Müsch im Fokus einer wissenschaftlichen Arbeit der Hochschule Koblenz
Masterarbeiten zeigen Konzepte für Müsch auf
Müsch. Drei Konzeptvorschläge für die Erneuerung des Ortskerns der Gemeinde Müsch erweckten Aufmerksamkeit. Es sind Semesterarbeiten von Studierenden des Masterstudiengangs „Integrierte Orts- und Raumentwicklung“ der Hochschule Koblenz, University of Applied Sciences. Die Studierenden haben sich unter Anleitung von Prof. Peter Thomé mit den Potenzialen der rund 200 Einwohner starken Gemeinde auseinandergesetzt, hierbei innovative Konzepte und zukunftsweisende Strategien entwickelt.
Die Präsentation der gut besuchten Veranstaltung, an der nicht nur Müscher Bürger und Bürgerinnen teilnahmen, war sehr informativ, inspirierte zu weiterer Beschäftigung mit dem Thema. Zahlreiche Fragen ergaben sich, die von den drei Studierenden und Prof. Thomé beantwortet wurden. Für die Müscher Bürger bot die Präsentation eine Gelegenheit, sich mit der Gestaltung der Zukunft der vor drei Jahren massiv von der Flutkatastrophe betroffenen Ortsgemeinde zu beschäftigen. Die erarbeiteten Erkenntnisse mögen durchaus auch Anregungen für weitere Orte geben.
Die drei Studierenden haben ihr Augenmerk insbesondere auf den Ortskern mit den prägenden Gebäuden Alte Schule/Gemeindehaus, Katharinenkapelle und einer in der Nachbarschaft befindlichen landwirtschaftlichen Hofanlage gelegt. Chancen und Möglichkeiten wurden erörtert, hierbei erleichterten Modelldarstellungen und sorgfältig aufbereitete Schautafeln und Grafiken das Verständnis. Der Ansatz der Analyse wurde erörtert, soziografische und topographische Daten genannt. Die Arbeiten waren rein analytisch ausgerichtet, auf ein Eingehen auf emotionale Aspekte wurde verzichtet. Dargestellt wurde die wissenschaftliche Vorgehensweise.
Jede Arbeit zeigte in unterschiedlichen Ansätzen wie gemeinschaftliche Wohnformen und Kommunikationszentren dazu beitragen könnten, die großenteils zerstörte Ortsmitte wiederherzustellen und funktional wie gestalterisch wiederzubeleben und zukunftsorientiert zu stärken. Insbesondere die gemeinschaftlichen Wohnformen standen im Fokus lebhaften Interesses, eine Meinungsvielfalt von Zustimmung bis zu skeptischer Beurteilung zeigte sich in der Diskussion. Für die Katharinenkapelle ist eine multifunktionale Nutzung in Aussicht gestellt. Ortsbürgermeister Udo Adriany dankte mit dem Gemeinderat herzlich für die gehaltvolle Präsentation und wünschte den Studierenden Jennifer Heimann, Sandy Meid und Luca Holl sowie Prof. Peter Thomé weiterte gute Erfolge.
Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung ist ein interdisziplinärer Masterstudiengang, der aus dem Zusammenspiel der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und Sozialer Arbeit an der Hochschule Koblenz entstanden ist. Die fachbereichsübergreifende Kooperation gründet sich auf das gemeinsame Lehrgebiet Strategien ländlicher Räume.
