Warum nach der Flut auch der Osterhase neue Wege gehen muss
Max Mümmel und sein THW
von Gregor Schürer
Im letzten Jahr hatte sich die Hasenfamilie Mümmel, wie wir alle, Gedanken wegen Corona gemacht. Konnte man überhaupt Ostern feiern bei all den Kontaktbeschränkungen? Am Ende hat es dann doch geklappt, die Mümmels hatten ein eigenes Hygienekonzept entwickelt, die Nester mit Abstand verteilt, dabei Masken getragen und sich die Pfoten desinfiziert. Und die Hasen freuten sich darauf, dass es beim nächsten Osterfest endlich wieder leichter, normaler würde.
Dann kam im Sommer, im Juli, die große Flut über das kleine Tal, in dem die Mümmels lebten. Und nicht nur für die Menschen, auch für die Tiere wurde alles anders. Nichts war mehr so, wie es vorher war. Einige Tage vor dem Osterfest versammelten sich Vater und Mutter Mümmel und die drei Hasenkinder - der große Moritz, die mittlere Melanie und der kleinen Max - in der Sasse. Um zu besprechen, wie es jetzt weitergehen konnte.
Papa Mümmel war als Erster dran: „Leider sind bei der Naturkatastrophe nicht nur viele Menschen, sondern auch viele Tiere ums Leben gekommen. Ich habe gestern die Oberhenne Elfriede besucht. Die hat mir berichtet, dass es deshalb nicht mehr so viele Legehühner gibt, also gibt es auch weniger Eier. Das müssen wir beachten, wenn wir die Eier verteilen.“ Mama Mümmel fuhr fort: „Besonders schlimm sieht es in der Nähe vom Fluss aus. Die Wiesen, wo wir die Nester immer versteckt haben, gibt es nicht mehr. Alles ist nur braune Steppe ohne grüne Pflanzen, an Blumen gar nicht zu denken.“ Der schlaue Moritz meinte: „Wir müssen schauen, wie und wo wir den Fluss überqueren können. Viele Brücken sind ja weggerissen worden, da werden wir gar nicht auf die andere Seite kommen.“ „Am besten, wir teilen uns auf und hoppeln die Gegend ab, um zu schauen, wie genau es jetzt dort aussieht:“ schlug Melanie vor.
Gesagt, getan. Die Mümmels machten sich auf und sprangen auf ihren langen Hinterläufen davon, jeder in eine andere Richtung. Später trafen sie sich dann wieder und jeder berichtete: Vater Mümmel hatte auf dem Weg noch einmal bei den Hennen vorbei geschaut: „Es sieht gut aus, Elfriede hat ihren Hennen ein Lied vorgesungen, das hat gewirkt.“ „Was für ein Lied denn?“ wollte Max wissen. Papa Mümmel stimmte an:
„Ich wollt ich wär ein Huhn,
ich hätt nicht viel zu tun,
ich legte jeden Tag ein Ei
und sonntags auch mal zwei…“.
Alle Hasen lachten und Vater Mümmel meinte: „Wir haben jetzt jedenfalls genügend Eier, um wenigstens vier oder fünf in jedes Nest zu legen.“ „Wir haben auch gute Nachrichten“, sagte Melanie. „Mama und ich haben überlegt, dass wir die Nester mit grüner Holzwolle auslegen, wenn es schon kein Gras auf der Wiese gibt.“ „Zusammen mit den gefärbten Eiern wird das ein schönes, buntes Bild geben“, ergänzte die Hasenmutter. „“Und ich habe die Lösung für unser Brückenproblem“, nun war der oberschlaue Moritz an der Reihe, der aufs Hasengymnasium ging. „Wir müssen über Stege oder Behelfsbrücken gehen. Die haben kluge und starke Helferinnen und Helfer an einigen Stellen gebaut. Schaut einfach, wo THW steht, da könnt ihr auf die andere Seite hoppeln.“ Max hörte aufmerksam zu. Grüne Holzwolle, bunte Eier, THW, das konnte er sich merken.
Am nächsten Tag brachen alle Mümmels auf, um die Nester zu verteilen. Auch unser Mäxchen, er machte es genau so, wie ihm die anderen das aufgetragen hatten.
Als am Abend alle erschöpft, aber glücklich wieder zu Hause waren und sich zusammen kuschelten, war es lange ruhig. Bis Max dann doch noch eine Frage stellte, die ihn schon den ganzen Tag beschäftigt hatte. „Ich hab so wie ihr das gesagt habt, einen Steg oder eine Behelfsbrücke gesucht und auch gefunden, da stand ganz groß THW dran, genau wie Moritz das erzählt hat. Aber was heißt eigentlich THW, wofür stehen denn die Buchstaben?“ „Kannst Du es dir nicht denken?“, entgegnete die Hasenmutter. Max schüttelte stumm sein Köpfchen. „Ganz einfach“, erklärte Papa Mümmel, das ist eine Abkürzung und bedeutet: Toller Hasen Weg! Und jetzt schlaf schön und träum von deinem THW.“ SCHÜ
