Bürgermeister und Rat kapitulierten vor Jecken
Meckenheimer Rathaus ist gefallen
Meckenheim. Petrus muss ein Narr sein, anders lässt es sich nicht erklären, was sich am vergangenen Sonntag auf dem Platz vor dem Meckenheimer Rathaus abspielte. Bei herrlichem Sonnenschein und fast frühlingshaftem Wetter hatte Bürgermeister Bert Spilles die Mitglieder des Stadtrates sowie der Verwaltung aufgerufen, ihm tatkräftig bei der Verteidigung des Rathauses gegen die Narrenschar zu helfen. Aus diesem Grund hatte man vor das Rathaus direkt derart großzügig Absperrband gespannt, dass dieses nur zu großen Verstrickungen führen konnte, zumindest bei den Angreifern. Bert Spilles dankte dem Malteser Hilfsdienst und der Polizei für deren Unterstützung und forderte die Jecken auf, reichlich zu konsumieren, kommt doch der Erlös direkt wieder der Brauchtumspflege zugute. Doch zunächst war von der gesamten Entourage des Prinzenpaares nichts zu sehen. Diese haben sich bestimmt verlaufen, witzelte der Stadtchef, denn man habe in der gesamten Stadt Umleitungsschilder aufgestellt und die Swistbachaue sei ja schon recht groß. Dabei gibt es doch extra einen Kinderstadtplan. Doch zu früh gefreut, mit Musik und den Standarten aller Karnevalsvereine in Meckenheim rückten diese in mehreren Angriffsformationen an.
Dabei hatten die Stadtsoldaten neben der kleinen Kanone auch die große Feldhaubitze dabei, für den Fall der Fälle. Prinz Julina I. und Prinzessin Lena I. hatten sich wohl auch auf eine etwas längere Belagerung des Rathauses eingestellt und daher große und bequeme Sitzkissen mitgebracht. „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ wurde dann gespielt und die Tollitäten hatten so manchen Spruch auf Lager, wobei die Rathausbesatzung sich ebenfalls nicht zurückhielt.
Unterstützt wurde das ganze Spiel von den beiden Chefs der Prinzengarde und Stadtsoldaten, Friedel Groß und Peter Klee, welche auch den einen oder anderen Kommentar abgaben. Aber auch der Bürgermeister bekam massiv Unterstützung, Vize Heidi Wiens forderte ihn auf, ja standhaft zu bleiben, denn alle Ratsfraktionen würden hinter ihm stehen. Das führte aber zum Erschrecken bei Bert Spilles, der betonte, das dies sehr gefährlich sei und er mitunter lieber mit dem Rücken zur Wand stehe. Aber der Stadtchef hatte ja noch einen närrischen Paragraphen einzulösen, hatte er doch bei der Proklamation zugesagt, dass er beim Rathaussturm im Clownskostüm und roter Nase Kakao an alle Kinder ausschenken würde. Und das Prinzenpaar hatte schnell festgestellt, dass man zwar den Eingang des Rathauses zugesperrt hatte, aber die Seiten vergessen hatte, da ging es dann flotten Schrittes nach oben und der Bürgermeister sowie der Rat kapitulierten vor der Übermacht der Jecken. Nicht ohne dann gemeinsam auf dem Platz vor dem Rathaus zu tanzen und Bert Spilles hatte sich zwischenzeitlich umgezogen und die Narrenkappe gegen den Clown eingetauscht und zeigte sich sichtlich erfreut, dem Narrennachwuchs heißen Kakao ausschenken zu dürfen.
STF
Keinen einzigen Schuss musste die Feldhaubitze abfeuern. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Bert Spilles tanzte als Clown vor dem Rathaus. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
BM Bert Spilles zeigte sich mit Narrenkappe siegesgewiss am Fenster des Rathauses. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
