In der Melsbacher Turnhalle bogen sich fast 230 Zuhörer vor Lachen und klatschten Beifall
Lustiges Konzert der „Romeos“ begeisterte
Das Loreleylied umgestaltet: „...dann macht er falsche Griffe und schon kippt er aus dem Schiffe“
Melsbach. Das große Gähnen kommt bei vielen, wenn es um ein Männergesangvereins-Konzert geht. In Melsbach war das anders, da verging den etwa 230 Besuchern in der vollen Turnhalle nicht nur das Gähnen, sie hatten richtig Spaß. Kein Wunder, hatte doch der Auftritt der Romeos mehr Show- als Konzertcharakter. Also keine zwei Stunden steif auf der Bühne stehen, sondern Bewegung und Action waren angesagt für die 14 Protagonisten.
Das ging schon los, als zu dem Dschingis-Kahn-Hit „Moskau“ an die Zuhörer ein kleines Schlückchen Wodka verteilt wurde, um dann die Gläser – kleine Kunststoffbecher – nach hinten zu werfen. Unterhaltsam und witzig führte Chorleiter Axel E. Hoffmann durch das breit gefächerte Programm, das von Pop über Klassik bis zum Volkslied reichte. Apropos Volkslied: Dass die Romeos so etwas im alten Stil rüberbringen erwartete niemand. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht, denn das Loreley-Lied hatten die Romeos total lustig umgestaltet. Und dazu gab´s eine leibhaftige „Loreley“ (Jordis Veldman) über deren goldenes Haar die Romeos sangen „... und sie kämmt es mit dem Kamme und sie wäscht es mit dem Schwamme“, der wegen zu hoher Feuchtigkeit auf der Bühne jedoch fehlte.
Auch das Verhalten des Schiffers interpretierte man etwas anders: „...und dann macht er falsche Griffe und dann kippt er aus dem Schiffe, aus dem kleinen Äppelkahn in den großen Ozean.“ Die Zuhörer bogen sich vor Lachen. Zwar war der Refrain: „...und ruhig fließt der Rhein in das Binger Loch hinein“ von der Loreley aus gesehen geographisch nicht richtig, aber was soll´s. Da die Veranstaltung ja keine Karnevalssitzung, sondern ein Konzert war, gab es auch musikalische Darbietungen auf hohem Niveau. Die waren geprägt durch die beeindruckenden Soli von Daniel Veldman, Juliane Hoffmann, Josef Schneider, Willi Beyliebens, am Schlagzeug Wolfgang Hoff und am Klavier Matthias Weber, Lothar Mattheis und Andras Orban.
Fantastisch, was dessen Ehefrau Victoria Nyulasz mit ihrer Querflöte zauberte. Kommentar von Axel Hoffmann: „Jetzt weiß ich, wie sie ihrem Mann die Flötentöne beibringt.“ Die Romeos entstanden aus dem 1846 gegründeten MGV Liederkranz Melsbach und Sangesbrüdern aus Neuwied-Rodenbach, was zu dem jetzigen Namen führte. Seit einigen Jahren stellt die quirlige Gesangsgruppe ihre Konzerte
unter ein Motto, diesmal „Es rappelt im Karton“. Andererseits war dieser landläufige Begriff in der Melsbacher Turnhalle auch wörtlich zu nehmen, denn dort rappelte es tatsächlich im Karton. Nicht nur durch die Romeos, sondern auch durch die Zuhörer, die voll des Lobes waren und mit Beifall nicht sparten.
Vorgetragen wurden, gestaltet und bearbeitet von Axel Hoffmann, die Lieder und Songs: Sing mit mir, Yes in deed, Moskau, Hallelujah, Barbara, Ein Mann, Csardas, Trink doch ene mit, Fun, Fun, Fun, Ich weiß nicht was soll es bedeuten, Summertime, Heidenröslein, Something Stupid, Horch was kommt, Buona Sera, Bella Ciao, Ramalama Dingdong und als Zugabe Sind sie Ringer, sind sie Boxer. In der Pause und auch nach dem Konzert boten im Bürgerhaus Partnerinnen und Freunde der Romeos sowie Mitglieder der Melsbacher Theatergruppe „Kappesköpp“ Getränke und belegte Brötchen an. Und so saßen dann noch Sänger und einige Zuhörer bis in den späten Abend gemütlich zusammen und resümierten über ein total gelungenes Konzert.
HEP
Loreley Jordis Veldman ralisierte die Haarpflege nach dem Romeostext sie kämmt es mit dem Kamme und sie wäscht es mit dem Schwamme.
Viel Beifall spendete das Publikum der Gesangsgruppe Romeos.
