Konzert mit großartigem Orchester
„Löf klingt - open air“
Löfer Musikverein verwandelt Industriegelände in einen Musikpark
Löf. Sie scheinen ein bisschen verrückt zu sein: ein Haufen Arbeit für ein paar Stunden Musik? Aber weil der Musikverein Löf Musik lebt, wurde mit vereinter Kraft der „Haufen“ beseitigt und der Weg bereitet zu „Löf klingt – open air“. Veranstaltungsort war bei diesem Konzert das ehemalige Firmengelände der Firma Gerüstbau Schmied (vertreten durch Willi und Christian Schmied), welches die Inhaber nicht nur zur Verfügung stellten, sondern auch selbst mit Hand anlegten, um es für diesen Zweck nutzbar zu machen. Es musste unter anderem Unkraut beseitigt, Schotter gekehrt und eine Treppe als Zugang gebaut werden. Wichtig bei solchen Veranstaltungen: die Toiletten. Dafür installierte man ein 70 Meter langes Abfallrohr.
Monatelang war im Vorfeld sehr viel logistische und organisatorische Arbeit nötig. Doch das alles schreckte den Musikverein Löf nicht ab, mit viel Leidenschaft gingen sie ans Werk. Am Abend ihres Konzertes zeigte sich der Austragungsort von seiner besten Seite. Sehr viele Musikbegeisterte waren gekommen, alle Plätze besetzt und die Sonne lachte vom Himmel. Zum Auftakt spielte das Bläserquartett einen festlichen Marsch.
Der Vorsitzende Wolfgang Weber begrüßte die Gäste und wies daraufhin: „Wir haben für diesen Abend alle Aktiven von jung bis alt mit eingebunden, plus unsere Freunde aus dem Herz-Jesu-Haus Kühr.“ 2018 begann die Partnerschaft des Musikverein Löf mit dem Herz-Jesu-Haus, im September desselben Jahres gab es das erste Konzert, bei dem Bewohner und Bewohnerinnen mitspielten. Vereinsmitglied Lorena Schunk bereitete sie darauf vor, ein Jahr später folgte ein gemeinsames Benefizkonzert in Nörtershausen. Dieses Miteinander im Zeichen der Musik ist ein großartiges Beispiel für integrative Zusammenarbeit. Im weiteren Verlauf seiner Ansprache bedankte sich Wolfgang Weber bei allen Unterstützern, vor allem bei Willi und Christian Schmied, die auf die Frage nach der Nutzung nur meinten: „Machte mo!“
Der Mann mit dem Stock = Reinhard Lisecki, hatte die Gesamtleitung des Konzertes. Nach längerer Abwesenheit, lag die Moderation wieder in den Händen von Susanne Göttert, die wie eh und je charmant, humorvoll und routiniert durch die Veranstaltung führte. Was gibt es Schöneres, als in einer lauen Sommernacht Musik zu genießen!
Langer Konzertabend
Es wurde ein langer Konzertabend, der viele Facetten hatte. Mit den Kleinsten ging es los. In der musikalischen Früherziehung werden vier- bis sechsjährige an die Musik herangeführt und ihnen der Spaß an Rhythmus und Musik vermittelt, musikalisches Talent früh unterstützt, das Gehör sensibilisiert und Kreativität gefördert. Es ist der Grundstein für das Erlernen eines Instrumentes. Seit 2021 leitet Karla Burger diese wöchentlichen Kurse. Die Minis präsentierten das „Notenlernlied“ mit viel körperlichem Einsatz und bekamen großen Applaus.
Nach einem kleinen Interview über die Vereinsarbeit Karla Burgers, die im Kindergarten Löf als Erzieherin tätig ist, zeigte ihr neunjähriger Sohn Matthias mit dem „Radetzky Marsch“ sein Können an der Trompete. Marc Weber ist der Leiter des 20-köpfigen Vororchesters und hatte für diesen Abend ein tolles Programm aufgestellt. Die sechs- bis achtjährigen begeisterten mit der „Europahymne“, dem „Coconut Song“ und zuletzt mit „We will rock you“. Das Jugendorchester unter der Leitung von Musikpädagoge Thorsten Krause, folgte mit bekannten Popliedern, die für gute Laune sorgten. Seit 2019 probt das Jugendorchester ganzjährig und wöchentlich.
Thorsten Krause präsentierte mit seinen 25 Schützlingen im Alter von 9 bis 18 Jahren ein anspruchsvolles Programm, welches seine qualitative Musikarbeit widerspiegelte. Den Popsongs folgte Musik aus den Filmen „James Bond“, „Movie Milestones“ und „König der Löwen“. „Der folgende Marsch ist allen Winzern gewidmet, die jedes Jahr nach der Weinlese ihre Weine in der Straußwirtschaft ausschenken“, kündigte die Moderatorin eine weitere Darbietung des Jugendorchesters an, die mit dem Lied „Der lustige Winzer“ ihren Auftritt beendeten.
Etwas gänzlich Neues bei einem Konzert des Musikverein Löf - also eine Premiere – war der Auftritt des Männergesangsverein Cäcilia 1920 Löf. Der MGV unter Leitung von Rudi Zenz, kann auf 100 Jahre Bestehen zurückblicken. Sechs Lieder erklangen aus zahlreichen Männerkehlen, unter anderem der unvergessene Song von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“. Für die richtigen Töne zeichnete sich Patrick Nikolay verantwortlich. Dann machte der MGV den Weg frei für das Stammorchester, das für den weiteren Verlauf des Abends tonangebend war.
Während die erste Halbzeit im Zeichen des Wirkens stand, zeigte sich in der zweiten Halbzeit die Macht der Musik aus Blasinstrumenten. Mit Hits aus den 80ern starteten die Musiker und Musikerinnen, bereiteten nun den Gästen ein großartiges, fetziges Konzerterlebnis. In gewohnter Qualität spielten sie zwei wunderbare Medleys: erst die neue deutsche Welle mit „Skandal im Sperrbezirk“, „Ohne dich“, „1000mal berührt“ und „Sternenhimmel“, danach vier Songs von Phil Collins. Da zeigte sich die Kunst der Interpretation des Stammorchesters. Die Menschen auf dem Konzertgelände waren begeistert, berührt und konnten mitsingen.
Dann wurde es still, die Musik musste für eine kleine Weile schweigen. Aus der Hand von Wolfgang Weber und Hans Werner Conrad vom Kreismusikverband Mayen-Koblenz, erhielten Werner Zenz und Gerd Bastek Auszeichnungen für ihre 50-jährige Mitgliedschaft. Reinhard Lisecki wurde für sein 20-jähriges Engagement geehrt. Er ist maßgeblich an der Entwicklung des Vereins beteiligt und ein Glücksfall für das Orchester.
„Goldener Taktstock“
Zum ersten Mal verlieh der Musikverein einen „goldenen Taktstock“. Ehefrau und Söhne überraschten Reinhard Lisecki und überreichten ihm die Trophäe auf der großen Bühne. Emotional nahm er sie entgegen -wohlwissend, dass seine Söhne öffentliche Auftritte scheuen. Bei keinem Konzert des Musikvereins dürfen Gesangseinlagen fehlen. Auch diesmal sorgten Sänger Benny sowie die Sängerinnen Hannah und Laura für Stimmung.
Es folgte ein Musikgenuss auf den anderen, der laue Sommerabend tat sein Übriges für beste Laune. Auch Hunger und Durst konnten problemlos gestillt werden. Am Ende machten die drei beteiligten Orchester (Vor-, Jugend- und Stammorchester) „mächtig Krach“. Über 100 Akteure bildeten ein riesiges Orchester und beschlossen mit „Seven Nation Army“ (Song von White Stripes aus dem Jahr 2003) diesen wundervollen Abend.
„Goldene Mikrofon“
Doch halt, da war noch was! Eine Überraschung wartete auf die Moderatorin des Abends. Für ihr 20-jähriges Engagement erhielt Susanne Göttert das „Goldene Mikrofon“. Und das aus der Hand ihres Sohnes Michael Schunk, Pressesprecher des Vereins. Still blieb es aber nicht, noch einmal präsentierten die Musiker/innen Songs von Queen, Phil Collins und Genesis. Das Beste an der Musik steht nicht in den Noten, sie verbindet, schafft soziales Engagement. Könnte sie doch auch Frieden schaffen! Wissenswertes über den Verein unter www.musikverein.loef.de. EP
Beim open air Konzert „Löf klingt“ herrschte beste Stimmung unter den zahlreichen Gästen. Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.
Mit großem körperlichem Einsatz, erklärten die Minis wie man Noten lernt. Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.
Im Vororchester demonstrierten die sechs- bis achtjährigen, was sie mit ihren Instrumenten schon gelernt haben. Foto: UWE PETERSEN WWW.MADISON-SYDNEY.
Der Männergesangsverein Cäcilia 1920 Löf gab launige Lieder zum Besten.
Langjährige Mitglieder wurden von Hans Werner Conrad (li.) und Wolfgang Weber (2.v.li.) ausgezeichnet.
