Allgemeine Berichte | 04.09.2024

Theatergruppe Inflagranti

„Mein Freund Harvey“

Neuwied. Zum 34. Mal verwandelt die Neuwieder Theatergruppe „Inflagranti“ die Kirche des ehemaligen Klosters Rommersdorf in einen Theatersaal. Die 16-köpfige Gruppe hat das Stück „Mein Freund Harvey“ von Mary Chase, das in den späten 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht nur in den USA sehr erfolgreich war, überarbeitet und einige Gegenwartsbezüge hergestellt. Erhalten geblieben ist der heitere Grundton mit durchaus philosophischen Anspielungen.

Vielen wird die Geschichte auch aus diversen Verfilmungen – unter anderem mit Harald Juhnke in der Hauptrolle – bekannt sein. Im Mittelpunkt steht der liebenswerte Elwood P. Dowds, dargestellt von Werner Drießen, der davon überzeugt ist, stets von einem überdimensionierten Hasen begleitet zu werden. Während er selbst mit großer Freundlichkeit trotz dieser Besonderheit gut durchs Leben kommt, bereitet sie seinen engsten Angehörigen Probleme. Seine Schwester Vita – verkörpert von Tina Bleidt – und deren Tochter Myrthel (Anette Brog) unternehmen einiges, um Elwood „normal“ werden zu lassen.

„Nachdem wir im vergangenen Jahr mit Shakespeares Wintermärchen einen etwas komplexeren Stoff inszeniert haben, wollen wir dem Publikum diesmal bewusst wieder etwas Leichteres bieten“, sagt Ute Hartmann, die das Stück inszeniert. Die Geschichte um einen Außenseiter, der glücklich mit seiner „Verrücktheit“ ist und seine „normale“ Umgebung, die weit weniger Freude am Leben hat, soll das Publikum mit überraschenden Wendungen und pointierten Dialogen unterhalten.

Die Klosterkirche wird mit großem Aufwand – sowohl im Publikumsbereich als auch auf der Bühne – von den ehrenamtlichen Gruppenmitgliedern in einen angemessenen Theaterraum verwandelt. „Wir sind sehr glücklich darüber, seit 1996 immer wieder an diesem einzigartigen Ort spielen zu können“, sagt Ute Hartmann. „Deshalb wollen wir auch gerne etwas zurückgeben.“ Die Einnahmen des Konzertabends gehen komplett an die Stiftung der Abtei Rommersdorf, die momentan die Renovierung des Restaurants „Orangerie“ stemmen muss – dort soll ab Herbst ein neuer Pächter den Gastronomiebetrieb führen. Auch ein Teil der Einnahmen der Theaterabende soll der Stiftung zu Gute kommen. Außerdem werden Einnahmen zur Unterstützung der Heimbach-Weiser Jugendarbeit – insbesondere der katholischen Jugend und der Pfadfinder St. Georg – eingesetzt. Beide Organisationen hatten die Theatergruppe vor 34 Jahren mit einer Starthilfe unterstützt – in Zeiten, in denen es oft an ehrenamtlichem Engagement und am Zusammenhalt in der lokalten Gemeinschaft fehlt, möchte die Gruppe Inflagranti hier ein Zeichen setzen.

Mit ihren abwechslungsreichen Inszenierungen, die stets ein großes Publikum anlocken, tragen sie selbst einiges zur Identifikation der Menschen mit ihrem Umfeld bei. Davon kann sich bei den Aufführungen jeder selbst überzeugen.

Die Aufführungen sind in der Abtei Rommersdorf am 13., 14., 15., 17. und 19. sowie 20. September zu sehen. Einlass ist jeweils um 19 Uhr, das Stück beginnt um 20 Uhr. Karten sind in den VVK-Stellen in Heimbach-Weis (Dean´s Schreibwaren & mehr, Hauptstr. 82) und in Gladbach (Bäckerei Hodes, An der Marienkirche 37) erhältlich. Karten und weitere Informationen können auch per e-Mail unter Inflagranti@Theatergruppe.eu angefragt werden.

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