendung liegt auch eine starke Störung für nachtaktive Tiere, insbesondere für Nachtfalter und Fledermäuse vor. Um hier eine geringere Schadwirkung zu entfalten, wurden bereits im Siedlungsbereich die grellen Lichtquellen mit hohem UV-Anteil vielerorts durch insektenfreundlichere Lampen mit warmen gelblich-rötlichen Licht ersetzt.

Die Mogendorfer Werbesäule wird hingegen mit einem halogenartigen grell blau-weißem Licht bestrahlt. „Lichtverschmutzung“ ist ein dafür geläufiger Fachbegriff. Viele Menschen verstehen darunter auch, dass durch übermäßige Beleuchtung keine Sterne mehr am Himmel zu sehen sind.

„Wir bitten daher die Genehmigungsbehörden, alle gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, derartige Anlagen nicht zu genehmigen“, betonte Dipl.-Biologe Konstantin Müller, Vorstand der NI.

Mangel an Problembewusstsein

Ein entsprechendes Problembewusstsein scheint allerdings bei den Vorhabenträgern und Investoren nicht vorhanden zu sein. Der Anteil an extrem weit in die Landschaft einwirkende Lichtwerbung nimmt immer mehr zu. Weitere Beispiele sind die beleuchteten Werbetürme in dem Autohof an der A3-Anschlusstelle Ransbach-Baumbach oder der überdimensionierte „Werbefernseher“ nahe der A3-Anschlussstelle Neuwied.

„Wenn man Natur-, Arten- und Klimaschutz sowie die Sorgen der Menschen hinsichtlich einer lebenswerten Zukunft ernst nehmen will und die Energiewende mehr sein soll als lediglich ein Freifahrtschein für naturschädliche Projekte im Innen- und Außenbereich, dann müssen solche Vorhaben definitiv der Vergangenheit angehören“, so Immo Vollmer und Konstantin Müller.

Pressemitteilung des

Umweltverbandes

Naturschutzinitiative e.V.

Der durch 15 Lampen mit halogenartigem Licht gleißend hell angestrahlte Werbeturm von Mogendorf. Foto: Immo Vollmer Foto: Immo Vollmer

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die neue Brücke in der Beckenkampstraße, die über die darunterliegende Bahnstrecke führt, ist seit wenigen Tagen für den Fuß- und Radverkehr freigegeben.
6

Die Fuß- und Radwegebrücke in der Beckenkampstraße im Koblenzer Stadtteil Horchheim wurde kürzlich nach einem umfangreichen Neubauprojekt wiedereröffnet. Die ursprüngliche Bogenbrücke aus dem Jahr 1914 war im Herbst 2022 abgerissen worden, um Platz für den modernen Ersatzbau zu schaffen. Während der Bauphase mussten technische Anpassungen vorgenommen werden, die den Zeitplan beeinflussten und die Nutzung der Bahnsperrpausen veränderten.

Weiterlesen

Die Versteigerung brachte die beeindruckende Summe von 1.674,50 Euro ein.
5

Raimund Wittlich engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten für krebskranke und hilfsbedürftige Kinder bei der VOR-TOUR der Hoffnung. In dieser Zeit hat er sich als engagierter Spendensammler und „Kümmerer“ einen Namen gemacht und durch kreative Ideen immer wieder überrascht. Sein Talent, Potenziale für den guten Zweck zu erkennen, zeigte sich auch in der Geschichte des Unimog-Modells von Jörg Sombrutzki aus Roßbach.

Weiterlesen

Eine interessante Podumsdiskussion zu Kommunalarchiven, an der (von links) Prof. Dr. Wolfgang Dobras, Dr. Katharina Thielen, Dr. Max Plassmann und Dr. Sabine Schneider teilnahmen, rundete die Eröffnung des neuen Stadtarchivs im Forum Confluentes in Koblenz ab.
6

Das Stadtarchiv von Koblenz hat nun eine neue Adresse: Es ist in das Forum Confluentes am Zentralplatz umgezogen. Mit der jüngst erfolgten großen Eröffnung wurde der lang geplante Umzug vom alten Standort an der Alten Burg nahezu vollständig abgeschlossen. Oberbürgermeister David Langner dankte den Mitarbeitenden und beteiligten Firmen, die den Umzug ermöglichten, und betonte die Bedeutung der Bewahrung der Stadtgeschichte für kommende Generationen.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Kokubu - 14.01.27
Moonlight Concert 27.11.26
Ausbildung zum Metallbauer
Herbstaktion KW 45
Zählerablesung 50% Rabatt
Angebotsanzeige (November)
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
574

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
185

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen