VG-Rat Weißenthurm macht Wege frei für Gewerbeansiedlungen
Megastores für Pferdesport und Möbel
Flächennutzungspläne wurden geändert - Untersuchung bezüglich geschützter Tierarten steht noch aus
VG-Weißenthurm. Nur als „boomend“ kann man die Gewerbeansiedlungen in der Verbandsgemeinde Weißenthurm bezeichnen, denn jetzt machte der VG-Rat durch Änderungen von Flächennutzungsplänen den Weg frei für zwei große Handelsbetriebe und weitere Unternehmen.
In der Nachbarschaft des VG-Rathauses in Weißenthurm will die Firma Krämer Pferdesport auf einem Grundstück „Im Hundel“, das zu Kettig gehört, einen Megastore für Pferdesportartikel mit einer Verkaufsfläche von circa 1300 Quadratmetern bauen. Das 1967 in Bad Kreuznach gegründete Unternehmen, das sechs Jahre später nach Hockenheim umzog, wo auch heute noch die Zentrale ist, betreibt in Deutschland und Österreich derzeit 27 dieser Megastores. Obwohl der VG-Rat bereits im Herbst 2014 mit einer Flächennutzungsplanänderung grünes Licht für diesen Megastore gab, musste der Punkt wegen formellen Dingen nochmals auf die Tagesordnung. Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz hatte moniert, dass der Plan zwei Ziele des Landesentwicklungsplans verletze. Das wurde von der VG-Verwaltung entsprechend der Auflagen geändert und musste erneut vom Rat beschlossen werden, was auch geschah. Erforderlich ist gleichzeitig auch eine Änderung des Bebauungsplans, der mit dem Flächennutzungsplan frühzeitig in der VG-Verwaltung und dem Kettiger Gemeindebüro öffentlich ausgelegt wird. Sämtliche Kosten, auch die für das Planungsbüro Sprengnetter, trägt das Unternehmen Krämer Pferdesport.
Neues Möbelhaus und ein Lebensmittelmarkt entstehen
Richtig „mega“ ist das, was das Möbelhaus Boss im Gewerbegebiet Mülheim-Kärlich realisieren will. Dieser Markt ist ein Tochterunternehmen von Möbel Porta, die in ganz Deutschland, so auch in Neuwied, Möbelhäuser betreiben. Was Porta für sein Tochterunternehmen Boss, es ist derzeit mit 3800 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Ecke Industriestraße/Am hohen Stein angesiedelt, plant, ist mehr als riesig. Darauf verwies auch VG-Bürgermeister Georg Hollmann, als der VG-Rat über die notwendige Flächennutzungsplanänderung entschied.
An der östlichen Grundstücksgrenze entsteht ein Neubau mit satten 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Etagen und einer Lagerfläche von 3200 Quadratmetern. Zusätzlich plant Porta einen Lebensmittelmarkt mit 2500 Quadratmetern (800 qm Lager) sowie zwei Fachmärkte mit insgesamt 1600 qm (500 qm Lager). Mit dem Lebensmittelmarkt gibt es planerisch kein Problem, da in diesem Gebiet bis fast 4700 qm innenstadtrelevante Verkaufsflächen zulässig sind. Um aber die 6000 qm und die 1600 qm errichten zu können, muss die Fläche in Sondergebiet 2 geändert werden, was der VG-Rat einstimmig beschloss. Aus dem Flächennutzungsplan wird der Bebauungsplan entwickelt, dessen Änderung dann der Stadtrat Mülheim-Kärlich noch beschließen muss.
Kennzeichnung gestrichen
Einen Betrieb will eine Firma im Mülheim-Kärlicher Bereich Rheinau - die Straße zwischen Urmitz und dem Kernkraftwerk - ansiedeln. Im gesamten Bereich ist in den vergangenen Jahren Kies ausgebeutet worden, sodass ein kleiner See entstand, der durch Verfüllung jedoch verschwinden muss, was zum Teil schon geschehen ist. Im Flächennutzungsplan ist der Bereich als „Abbaufläche für Abgrabungen unter Bergrecht oder unter Aufsicht der unteren Wasserbehörde“ bezeichnet, was eine Betriebsansiedlung verhindert. „Die Kennzeichnung im Flächennutzungsplan wird in einer Änderung einfach gestrichen“, beschloss der VG-Rat, und räumte damit einen Stolperstein für die Betriebsansiedlung aus dem Weg. Kurz vor dem Abschluss erfolgen Prüfungen der Kreisverwaltung und der SGD Nord. Ferner wird der Bereich noch hinsichtlich geschützter Tierarten (zum Beispiel Zauneidechse, Kröte) untersucht.
