Rheinischer Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege Regionalverband Cochem-Zell feierte 40. Gründungsjubiläum
Man darf dem Menschen nicht seine Kultur nehmen, sonst raubt man ihm die Seele
Festakt und Historienrückblick im Weinmuseum Schlagkamp
Senheim. Zu seinem 40. Gründungsjubiläum hatte der Regionalverband Cochem-Zell vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in den rustikalen Saal vom Weinmuseum Schlagkamp eingeladen, wo dessen Vorsitzender Gerhard Schommers im Rahmen eines Festaktes zahlreiche Mitglieder und Besucher begrüßen konnte. Dies nach dem Empfang mit einem Glas Mosel-Secco, gereicht von Gastgeberin Inge Schlagkamp und Team. Es folgte nach einem musikalischen Intermezzo ein informativer und detaillierter Rückblick von Schommers in die Historie des am 1. Oktober 1979 im Fränkischen Hof in Kail gegründeten Regionalverbandes. Damals ging man mit 26 Mitgliedern an den Start, deren Anzahl sich bis heute auf 100 erhöht hat. Seit dieser Zeit wird vom Verein bis heute so einiges geboten. Dazu gehören u.a. interessante Exkursionen zu vielfältig vorhandenen Kunststätten und Baudenkmälern, sowie diverse Fachvorträge über deren Geschichte in der sich stetig verändernden Landschaft. Fernerhin werden regelmäßig informative Literatur und hervorragend recherchierte Hefte über diverse Kunststätten angeboten. Das eigentliche Motiv für die Neugründung war die leider zu verzeichnete Welle an Abrissen von historisch und kulturell wertvoller Bausubstanz. Nach der Erkrankung des ersten Verbandschefs, des Bildhauers Hubert Benatzky, übernahm Reinhold Schommers den Vorsitz. Alfons Friderichs, der bereits seit 50 Jahren gemeinsam mit Marlis Schommers im Rheinischen Verein aktiv ist, rief in der Folge zu einer Mitgliederversammlung auf, in der auch der damalige Vize-Regierungspräsident Fritz Robischon als Vorsitzender gewonnen werden konnte. Nachdem er 2005 die hiesige Region verließ, übernahm das Amt Architekt Dieter Rumpenhorst, der entscheidend den Cochem-Zeller Regionalverband prägte und nach vorne brachte. Bereits seit 40 Jahren gehören auch Thomas Nalbach, Pommern, Bernhard Kaufmann, Moselkern, und der Heimat- und Verkehrsverein Ediger-Eller dem Verband an. Der Geschäftsführer des Rheinischen Vereins, Dr. Martin Bredenbeck, unterstrich die abwechslungsreiche Geschichte des Verbandes, der bereits seit dem 18. Oktober 1906 in der Denkmalpflege und im Landschaftsschutz tätig war. „Er hat zwar ein stolzes Alter aber mit jugendlichem Elan“, so der noch junge Geschäftsführer des alten Vereins in der preußischen Rheinprovinz mit seiner Zentrale in Koblenz. Es herrschte damals ein echter Boom in der aufkommenden Industrialisierung des Deutschen Reiches, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges zum vorläufigen Erliegen kam. Es schossen Bauten in die Höhe, die Flüsse überquerten Brücken, die Eisenbahnen erschlossen das ganze Land und die Landschaft veränderte sich markant. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Heimatschutzbewegung, um den zu groben Auswüchsen entgegenzusteuern. Reichsweit war man bemüht, baukulturelle Besonderheiten zu bewahren und zu schützen. Staat und Bürger arbeiteten an der Idee eines verbesserten Landschaftsschutzes und der Denkmalpflege als Ausdruck ihrer Identität zusammen. Natürlich ging es hier nicht ohne Selbstkritik, betonte Dr. Bredenbeck, der auch die veränderte Energiegewinnung wie bspw. die Windkraft ansprach, die ebenfalls das Landschaftsbild stark verändern. Doch heute wollen die Bürger mitreden und mitentscheiden, denn es ist ihr Wohn- und Lebensraum. Mittlerweile gibt es gut miteinander vernetzte 14 Regionalverbände mit 3500 Mitgliedern, unterstrich der Geschäftsführer. Auch Kreischef Manfred Schnur war voll des Lobes über das große Engagement im Regionalverband des Rheinischen Vereins, dessen Schaffen er als echten Schatz bezeichnete. „Man darf dem Menschen nicht seine Kultur nehmen, sonst raubt man ihm die Seele – und wir brauchen ein solches Fundament mit seinen tiefen Wurzeln“, verdeutlichte der Landrat in seinen Ausführungen. Einen besonderen Vortrag bot Heribert Steffens (Klotten), der mit begeisterten Worten dem jüdischen Philosophen und Schriftsteller Epharim Kishon und seinen bekannten Werken, tolles humoristisches Gehör verschaffte. Eine gelungene Festveranstaltung, die Maria Oettmeier und Katharina Theisen mit klassischen Weisen auf ihren Violinen musikalisch gestalteten.
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Landrat Manfred Schnur lobte während seiner Ansprache das engagierte Wirken des Regionalverbandes.
Maria Oettmeier und Katharina Theisen (v.r.) sorgten mit klassischen Weisen für den musikalischen Rahmen.Fotos: TE
